RN/150
18.29
Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich möchte vielleicht nur einen Satz zur Wien-Energie sagen: Ich bin, wie Sie wissen, ein großer Fan von den Berichten des Rechnungshofes. Ich sehe es tatsächlich bei der Wien-Energie ein wenig anders und glaube, dass die spekulativen Geschäfte wahrscheinlich schon nachzuweisen gewesen wären, aber, wie Sie vollkommen richtig sagen, es ist hochkomplex. (Abg. Herr [SPÖ]: Bitte? Wo?) Die Systeme sind hochkomplex und ich glaube, deswegen ist es auch nicht ganz leicht, allem auf den Grund zu gehen. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Das könnt ihr in der Wiener Stadtregierung ja machen!)
Worauf ich aber etwas weiter eingehen möchte, ist der Erdgasbericht, der ja auch vorgelegt wurde und den ich natürlich auch sehr spannend und hoch strategisch finde. Wir sagen seit zehn Jahren im Parlament – oder ich sage es in diesem Fall seit zehn Jahren im Parlament –, dass wir viel zu lange von russischem Gas abhängig waren, das übrigens auch nicht billiger war, sondern einfach nur den Marktpreisen entsprochen hat.
Und ja, wir müssen gleichzeitig auch sehen, dass Erdgas noch länger in diesem Land gebraucht werden wird. Wir brauchen es für technische Anwendungen, in der Industrie, für Wärme und, und, und. Also Erdgas wird uns noch längere Zeit begleiten, obwohl wir ein sehr klares Bekenntnis haben, dass wir raus aus den Fossilen wollen. Das geht aber halt auch nicht immer mit der Brechstange, sondern es geht mit Plan, mit Tempo und mit Effizienz.
Was heißt das also konkret? – Wir müssen den Gasbezug, solange wir ihn brauchen, diversifizieren. Das heißt, wir brauchen unterschiedliche Lieferanten von Gas, und von denen gibt es inzwischen Gott sei Dank auch immer mehr. Wir haben Norwegen, Rumänien, es gibt auch weitere LNG-Quellen. Das heißt, da müssen wir diversifizieren, denn wer nicht diversifiziert, macht sich abhängig und erpressbar, und wie das ausgegangen ist, haben wir ja gesehen, als Herr Seele noch Geschäftsführer der OMV war.
Zweitens: Wir müssen die Infrastruktur so weiterentwickeln, dass sie zur Zukunft passt. Das heißt, wir müssen nachdenken: Wo sind die Wasserstoffnetze der Zukunft? Wir müssen uns Speichernetze generell anschauen, erneuerbare Gase gut in den Mix einbringen. Mehr Flexibilität ist besonders wichtig. Und ja – und auch das ist ein wichtiger Punkt, vom Rechnungshof natürlich zu Recht gebracht –, wir brauchen natürlich immer Transparenz, damit der Staat auch die Informationen hat, um vorzuplanen.
Ich möchte abschließend sagen: Klimaschutz geht nicht gegen die Menschen oder gegen den Standort, Klimaschutz geht nur miteinander. Deswegen stehe ich auch vollkommen zu dem, was wir als NEOS von Anfang an gesagt haben: Wir müssen Umwelt und Wirtschaft verbinden. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
18.31
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Nina Tomaselli. – Frau Abgeordnete, ich weise Sie darauf hin, dass die Restredezeit Ihrer Fraktion 2 Minuten beträgt. (Abg. Tomaselli [Grüne]: Glatt 2 Minuten?) – Ja, glatt 2 Minuten. (Abg. Tomaselli [Grüne]: Okay, wunderbar! Dann versuchen wir, das in 2 Minuten runterzukriegen!)
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.