RN/86

16.55

Abgeordnete Rosa Ecker, MBA (FPÖ): Danke, Herr Präsident! Frau Minister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Damen und Herren! Heute reden wir über den Frauensport, über Fairness, über Sicherheit, und dazu haben wir eine Teilnahmepflicht nach dem biologischen Geschlecht gefordert. Da die Einheitspartei aus Schwarz, Rot, NEOS und Grün diesen Antrag ablehnt, sprechen wir heute auch über die Tatsache, dass außer der FPÖ keiner mehr für biologische Frauen aufsteht, denn eines ist klar: Frauenbewerbe gibt es nicht aus Laune. Es gibt sie, weil das biologische Geschlecht im Sport zählt, weil es um Kraft geht (Zwischenruf des Abg. Michael Hammer [ÖVP]), um Muskelmasse, um Knochenbau, um Reichweite, um Schnelligkeit. – Ich weiß nicht, ob Sie beim Sport der Schnellste sind, Herr Kollege. 

Es gibt Fälle, wo Transfrauen ihren Testosteronspiegel mit Hormonen senken, um als biologischer Mann gegen echte Frauen antreten zu können. Es geht um Mädchen, die jahrelang trainieren. Es geht um Sportlerinnen, die ihre Chancen verlieren. 

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie werden sich alle noch an den Fall erinnern, als beim Boxkampf bei den Olympischen Spielen ein biologischer Mann eine biologische Frau im Frauenbewerb brutalst verprügelt hat und straffrei den Kampf gewonnen hat. 

Dann heißt es: Der olympische Gedanke zählt!, und: Dabei sein ist alles! – Nein, der olympische Gedanke ersetzt keine fairen Regeln. Auch IOC nennt Sicherheitsaspekte, Fairness und Integrität des Frauensports als Begründung für neue Regeln. IOC, Fina und World Athletics stellen wieder stärker auf das biologische Geschlecht ab. 

Und was macht unser Vizekanzler und Sportminister – der im Übrigen heute wieder nicht da ist – und leider auch Sie, Frau Frauenministerin? – Nichts. Denn Sie sind oder fühlen sich zumindest nicht zuständig. Sie verweisen auf die Verbände, auf die Vereine, auf alle Möglichen, die reagieren könnten, und ducken sich vor der eigenen Verantwortung. 

Beim Verteilen von Förderungen ist der Bund schnell zuständig. Beim Foto mit erfolgreichen Sportlern ist die Regierung schnell dabei. Am Foto gaberlt sogar der Vizekanzler vor dem Parlament. Bei schönen Worten über Gleichstellung ist die Regierung immer vorne, aber wenn biologische Frauen im Sport Schutz brauchen, dann heißt es plötzlich: Dafür sind wir nicht zuständig! – Das ist schon bemerkenswert bequem. 

Der Herr Vizekanzler und Bundesminister für Sport, wie hat er sich denn für die Sportlerinnen eingesetzt? Hat er mit den Sportverbänden zu diesem Thema gesprochen? Hat er sie eingeladen? Hat er mit betroffenen Sportlerinnen gesprochen? Hat er mit den Trainern gesprochen? Hat er die Vereine gefragt, ob sie andere Regeln brauchen? Hat er geprüft, ob Bundesförderungen an faire Frauenbewerbe gebunden werden können? Hat er klare Leitlinien vorgelegt? 

Wissen Sie, sehr geehrte Damen und Herren, die schweigende Mehrheit sieht längst, was hier passiert. Viele trauen sich nicht, es auszusprechen, weil sie sich keinem Diskriminierungsvorwurf aussetzen wollen. Schweigen schützt aber keine einzelne Sportlerin. Unser Standpunkt ist eindeutig: Für Frauensport muss das biologische Geschlecht maßgeblich sein. 

Der Vizekanzler und Sportminister soll uns nicht erklären, warum er nichts tun kann; er soll uns besser erklären, warum er bis jetzt nichts getan hat – denn er kann Förderungen an klare Schutzregeln knüpfen, und er kann sagen: Wer öffentliches Geld bekommt, muss faire und sichere Frauenbewerbe garantieren! (Beifall bei der FPÖ.)

Frau Minister, wer Frauenförderung ernst nimmt, der darf auch die biologischen Frauen im Sport nicht im Stich lassen! Stellen Sie sich die Sportlerinnen und die Mädchen in den Vereinen vor! Stellen Sie sich jene Frauen vor, die sich selbst nicht mehr zu sagen trauen, was viele längst denken. 

Und kommen Sie bitte den Sportlerinnen nicht mit dem Satz: Der olympische Gedanke zählt!, denn Frauen brauchen keinen Vizekanzler und Sportminister und keine Frauenministerin, die nur bei Siegerehrungen sichtbar ist. Und verstecken Sie sich nicht hinter dem Satz: Nicht zuständig! Das ist keine Führung, das ist Arbeitsverweigerung. Sie schauen weg und sie zucken mit den Schultern: Nicht zuständig!

Ein Sportminister, der sich aus der Verantwortung stiehlt, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihn niemand mehr ernst nimmt. Die Frauen in diesem Land haben Minister verdient, die für sie kämpfen, und keine, die sich wegducken. (Beifall bei der FPÖ.)

17.00

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Abgeordneter Köllner. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.