RN/182

21.08

Abgeordnete Henrike Brandstötter (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Eine Hetzerin von vielen, ob vegan, links, rechts, E oder Verbrenner, nur noch gestörte Hetzer unterwegs. Das postet Udo Ehrlich unter einem meiner Facebook-Beiträge. Josef Krutina schreibt: „Diese Alte schaut aus als wäre sie von der Klobrille gerutscht, ein Alptraum von einer Frau Schirch“ und „blöd“. Oliver Rath macht es kurz, er schreibt: „Arrogante Tussn!“. Peter Thür meint: „Weg mit der Funsen“ – und dekoriert das dann auch noch mit ein paar Smileys. Max Stendel schreibt: „Wer ist diese hysterische Furie? Schrecklich!“. (Heiterkeit der Abg. Giuliani-Sterrer [FPÖ].) Alfred Sagaloff schreibt: „Wieso darf ‚so etwas‘“ – unter Anführungszeichen – „überhaupt öffentlich auftreten?“ Mischa Gruber fragt: „da wundert man sich über Femizide???“ Manfred Ko bemüht den Dadaismus und schreibt: „So kann nur eine gschissen reden neos scheoss weib reden Brandstetter ist gleich Arschlöcher“. Und der Vater des Obmanns der Freiheitlichen Jugend Oberösterreich schickt mir Fanpost: Servus du Fünferhorst, geht dei Mumu nimmer auf oder wieso bist du so frigid? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das sind die Nachrichten, die Abgeordnete bekommen – und wir sind nicht alleine. (Ruf bei der FPÖ: Ja!)

Jede einzelne Frau, viele Mädchen bekommen jeden Tag genau solche Nachrichten. Genau solche Beiträge werden unter ihren Beiträgen auf Social Media gepostet. Was ist all diesen Personen gemein, die ich jetzt genannt habe? – Sie sind a) Männer, b) die meisten posten unter Klarnamen – und diese Namen sind erstaunlicherweise alle sehr österreichisch. 

Gewaltverherrlichender Frauenhass, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, ist längst kein Randphänomen mehr. Er ist sichtbar, er ist laut, er ist brandgefährlich und er untergräbt auch unsere Demokratie. Dieser Frauenhass ist kein Zufall, er ist ideologisch aufgeladen, er ist organisiert und er ist auch ein zentraler Bestandteil einer modernen Radikalisierung. Besonders gefährlich ist, dass diese frauenfeindlichen Ideologien eben auch zusehends in den Mainstream einsickern. In den Manospheren radikalisieren sich diese jungen Männer, sie bestärken sich gegenseitig in ihrem Weltbild und sie entwerten Frauen und legitimieren Gewalt. Dort wird nicht nur geredet, dort wird auch verherrlicht und es wird auch vorbereitet. 

Diese Dynamik wird natürlich zusätzlich durch einflussreiche Akteure verstärkt, die eben toxische Rollenbilder verbreiten, die Gewalt als akzeptabel darstellen. Die Folgen sind natürlich auch real: Frauen werden bedroht, sie werden angegriffen, sie werden aus ideologischen Motiven auch ermordet. Selbst ganz konkrete Anschlagspläne zeigen, wie nahe diese Radikalisierung auch da an der Realität ist. 

Deshalb braucht es Klarheit, es braucht Konsequenz. Ich habe keine Lust auf diese Nachrichten. Frauenhass muss ernst genommen werden, es muss die Verbindung zum Extremismus hergestellt werden, es muss untersucht werden und es muss entsprechend gehandelt werden. Das machen wir mit diesem Antrag. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS, ÖVP, SPÖ und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Matznetter [SPÖ].)

21.11

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Prammer. 4 Minuten eingemeldete Redezeit.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.