RN/116
16.23
Präsidentin des Rechnungshofes Dr. Margit Kraker: Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Den Bericht zur Energieeffizienz von Gebäuden der BIG mit Schwerpunkt Sanierung haben wir im Oktober 2025 vorgelegt. Ich halte den Bericht deshalb für wichtig, weil er aufgrund des Immobilienportfolios des BIG-Konzernes wirklich relevant ist. Der BIG-Konzern nimmt damit auch eine zentrale Rolle beim Thema Erhöhung der Energieeffizienz bei öffentlichen Gebäuden ein.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Umsetzung der EU-Richtlinien um den Bereich der Energieeffizienz teilweise uneinheitliche Regelungen in Österreich mit sich bringt, weil es natürlich auch landesgesetzliche Regelungen gibt und uneinheitliche Mindestanforderungen bestehen. Die Mindestanforderungen der BIG waren teilweise strenger als jene in einzelnen Ländern, das möchte ich auch sagen.
Darüber hinaus möchte ich sagen, dass die Energieeinsparverpflichtung des Bundes-Energieeffizienzgesetzes nur rund ein Drittel der Gebäude des BIG-Konzerns umfasste. Also wenn hier von den Universitäten die Rede ist: Die waren zum Beispiel ausgenommen von dieser Energieeinsparverpflichtung.
Ich möchte sagen, dass wir in einem Resümee festgehalten haben, dass wir die Priorisierung der Energieeffizienz, sozusagen das Thema Energieeffizienz an erster Stelle, vonseiten der BIG als positiv gesehen haben. Wir haben auch gesehen, dass in den Gebäuden der BIG bessere Energiekennzahlen vorlagen als in anderen bundeseigenen Immobilien. Es haben sich die Energieeffizienzklassen aber verschlechtert. Im Bereich der Fotovoltaik würde noch ein wesentlich größeres Potenzial bestehen, als tatsächlich genutzt wurde, und daher wäre der Einsatz von Fotovoltaik neben der Sanierung und dem Energiespar-Contracting eben auch ein wesentlicher Punkt, um die Energieeffizienz zu steigern. Wir haben die Bündelung von Know-how in der Stabsstelle der BIG als positiv in puncto Energieeffizienz gesehen.
Was wir kritisiert haben, sind fehlende Energieverbrauchsdaten und Abweichungen der Energieausweisdaten zum tatsächlichen Verbrauch.
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, das Datenproblem haben wir in vielen Berichten des Rechnungshofes. Regelmäßig stellen wir fest, dass wir Daten, die wir haben könnten, nicht richtig nutzen oder eben dass diese auf die Seite gelegt werden oder sozusagen mit der Realität nicht in Einklang zu bringen sind. Ich finde, dass hier ein großer Verbesserungsbedarf besteht.
Wenn wir uns jetzt auf den Heizwärmebedarf konzentrieren, so gebe ich, nachdem wir vor dem Sommer stehen, zu bedenken, dass es in Zukunft auch Verschiebungen der Energiekennzahlen hin zum Kühlen geben könnte und dass Energieeinsparpotenziale nicht genutzt wurden, zum Beispiel bei der Sanierung dieser HTL in Villach – wegen der fehlenden Sanierung des Daches des alten Turnsaals und auch bei fehlenden thermischen Sanierungen der Außenfassade. Insbesondere regen wir eben hier doch thermische Sanierungen an, weil sie zur Energieeffizienz beitragen könnten. In diesem Sinne haben wir entsprechende Empfehlungen auch formuliert. – Besten Dank. (Allgemeiner Beifall.)
16.26
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Harrer. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.