RN/109

16.06

Abgeordneter Mag. Christoph Pramhofer (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ganz vorneweg: Smartmeter sind enorm wichtig. Ein smartes Grid ist immer noch besser als jeder Netzausbau, weil es einfach auch billiger ist. Das steht völlig außer Frage und insofern sind wir froh, dass diese Ausrollung stattgefunden hat. 

Ich möchte Ihnen heute aber eine Geschichte erzählen: Ich habe gemeinsam mit zwei meiner Nachbarn ein Balkonkraftwerk errichtet. Ich habe damals das Geld der Frau Leonore Gewessler, den Klimabonus, genommen (Rufe bei SPÖ und Grünen: Ah!) und habe das in eine autarke Energieversorgung investiert. Ich habe das Geld genau so eingesetzt, wie Sie es sich vorgestellt haben. (Abg. Zorba [Grüne]: Jetzt regst dich darüber auf!) – Ja genau, das ist genau bei den Richtigen angekommen, bei jenen, die genug verdienen, um sich das selber leisten zu können – mit der Gießkanne. (Abg. Zorba [Grüne]: Genau wie die Mehrwertsteuersenkung!)

Die Geschichte ist aber eine andere: Wir sind drei Nachbarn, haben es gemeinsam installiert und haben eines gemacht: Wir haben es zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Betrieb genommen. Dementsprechend haben wir es auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten angemeldet. Es lag nicht viel Zeit dazwischen – ein, zwei, drei Tage. (Abg. Tomaselli [Grüne]: Geh bitte, es geht ums Smartmeter ...!) Der erste Nachbar schreibt in unsere Chatgruppe: Ha, ich habe heute meinen Smartmeter erhalten! – Ich denke mir: Das gibt es doch nicht, ich freue mich schon die ganze Zeit auf einen Smartmeter, dann kann ich endlich meinen Verbrauch schön ablesen, wann kriege ich endlich meinen? Es dauert nicht lange – ein, zwei Tage –, dann kommt das nächste E-Mail: Ihr Smartmeter wird getauscht. – Ich schreibe wieder in die Gruppe: Super, jetzt kriege endlich auch ich meinen Smartmeter! – Der dritte Nachbar schreibt: Aha, komisch, ich kriege meinen nicht!

Da denke ich mir: Okay, passt, das interessiert mich – ich habe auch ein bisschen Ausbildung zu dem Thema –, das schaue ich mir an, wie die diesen Smartmeter tauschen, das möchte ich mir eh anschauen. – Ich bin im Homeoffice, gehe hinaus, schaue mir das an. Der Mitarbeiter von den Wiener Netzen kommt, macht den Zählerkasten auf – 16 Wohneinheiten, 16 Zählerkästen –: alten Meter raus, neuen rein. Dauer: 3 Minuten. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne].) Ich frage ihn dann: Wir sind drei, die das angemeldet haben, Sie sehen, da sind noch acht alte drinnen, warum tauschen Sie denn das nicht alles auf einmal? – Na ja, ich habe nur den Auftrag, diesen einen Smartmeter zu tauschen! – Sage ich zu ihm: Sie sind jetzt letzte Woche hergefahren – Anreise, 3 Minuten austauschen, wieder heimfahren –, jetzt kommen Sie wieder – Anreise, 3 Minuten austauschen, wieder heimfahren –, und nächste Woche müssen Sie auch noch den vom Nachbarn tauschen. Was ist dann mit den restlichen 13, wann tauschen Sie denn die? – Das weiß ich nicht, ich habe nur den Auftrag, diesen einen Smartmeter zu tauschen! – Na ja, man könnte einmal herfahren, 16 austauschen, sind dann halt 1 Stunde Arbeit, und man muss nicht 16 Stunden herfahren, 16 Stunden zurückfahren. Kein Wunder, dass das enorm teuer ist! 

Da müssen wir uns aber halt auch fragen: Was machen diese Netzbetreiber? Ist das wirklich ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen oder ist es da einfach wurscht, was Arbeitszeit kostet und was am Ende der Stromkunde wieder zahlt?

Das ist also schon auch eine Erklärung, was man da besser machen könnte. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei den Grünen: Besser wäre, Abgeordneter zu werden!)

16.09

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu Wort dazu ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.

Wünscht der Herr Berichterstatter ein Schlusswort? – Das ist nicht der Fall.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.