RN/87

17.00

Abgeordneter Maximilian Köllner, MA (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Damen und Herren! Herr Präsident, ich bitte jetzt schon um Verzeihung, falls ich nicht meine gesamte Redezeit zu diesem gegenständlichen Antrag reden kann, aber der Inhalt gibt es schlichtweg einfach nicht her. Dementsprechend werden wir das sehr schnell abhandeln. 

Liebe Zuseherinnen und Zuseher, Sie sind gerade wieder Zeuge oder Zeugin des Verfolgungswahns der FPÖ geworden. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Grünen. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Hallo, das ist eine Geisteskrankheit ...!) 

Ich sage gleich warum, Frau Kollegin Belakowitsch. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir haben keinen Verfolgungswahn!) Worum es bei diesem unwürdigen Antrag nämlich wieder geht, liegt schon auf der Hand: Die FPÖ braucht ja immer, wie wir wissen, ein Feindbild. Sie braucht etwas, wo man hineinspalten kann, spalten in Gut und Böse, in Inländer und Ausländer, in Heteropersonen oder LGBTIQ-plus-Personen, und nachdem Asyl, die Asylwerberinnen und Asylwerber, nicht auf der Tagesordnung stehen: Dann nehmen wir halt den Sport her und probieren wir es (Zwischenruf der Abg. Ecker [FPÖ]), über den Sport hineinzuspalten, die Menschen wieder auseinanderzudividieren. 

Was ihr hier aber fordert – seid mir bitte nicht hab! –, ist kein Fall für das Parlament (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Sondern?), sondern das ist schlichtweg eine Angelegenheit von Sportorganisationen – national und international –, und sonst gar nichts. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Na national ist sehr wohl fürs Parlament!) Die entscheiden nämlich über ihre Regularien bereits jetzt, wer bei welchem Wettbewerb antreten darf (Zwischenrufe bei der FPÖ), und ich glaube, das ist auch gut so. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen.)

Und ja, natürlich sollen bei einer Männerfußballweltmeisterschaft Männer (Ruf bei der FPÖ: Ja eben!) gegeneinander antreten oder bei einem 100-Meter-Olympialauf der Frauen Frauen – logisch. Wenn es Zweifel gibt, dann sollen Fifa und IOC entscheiden, ob diese Person zugelassen ist oder nicht (Abg. Shetty [NEOS]: Nicht Dagmar Belakowitsch!), aber nicht dieses Hohe Haus, bitte schön. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich glaube, das ist der falsche Platz. Oder seid ihr jetzt plötzlich alle Ärzte? (Abg. Steiner [FPÖ]: So wie die Boxerin bei der Olympiade! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Aber du noch weniger! Die Frau Khelif ist ein Mann, Punkt! Das war von Anfang an klar!) 

Unser Anspruch ist klar: Fairness, Chancengleichheit und Integrität sind zentrale Werte des Sports. Sport muss auch für alle da sein, deswegen ist es auch gut, dass es sowohl den Spitzensport, aber auch den Breitensport gibt, denn Sport muss Gesundheit fördern, Sport soll Chancen eröffnen und vor allem den Zusammenhalt stärken (Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ]), meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)

In Richtung FPÖ: Die größte Stärke, und das müsst auch ihr anerkennen, die wahrscheinlich größte Stärke im Sport ist sein inklusiver, integrativer Charakter. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Sehr inklusiv!) Hautfarbe, Herkunft, Religion – bitte schauen Sie ins österreichische Fußballnationalteam! – spielt absolut keine Rolle (Abg. Steiner [FPÖ]: Was hat das damit zu tun? – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was hat das damit zu tun, dass Männer Frauen im Sport schlagen?), im Gegenteil, er verbindet Menschen miteinander. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie des Abg. Strasser [ÖVP].

Und bitte – bitte! – missbraucht daher nicht den Sport, um billig politisches Kleingeld zu wechseln. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie des Abg. Strasser [ÖVP]. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das, was du machst, ist billig! Und Frauenverachtung ist es obendrein auch noch! – Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].) 

In Zeiten, in denen viele das Gefühl haben, nur negative Nachrichten zu hören, freue ich mich ja, etwas Positives berichten zu können. Der Finanzminister hat in seiner heutigen Budgetrede bereits einiges angesprochen, auch in Richtung des Sports. Trotz schwierigster budgetärer Voraussetzungen ist uns ein sportpolitischer Meilenstein gelungen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Das ist ein echter Frauenfeind!) Wir kennen alle die budgetäre Situation, die von Kriegen verursacht wurde und auch von der Vorgängerregierung, von den Vorgängerregierungen – da lasse ich auch die FPÖ nicht aus – hinterlassen wurde. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ja, wir haben einen Überschuss hinterlassen! Das ist euch noch nie gelungen!) Der ist sehr schwer, dieser Rucksack. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Schauen wir mal ins Burgenland!) Mit dem Ausbau der täglichen Bewegungseinheit um 5 Millionen Euro – 5 Millionen Euro mehr für dieses Projekt! – ist uns in dieser schwierigen budgetären Zeit wirklich etwas Großes gelungen. (Beifall bei der SPÖ.)

Gestartet hat dieses Projekt einst 2009 als Bewegungsoffensive für Kinder unter SPÖ-Sportminister Darabos, und es ist mittlerweile ein Erfolgsprojekt geworden. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was hat das jetzt damit zu tun? Zur Sache!) Wir schaffen es, das jetzt auszubauen. 

Frau Staatssekretärin, für mich ist der konsequente Ausbau der täglichen Bewegungseinheit seit Tag eins hier im Hohen Haus mein persönlicher politischer Gradmesser. Ich glaube, wir müssen diesen Weg konsequent fortsetzen, und ich bin froh, mit dir auch eine Verbündete zu haben, die den Mehrwert sieht, den Sport und Bewegung für Kinder haben, für die körperliche als auch die geistige Gesundheit. Deswegen bin ich auch froh, dass du es geschafft hast, auch das Bildungsressort und das Gesundheitsressort an Bord zu bringen, dass die auch ihren finanziellen Beitrag leisten. 

Wenn wir in unsere Kinder investieren (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Können Sie zur Sache auch etwas sagen?), investieren wir ja auch in unsere Zukunft, denn die Talente von heute sind die Stars von morgen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

17.05

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Leinfellner. Die eingemeldete Redezeit: 4 Minuten. – Bitte Herr Abgeordneter. (Ruf bei der ÖVP: Das ist der mit den Schweinsköpfen!)

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.