RN/94

17.24

Abgeordnete Henrike Brandstötter (NEOS): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Kolleginnen und Kollegen! Ich bin stolze liberale Feministin, und ich fühle mich durch den Antrag der FPÖ gefrotzelt. (Beifall des Abg. Oberhofer [NEOS].) Ich sage Ihnen auch gerne, warum ich mich gefrotzelt fühle: Ich will, dass Frauen ein gelingendes, gewaltfreies und gewinnendes Leben führen können, und zu gewinnend gehört auch, dass sie sich im Sport nicht mit Menschen, die ihnen körperlich einfach überlegen sind, messen müssen.

In der Wiener Frauen-Landesliga – das ist übrigens die dritthöchste Spielklasse im Land – spielen im Klub auch Personen, die optisch als Mann gelesen werden: Sie haben männliche Gesichtszüge, sie haben Bartwuchs. Auffällig ist auch, dass einige von ihnen aus Deutschland kommen, wo ja seit zwei Jahren das Selbstbestimmungsgesetz in Kraft ist und es auch ganz leicht möglich ist, sein Geschlecht selbst zu definieren und auch zu wechseln. Relevant für die Teilnahme an Frauenwettbewerben ist, was im Ausweis steht, und nicht, was man sieht oder zu sehen glaubt. Wenn im Ausweis steht, dass es sich bei der Person um eine Frau handelt, dann müssen die Vereine das auch dementsprechend akzeptieren.

Jetzt haben wir das Problem oder das Thema, dass es in immer mehr Frauensportarten auch männliche Transpersonen gibt. Das ist ein globales Thema, das muss besprochen werden, das muss diskutiert werden. Es ist ein kontroversiell diskutiertes Thema, aber die Art und Weise, wie Sie das diskutieren und wie Sie darauf blicken, ist ja in keiner Art und Weise irgendwie gelingend. Sie wollen einfach nur spalten – das ist quasi einfach ein Naturgesetz. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Was hat das mit Spalten zu tun? – Abg. Darmann [FPÖ]: Das ist deine Meinung, die muss aber nicht richtig sein!) Wenn Sie dieses Thema besprechen, dann wollen Sie in null von 100 Fällen auch tatsächlich eine Lösung haben, sondern immer nur Krawall und Remmidemmi. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Abg. Darmann [FPÖ]: Unterstellung! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: ... dagegen sein!)

By the way, weil ich es hier gerade sehe: Sie haben ja auch eine durchaus genderfluide Seite auf dem Plakat (ein Plakat der FPÖ mit einer Einladung zum Volksfest am Stephansplatz in die Höhe haltend), mit dem Sie Ihr Volksfest auf dem Stephansplatz ankündigen. Sehe ich hier eine Person im Dirndlkleid mit Bart? Wie kann das passieren? (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Die Rednerin legt das Plakat auf den Platz von Abg. Kassegger.) – Das passiert, wenn man die KI einfach nicht im Griff hat.

Also beim Frauensport kommen genau diese zwei unterschiedlichen Sichtweisen - - Ja, bitte schauen Sie (in Richtung FPÖ) ganz genau hin – ich kann Ihnen gerne erklären, wie ein Mann ausschaut, wie eine Frau ausschaut: Ja, warm, wärmer – Happy Pride! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Rufe bei den NEOS: Bravo! – Abg. Shetty [NEOS]: Jawohl!)

Zurück zum Frauensport: Im Frauensport prallen zwei unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Auf der einen Seite werden im Frauensport Fairness, Chancengleichheit und Schutz eingefordert, und auf der anderen Seite werden die vollkommene Gleichberechtigung und auch der Zugang für alle selbst definierten Geschlechteridentitäten gefordert. Wir stehen am Anfang einer Debatte – auch das (in Richtung FPÖ) ist eine Debatte, aber das können Sie mit Ihrem Grafiker machen –, in der einiges unter einen Hut gebracht werden muss. Was man aber nicht unter einen Hut bringen kann, ist, dass man Sportverbänden anschafft, wie sie sich zu organisieren haben, wie sie ihre Regeln gestalten. Der FPÖ ist es ja immer so wichtig, dass es um die Autonomie des Sports geht: Die Autonomie des Sports wird in vielen Anträgen immer und immer wieder betont, aber jetzt wollen Sie genau diese Autonomie aushebeln, und das ist einfach nicht möglich, denn das wird eben von den Verbänden bestimmt.

Wenn Herr Leinfellner sagt, das sind alles immer nur billige Ausreden, man müsse nur etwas unternehmen: Ja, bitte, der Kollege von der Fifa, Infantino, der gerade auf seinem Geldberg in den USA sitzt – rufen Sie ihn an, wirken Sie auf ihn ein! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Positiv hervorzuheben ist, dass die FPÖ ihre feministische Seite entdeckt hat. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir haben keine feministische Seite!) Also vielen Dank auch dafür – Sie sind offensichtlich lernfähig. Es wäre halt schön, wenn dieses feministische Bekenntnis der FPÖ nicht nur dann zutage tritt, wenn es darum geht, billige Punkte zu machen. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)

17.28

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Sunitsch. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.