RN/216
22.53
Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Rund 17 000 Kinder und Jugendliche in Österreich können aufgrund schwerer chronischer Erkrankungen dem Unterricht nicht regelmäßig folgen und nicht regelmäßig teilnehmen. Schwere Herzerkrankungen, Krebserkrankungen sind der Grund dafür, und wir erleben derzeit einen deutlichen Anstieg von ME/CFS, einer Krankheit, die Kinder ans Bett fesselt, erschöpft und ihnen den Alltag raubt, aber nicht nur das, sie nimmt ihnen auch Schule und den Klassenverband.
Diese Kinder und Jugendlichen sind nicht durchgehend in einem Krankenhaus und können deswegen auch die großartige Leistung der Heilstättenschulen nicht immer in Anspruch nehmen. Sie sind oft zu Hause, oft isoliert, ja, und oft vergessen. Das ist ein Problem, denn Bildung ist kein Privileg, Bildung ist ein Grundrecht, und es gibt Lösungen, die in anderen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt werden, nämlich die Telepräsenzsysteme, sogenannte Schulavatare – es gibt einen kleinen Roboter, der stellvertretend in der Klasse sitzt. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit dem Foto eines Schulavatars im Kreis von drei Schülerinnen und Schülern auf das Rednerinnen- und Rednerpult.) Das kranke Kind nimmt von zu Hause aus teil, sieht die Tafel, hört den Unterricht, kann sich melden.
Ich habe mit einer Mutter gesprochen, deren Tochter seit eineinhalb Jahren ans Bett gefesselt war. Als die Schule einen Avatar eingesetzt hat, versuchsweise, unbürokratisch, hat die Tochter vor Freude geweint. So einfach kann es sein, aber so kompliziert ist es derzeit noch, denn es fehlen klare Rahmenbedingungen.
Deshalb wird ein Unterstützungspaket ausgearbeitet. Es geht da darum, dass Technik allein nicht menschliche Nähe ersetzen kann, der Wiedereinstieg in den Schulalltag bleibt das Ziel. Wir schulden diesen Kindern und vor allem auch deren Familien Verlässlichkeit und Rechtssicherheit. Bildung und soziale Teilhabe müssen auch dann gewährleistet sein, wenn der Körper nicht kann. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abg. von Künsberg Sarre [NEOS].)
22.55
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Stich. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.