RN/98

17.38

Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport MMag. Michaela Schmidt: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Werte Zuseher und Zuseherinnen auf der Galerie und via Livestream! Die vorliegenden Anträge behaupten, das Anliegen zu verfolgen, faire Wettbewerbsbedingungen im Frauensport sicherstellen zu wollen. Das Ziel wird von der Bundesregierung und auch von mir als Sportstaatssekretärin ausdrücklich geteilt. Fairness, Chancengleichheit und vor allem die Sicherheit aller Sportlerinnen und Sportler sind grundlegende Prinzipien unseres Sportsystems.

Dabei hat erstens die Politik die Autonomie des Sports zu respektieren. Diesem Grundkonsens sollten und haben sich in der Vergangenheit auch alle hier im Haus befindlichen Fraktionen anschließen können. Die Ausgestaltung von Teilnahmebestimmungen liegt natürlich grundsätzlich in der Verantwortung der zuständigen Verbände, national und international, die ihre Regelungen hoffentlich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, internationale Standards und die jeweiligen Gegebenheiten des Sports und nicht auf ideologische Bauchgefühle stützen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) 

Nach Meinung der Bundesregierung ist es auch am besten, wenn Verbände selbst die Wettkampfregularien für ihre eigene Sportart festlegen und nicht politische Akteure das Ruder übernehmen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)

Zweitens verfügen bereits viele internationale und nationale Sportverbände über differenzierte Regelwerke, die auch den jeweiligen Anforderungen der einzelnen Sportarten Rechnung tragen – Abgeordnete Eder hat viele davon bereits aufgezählt. Dabei werden eben Aspekte wie Fairness, wie Sicherheit, wie Inklusion sportartspezifisch im Detail bewertet. Das ist entscheidend, denn wie wir alle wissen unterscheiden sich natürlich die Herausforderungen beispielsweise im Schwimmsport von einer Sportart wie Reiten, wo auch allen bekannt ist, dass dort Frauen und Männer in der gleichen Kategorie und gegeneinander antreten – und das hat durchaus zu Olympiasiegerinnen aus Österreich geführt. Es unterscheidet sich auch ein Laufsport im Wettbewerb von der Frage einer Breitensportlaufveranstaltung, bei der es darum geht, Menschen in Bewegung zu bringen, Frauen in Bewegung zu bringen.

Daher ist es eben – drittens – wichtig, dass wir faktenbasiert und mit Respekt vor der Vielfalt des Sports und der Autonomie des Sports vorgehen und nicht auf Basis einer politischen Hysterie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Hysterie!?)

Dort, wo es aufgrund der biologischen Gegebenheiten zu Verzerrungen oder zu Beeinträchtigungen der Integrität des Frauensports und seiner Wettbewerbe kommen kann, darf oder wird, soll der Sport eben Regeln machen und hat diese auch schon gemacht. 

Unser Ziel als Bundesregierung und mein Ziel als Sportstaatssekretärin ist es jedenfalls weiterhin, sowohl faire Wettbewerbsbedingungen für die Frauen als auch einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang mit allen Menschen im Sport zu garantieren. Der Sportplatz ist der Ort, wo unsere Gesellschaft zusammentrifft, wo sich Menschen treffen, die sich sonst im Leben vielleicht nicht so treffen würden und wo es eben nicht darauf ankommt, wo eine Person herkommt, welches Einkommen die Eltern haben, welche sexuelle Ausrichtung diese Person hat, wie groß oder wie klein sie ist oder welches Geschlecht sie hat. Das ist der Sport, den wir in Österreich haben wollen, und für diesen Sport kämpfen wir auch. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)

17.42

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Schuh. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.