RN/151
18.32
Abgeordnete Mag. Nina Tomaselli (Grüne): Danke, Herr Präsident! Ich glaube auch, dass die Vorkommnisse bei der Wien-Energie – das sehe ich ähnlich wie Kollegin Doppelbauer – schon etwas gezeigt haben. Jetzt wollen wir uns nicht quasi am Wort aufspießen, aber die Geschäftsstrategie hat mindestens ein spekulatives Element gehabt. Ich weiß schon, die SPÖ kriegt, wenn man das Wort Spekulation verwendet, fast eine allergische Reaktion, aber Spekulation bedeutet ja auch, dass man auf Erwartungen beruhende Geschäfte mit der Hoffnung, dass am Ende schon alles gut - - (Abg. Herr [SPÖ]: Es liegt der Bericht vor, der belegt, dass es nicht spekulativ war!) – Ich erkläre das jetzt gerade, Julie. (Abg. Herr [SPÖ]: Ja! Im Bericht steht was anderes!)
Genau das war da der Fall, denn ein Geschäftsmodell, das im Extremfall plötzlich Sicherheiten von 3,5 Milliarden Euro braucht, ist nicht solide. Das ist eine End-of-Pipe-Strategie, weil das nur funktioniert, solange die Märkte ruhig bleiben. Wenn aber der Tag X und der Preissprung kommen, braucht man sofort Milliarden an Garantien.
Warum konnte man dieses Risiko überhaupt eingehen? – Das finde ich auch sehr wesentlich: weil man sich darauf verlassen hat, dass am Ende des Tages eh die Holding, die Stadt Wien und der Bund zur Not einspringen werden. Mit anderen Worten: Man konnte die Börsenrisiken nur eingehen, weil die öffentliche Hand als Sicherheitsnetz immer im Hintergrund stand. Meiner Meinung nach hätte sich das ein privates Unternehmen nicht leisten können. Die wären in der Sekunde schachmatt gesetzt worden, weil man dann Liquidität bringen hätte müssen.
Das Enttäuschende bei der Wien-Energie ist ja gerade, dass man sich von einem Unternehmen, das in der öffentlichen Hand ist, das Teil der Daseinsvorsorge ist, eigentlich erwartet, dass man besonders verantwortungsvoll und vorsichtig vorgeht. Da hätte man nie auf eine Strategie setzen dürfen, bei der ja offenbar niemand beantworten konnte: Was passiert denn wirklich am Tag X, wenn es diese Preissprünge gibt? Das war da aber der Fall. (Beifall bei den Grünen. – Präsident Haubner gibt das Glockenzeichen.) – Eine Punktlandung.
18.34
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Johann Höfinger. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 3 Minuten ein, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.