RN/100

16.10

Abgeordneter Franz Hörl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Hohes Haus! Also die letzte Aussage von Kollegin Erasim verstehe ich jetzt nicht. Die Abschaffung der Flugabgabe wäre schon im Interesse des Tourismus, und eine Tourismussprecherin sollte hier schon auch diese Linie vertreten. 

Ich spreche jetzt aber vom Flughafen Innsbruck. Ist Herr Kollege Ranzmaier überhaupt noch hier? – Eh nicht. Von den Freiheitlichen habe ich bis jetzt in Tirol relativ wenig gehört. (Ruf bei der FPÖ: Das stimmt nicht!) – Ah, er ist dort. Ich freue mich, dass ihr jetzt bei diesem Problem des Flughafens helft, denn es passiert schon einiges, und bis auf Kollegen Federspiel habe ich in Tirol nie etwas gehört; aber um das Richtige zu tun, ist es nie zu spät, und deshalb: Herzlich willkommen! 

Ein starker Luftfahrtstandort ist volkswirtschaftlich von größter Bedeutung, steht im Programm dieser Koalition, und der Herr Minister hat sich im letzten Ausschuss eindeutig und klar erklärt, dass er für die Bundesländerflughäfen Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg und besonders natürlich auch für Innsbruck ein starkes Zeichen setzen will und da auch entsprechend an der Lösung der Probleme mitarbeiten will. 

In Tirol gibt es die Petition von Kollegen Grüner, die hier im Parlament liegt – über 2 000 Personen haben diese Petition unterschrieben –, es gibt eine Arbeitsgruppe unter Führung des Wirtschaftslandesrates von der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer Tirol, der Arbeiterkammer, auch die Lebensraum Tirol Holding ist dabei, die sich alle um das Problem am Flughafen kümmern. Im Übrigen ist es klar: Die Tiroler Wirtschaft, der Tiroler Tourismus und die Tiroler Industrie brauchen eine gute, rasche Verbindung, und damit da etwas weitergeht, gibt es inzwischen auch schon eine private Initiative, die notfalls zur Selbsthilfe greifen will. 

Der Flughafen Innsbruck im Herz der Alpen, in the capital of the Alps, blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Er ist unser Tor zur Welt, unser Aushängeschild, und ohne Flughafen wären Großereignisse wie die Olympischen Spiele 1964 und 1976 oder gerade im letzten Winter die Olympischen Winterspiele in Cortina nicht möglich gewesen. Vor Corona landeten allerdings eine Million Passagiere, im letzten Jahr waren es gerade noch 890 000 Menschen, wobei der Winter gut ausgelastet ist, aber das restliche Jahr natürlich an der Ausdünnung der Flugbewegungen leidet. Die Anbindung an Frankfurt fehlt, und das ist gerade für unsere Industrie ein ganz großes Problem, weil unsere Industrie – und darauf sind wir in Tirol sehr, sehr stolz – Exporte in einem Umfang von 6,5 Milliarden Euro tätigt, das sind fast 10 Prozent der österreichischen Exporte in der Industrie, und das für das kleine Land Tirol; das spielt sich zwischen Kufstein und Telfs ab. 

Wir sind also stolz auf diesen Industriestandort, und wir tun auch sehr viel dafür. Wir haben eine europäische Schule in Innsbruck, eine internationale Schule in Kufstein, ein Welcome Office für ankommende internationale Fachkräfte, die wir dort empfangen und dann natürlich auch begleiten. Also da, glaube ich, sind wir sehr positiv unterwegs. 

Vor dem Zugriff des grünen Bürgermeisters Willi war es noch relativ einfach, den Flughafen zu verteidigen. Schwieriger ist es geworden, als unsere sonst sehr geschätzte Frau Minister Gewessler ein Attentat auf den Flughafen Innsbruck verüben wollte – wir haben es gerade noch verhindert. (Abg. Gewessler [Grüne]: Was unterstellst du mir?) Also diese grüne Bewegung gegen den Flughafen – Sigi Maurer, du kannst dir schon an den Kopf greifen (Abg. Gewessler [Grüne]: Aber was unterstellst du mir?), ich habe mir auch manchmal an den Kopf gegriffen, wenn ihr mit eurer ideologisch verbrämten Verkehrspolitik (Abg. Zorba [Grüne] – erheitert –: ... eine Seilbahn von Linz nach Innsbruck! – Abg. Maurer [Grüne]: Eine Seilbahn! – Abg. Zorba [Grüne]: Von Linz nach Innsbruck!) an den Flughafen Innsbruck herangehen wolltet. 

Jetzt haben wir aber natürlich das Problem durch die internationale Konzentration der Airliner, und es ist eigentlich schon ein mittlerer Skandal, wenn die hoch dotierte AUA – zu Höchstpreisen! –, billigst verkauft, heute im Flughafen Innsbruck einen Kahlschlag betreibt und die Attraktivität herabsetzt. 

Wir werden alles tun, damit wir diesen Flughafen erhalten können. Vor den Grünen brauchen wir uns ja momentan nicht zu fürchten (Heiterkeit des Abg. Zarits [ÖVP]), die Freiheitlichen helfen uns; vielleicht geht es dann doch gemeinsam. (Ruf: So ein starker Mann braucht nicht so viel Angst haben, wirklich!) Briefe schreibe ich euch keine – wie Kollege Hofer, der hat euch ja jetzt einen Brief geschrieben –, aber wenn ihr jetzt mitarbeitet, dann bedanke ich mich dafür: Herzlichen Dank. 

Herr Präsident, ich wollte gerade noch die Wirtschaftsbund-Truppe aus Tirol, aus meiner Heimatstadt, begrüßen. Unser Tiroler Wirtschaftsbund sitzt auf der Galerie – vielleicht ein kleiner Applaus. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

16.14

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Schroll. Ich darf ebenfalls 3 Minuten Redezeit einstellen.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.