RN/169

20.16

Abgeordnete Elisabeth Feichtinger, BEd BEd (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Viele Frauen stehen heute vor einer unsichtbaren Uhr. Sie tickt leise, aber unaufhaltsam. Während Ausbildung, Beruf, Lebenswege wesentlich flexibler geworden sind, bleibt diese Uhr starr. Genau in diesem Spannungsfeld müssen Frauen tagtäglich massive Lebensentscheidungen treffen. 

Die Bürgerinitiative Zukunft Kinder hält uns hier definitiv den Spiegel vor Augen. Sie zeigt, wie groß der Wunsch nach Selbstbestimmung ist und wie eng gleichzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich aktuell gesteckt sind. Das sogenannte Social Egg Freezing, also das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne medizinische Indikation, ist aktuell in Österreich noch immer verboten. Doch: Ist es nicht an der Zeit, diese Realität genauer zu betrachten und neu zu überdenken? Es ist natürlich kein Versprechen und auch kein Garant, aber eine Möglichkeit, ein Stück Handlungsspielraum zurückzugewinnen. Man kann es ein bisschen wie ein Sicherheitsnetz sehen, in einem Bereich, der sowieso von Unsicherheiten im persönlichen Leben geprägt ist. 

Gleichzeitig müssen wir uns natürlich auch den Bereich der Aufklärung genauer anschauen und darüber sprechen: über Wissen rund um die Fruchtbarkeit, über medizinische Möglichkeiten und natürlich auch ihre Grenzen, über den Ausbau von guten Beratungsstellen und niederschwelligen Angeboten. Natürlich muss es eine ehrliche gesellschaftliche Debatte sein, in der man auf all diese Dinge genauer schaut.

Natürlich – und das zeigen auch die Antworten – sind noch viele, viele Fragen offen, ob es die medizinischen Risiken sind, ob es ethische Aspekte sind – und natürlich sind auch die sozialen Folgen ein großes Thema. Aber genau deshalb dürfen wir uns hier nicht wegducken. Wir brauchen diesen breit angelegten Dialog, der auch von den Ministerien in ihren Stellungnahmen ganz massiv eingefordert wurde.

Sehr geehrte Damen und Herren, Selbstbestimmung bedeutet, Wahlmöglichkeiten zu eröffnen, nicht vorzuschreiben, wie ein Lebensweg zu sein hat. Geben wir Frauen mehr Zeit, aber vor allem, geben wir ihnen mehr Möglichkeiten! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

20.18

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Christoph Zarits.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.