RN/93

17.18

Abgeordnete Ricarda Berger (FPÖ): Danke schön, Herr Präsident! Geschätzte Frau Minister! Geschätzte Frau Staatssekretär! Werte Kollegen! Geschätzte Zuseher hier auf der Galerie und vor den Bildschirmen zu Hause! Ja, Kollegin Eder, Sie haben sich gefragt, warum wir das hier heute im Plenum diskutieren. Ich kann es Ihnen sagen: Der einzige Grund dafür ist, weil Sie das im Ausschuss abgelehnt haben. (Abg. Erasim [SPÖ]: Das ist ein Fristsetzungsantrag! – Zwischenruf des Abg. Köllner [SPÖ].) Das ist der Grund, warum wir heute hier darüber debattieren. (Beifall bei der FPÖ.) Normalerweise vertagen Sie das alles und schieben das alles auf die lange Bank (Abg. Erasim [SPÖ]: Sie kennen sich mit der Geschäftsordnung nicht aus!) – und das ist der Grund, warum wir heute darüber diskutieren. (Abg. Erasim [SPÖ]: Das ist ein Fristsetzungsantrag, den kann man nicht vertagen! – Abg. Köllner [SPÖ]: Sie haben keine Ahnung! – Abg. Strasser [ÖVP]: Das ist ja euer Antrag!) – Sodala, hätten Sie mir jetzt zugehört: Ich habe jetzt nicht gesagt, dass dieser Antrag vertagt worden ist. (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Die üblichen Anträge werden vertagt. Einfach zuhören, nicht immer, wenn ich rede, reinplärren! Das ist jedes Mal der Fall. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Erasim [SPÖ]: Lernen Sie Geschäftsordnung ...!)

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Frau Abgeordnete, Sie sind am Wort.

Abgeordnete Ricarda Berger (fortsetzend): Sodala, aber jetzt wieder zum Antrag (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Da muss man Ihnen etwas Gescheiteres aufschreiben!): Wer Frauenrechte ernst nimmt, muss auch den Frauensport ernst nehmen. Genau da erleben wir derzeit eine sehr bemerkenswerte Doppelmoral, meine sehr geehrten Damen und Herren: Jahrelang wurde uns erklärt, wie wichtig gleiche Chancen für Frauen sind, wie wichtig Schutzräume sind, wie wichtig Fairness ist, aber sobald es dann um den Sport geht, wollen plötzlich viele all diese Grundsätze über Bord werfen.

Die Wahrheit ist nämlich: Frauenbewerbe wurden dazu geschaffen, damit Frauen unter fairen Bedingungen gegeneinander antreten können – nicht aus Bosheit, nicht aus irgendwelchen Diskriminierungsgründen, sondern aus Respekt vor der Leistung, vor der Sportlerin. Deshalb ist die Frage sehr, sehr einfach: Wollen wir den Frauensport schützen oder wollen wir ihn einer ideologischen Experimentierwiese opfern?

Wir haben dazu im Sportausschuss, aber auch im Gleichbehandlungsausschuss Anträge eingebracht, und unser Vorschlag ist sehr klar: Die Teilnahme an Frauenbewerben soll einzig und allein nach dem biologischen Geschlecht erfolgen. (Abg. Hechenberger [ÖVP]: Verstehst es nicht, ...? Sie versteht es nicht!) Doch was ist passiert? – Sie, die selbst ernannten Vorkämpfer für Frauenrechte, haben dagegengestimmt.

Da frage ich Sie schon: Wo bleibt da die Solidarität mit den Mädchen, die jahrelang trainieren? Wo bleibt die Unterstützung für die Sportlerinnen, die auf faire Wettbewerbsbedingungen vertrauen? Wo bleibt Ihr Einsatz für jene Frauen, die sich nicht trauen, ihre berechtigten Sorgen öffentlich auszusprechen, weil sie sofort als intolerant abgestempelt werden? Wo ist der Aufschrei? Es ist Ihrerseits auch nicht mutig, jede Kritik irgendwie als intolerant darzustellen, und es ist nicht progressiv, biologische Realität zu leugnen. (Beifall bei der FPÖ.)

Es hat auch nichts mit Gleichstellungspolitik zu tun, wenn am Ende die Interessen der Frauen auf dem Altar einer Ideologie geopfert werden, denn eines muss schon in aller Deutlichkeit gesagt werden: Die Realität lässt sich schlichtweg nicht wegdiskutieren. (Zwischenruf der Abg. Baumgartner [ÖVP].) Ich kann mich mit 40 Jahren wie 25 fühlen, trotzdem ändert es nichts an meinem Geburtsdatum. Ich kann mich wie eine 2 Meter große Frau fühlen, trotzdem wird das Maßband etwas anderes zeigen. Genau das Gleiche gilt auch dabei, wie man sich fühlt: Ob ich ein Hund, eine Katze oder eine Mickymaus bin – das biologische Geschlecht ändert sich dadurch schlichtweg nicht. Buben sind Buben, und Mädchen sind Mädchen. (Beifall bei der FPÖ. Zwischenruf bei der SPÖ.)

Gerade im Sport, wo Fairness und Sicherheit von körperlichen Voraussetzungen abhängen, dürfen wir diese Tatsachen einfach nicht ignorieren. Wissen Sie, was viele Frauen in diesem Land besonders verärgert? – Dass gerade jene Parteien, die sich sonst sehr, sehr lautstark als Vertreter der Frauen inszenieren, plötzlich schweigen, wenn Sportler auf faire Bedingungen pochen. (Abg. Bogner-Strauß [ÖVP]: ... Sportlerinnen! ... gendern!) Da wird dann von Empowerment gesprochen, aber wenn Frauen ihre Stimme erheben und sagen: Wir wollen einen geschützten Frauensport!, dann werden sie belehrt, diffamiert oder ignoriert. Das ist keine Gleichstellungspolitik, sondern das ist die vorhin bereits erwähnte Doppelmoral.

Lassen Sie mich aber vielleicht noch kurz über jene Sportarten sprechen, in denen es nicht nur um Platzierungen oder Medaillen geht, nämlich über den Kontaktsport: Da geht es um körperliche Unversehrtheit von Sportlerinnen, da geht es um gebrochene Knochen, Kieferbrüche, Gehirnerschütterungen und im schlimmsten Fall, ja, auch um zerstörte sportliche Karrieren. Das ist schlichtweg lebensgefährlich. Wer diese Sorgen von Sportlerinnen einfach unter den Tisch wischt, der handelt definitiv nicht verantwortungsvoll. Die Sicherheit von Frauen im Sport darf kein ideologisches Experiment sein, sondern sie muss oberste Priorität haben. (Beifall bei der FPÖ.)

Unsere Aufgabe als Politiker ist nicht, unbequeme Fragen irgendwie zu verdrängen – unsere Aufgabe ist, die Interessen jener zu schützen, die auf faire und sichere Rahmenbedingungen vertrauen, und das sind die Mädchen und die Frauen in unserem Sport. Die Menschen draußen verstehen die Debatte sehr wohl: Sie wissen, dass Gleichberechtigung nicht bedeutet, die Unterschiede zu ignorieren, und sie wissen auch, dass Fairness keine Nebensache ist. Sie erwarten sich, dass wir das auch mutig aussprechen. Unsere Botschaft als Freiheitliche ist klar: Frauen haben ein Recht auf Fairness, Mädchen haben ein Recht auf gleiche Chancen, und der Frauensport hat ein Recht auf Schutz. Dafür stehen wir Freiheitliche ein. (Beifall bei der FPÖ.)

Wir werden die Interessen der Sportlerinnen sicher nicht aufgeben – nicht heute, nicht morgen und schon gar nicht aus irgendwelchen ideologischen Gründen, denn der Frauensport braucht schlichtweg keine ideologischen Belehrungen. Das Einzige, was der Sport braucht, ist Schutz. (Beifall bei der FPÖ.)

17.23

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Brandstötter. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.