RN/92

15.42

Abgeordneter Dominik Oberhofer (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Regionalflughäfen beschäftigen uns auch in den Ausschüssen sehr, aber vor allem beschäftigen sie überhaupt die Europäische Union, weil sie zurzeit überall in Europa unter Druck kommen. Das hat mehrere Gründe, und zwar: 

Erstens: Die Maschinen werden immer größer, weil sie leistungsstärker unterwegs sind, und die kleinen Flugmaschinen werden ausgemustert und sind am Markt einfach nicht mehr zu bekommen. Das ist natürlich für die Regionalflughäfen ein großes Problem. 

Da stellt sich natürlich jetzt die Gretchenfrage: Diskutieren wir bei dem Thema die Frage, ob eine Region den Flughafen und die Flugverbindung braucht? Da bin ich nämlich ganz nahe bei den Kolleginnen und Kollegen Vorrednern, dass man da durchaus Ja sagen kann. Aber die Frage, die sich der Markt wirklich stellt, ist: Braucht die jeweilige Airline, die den Flughafen anfliegt, tatsächlich den Flughafen? – Das ist natürlich sehr, sehr schwierig, denn wir sehen, dass die großen europäischen Fluglinien ihr Netz immer stärker verdichten, und zwar dorthin, wo sie ihre Spots haben, und jede einzelne Flugstrecke im Flugnetz hinterfragen. 

Deshalb ist das heute so wahnsinnig wichtig. Die Zukunft der Regionalflughäfen entscheidet sich nicht anhand von irgendwelchen Ideologien, sondern sie entscheidet sich tatsächlich in der Funktion, in der Erreichbarkeit für den Wirtschaftsstandort, aber vor allem in der Konnektivität. 

Jetzt zu Innsbruck, zu meinem Kollegen, dem Vorredner, der meiner Meinung nach einen gravierenden Fehler macht, weil er den Innsbrucker Flughafen schlechtredet: Der Innsbrucker Flughafen ist eines der bestgeführten Landesunternehmen, gehört zu 51 Prozent dem Land Tirol und zu 49 Prozent der Stadt Innsbruck und den Regionalbetrieben und ist wirklich ein hervorragend geführtes Unternehmen. Er hat letztes Jahr 882 000 Passagiere in Innsbruck begrüßen dürfen – das sind 2,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Laden dort läuft also relativ gut.

Jetzt kommt der Punkt: Der Kollege regt sich auf und sagt: Um Gottes willen, das ist ja schlimm, dass der nur für den Wintertourismus vorhanden ist! – Ja, es stimmt, 60 Prozent der Passagiere kommen in Innsbruck tatsächlich im ersten Quartal eines Jahres an, aber gerade für den heimischen Tourismus ist das wahnsinnig notwendig und wichtig, und es ist ein Bombengeschäft und finanziert das ganze Jahr über den Flughafen. Deshalb sollte man meiner Meinung nach diesen Flughafen auch nicht schlechtreden, weil es nach wie vor ein Unternehmen ist, das gute Renditen ausspuckt, nämlich für die öffentliche Hand, für das Land Tirol, für die Stadt Innsbruck. Die holen sich da immer relativ gute Renditen ins Budget. 

Jetzt zu den Kollegen von der FPÖ in Oberösterreich – es sei mir wirklich einmal erlaubt, das zu sagen –: Ihr stellt euch hier heraus, steht aber selber in Oberösterreich auch in der Landesregierung in Verantwortung. Ihr habt ja heute später noch einen sehr skurrilen Antrag, dass ihr einen Tunnel umbenennen oder überhaupt benennen wollt. (Abg. Deimek [FPÖ]: Was ist daran skurril?) – Darüber, was daran skurril ist, können wir später diskutieren, aber vielleicht ein Tipp von mir, Herr Kollege: Vielleicht sollten wir einmal darüber diskutieren, dass wir den Flughafen Linz ganz einfach umbenennen, und zwar in Wien-Hörsching. Denken Sie einmal darüber nach, das funktioniert. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Hammerl [FPÖ]: Symbolpolitik von den NEOS!) 

15.45

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nun hat sich Herr Bundesminister Hanke zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Bundesminister.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.