RN/101

15.36

Abgeordneter Mag. Harald Servus (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin! Ich schlage vor, dass wir die Diskussion etwas versachlichen. Die sichere Versorgung mit leistbarer Energie ist nicht nur für unsere Wirtschaft ein ganz entscheidender Standortfaktor, sondern auch für uns alle, für jeden einzelnen Haushalt. 

Eine Möglichkeit, den Stromverbrauch nicht nur zu messen, sondern auch gezielt zu steuern, zu analysieren und auch zu reduzieren, bieten uns intelligente Messgeräte, nämlich die Smartmeter. Das Vorhaben wurde bereits 2009 EU-weit beschlossen und mit einiger Verzögerung dann auch verstärkt in den Mitgliedsländern vorangetrieben. 

Der Rechnungshof hat die Installation der Smartmeter von 2019 bis 2022 kontrolliert und dabei folgende Punkte kritisiert: 

Kritikpunkt eins: Die Umstellung erfolgte zu langsam. Ende 2022 waren in Österreich erst 68 Prozent aller Smartmeter ausgerollt. Mittlerweile haben wir allerdings einen Ausrollungsgrad von nahezu 100 Prozent erreicht. 

Kritikpunkt zwei: Die Einführung – und das hat der Herr Kollege richtigerweise gesagt – kostete doppelt so viel wie geplant. Das ist vermutlich der langen Dauer des Projektes und auch der unterschätzten Komplexität geschuldet. 

Kritikpunkt drei: Der Nutzen für Endkunden und Netzbetreiber war Ende 2022 geringer als erwartet. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich dies in Zukunft mit den vielen Empfehlungen des Rechnungshofes und einer neuen Generation von Smartmetern verbessern wird und dass wir dadurch mehr Energieeffizienz erreichen können. 

Wenn ich dazu auch noch gleich eine Bitte äußern darf: Schauen wir gemeinsam darauf, dass die zweite Smartmeter-Generation, die jetzt ausgerollt wird, europäischer Provenienz ist und dass wir uns da nicht nur auf chinesische Technologie verlassen. (Abg. Stögmüller [Grüne]: Das find’ ich gut!) 

Liebe FPÖ! Lasst uns nicht immer alles schlechtreden und bitte auch keine Verschwörungstheorien verbreiten! Vielleicht sollten wir uns kurz darüber unterhalten, was diese Smartmeter können: Mit ihnen kann man nicht nur den Stromverbrauch ablesen, sondern bei dynamischen Stromtarifen von der Volatilität des Strommarktes profitieren. Wir wissen, die Preise sind oft mittags oder auch in der Nacht am günstigsten. Manchmal kriegt man paradoxerweise sogar Geld, wenn man Strom verbraucht. 

Ein Beispiel: Anfang Mai hat es zwei Tage gegeben, an denen man zeitweise 48 Cent bekommen hat, wenn man Strom verbraucht hat. Diese günstigen Zeiten mithilfe der Smartmeter zu nutzen, ist wichtig und klug. Es gibt inzwischen verschiedene Apps, die in Echtzeit die Börsenpreise überwachen. So könnte jeder Haushalt Waschmaschine, Geschirrspüler in Zeiten betreiben, in denen es günstiger ist, aber auch das Laden von E-Autos oder den Betrieb von Wärmepumpenheizungen könnte man in diese Zeiten legen, und da kann man richtig Geld sparen. 

Zum Schluss sei angemerkt: Diese Bundesregierung hat mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz den Sommer-Nieder-Arbeitspreis, kurz Snap, ermöglicht, der es möglich macht, in den Sommermonaten die Netzentgelte über die Mittagszeit um über 20 Prozent abzusenken. Auch dafür brauchen wir Echtzeitsmartmeter. 

Sehr geehrte Damen und Herren! Unser Ziel bleibt eine sichere und auch leistbare Energieversorgung. In diesem Sinn: Vielen Dank an den Rechnungshof und alle Verantwortlichen! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

15.41

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Greiner. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.