RN/100

17.45

Abgeordnete Petra Tanzler (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Wenn wir heute über Sport sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Medaillen, über Tabellen oder Rekorde, wir sprechen auch über Kinder, die Selbstvertrauen gewinnen sollen, über Mädchen, die lernen, an sich zu glauben, und über Jugendliche, die Freundschaften fürs Leben schließen – aber auch über Tausende Ehrenamtliche, die Woche für Woche dafür sorgen, dass Sport überhaupt möglich ist. 

Der vorliegende Antrag der FPÖ liefert aber keine Antworten auf die Fragen, die den Sport wirklich bewegen: Er schafft keine zusätzlichen Angebote, er bringt kein einziges Kind mehr in den Verein, er stärkt keine Ehrenamtlichen und er löst keines der großen Probleme, die derzeit wirklich auf der Tagesordnung stehen. Genau deshalb finde ich es schwach, wenn Sport hier für politische Kulturkämpfe missbraucht wird. 

Kollegin Ecker, Sie haben ganz am Anfang der Debatte eine Frage gestellt: Sie haben gefragt, ob das Ministerium überhaupt Gespräche mit Verbänden und Verantwortlichen geführt hat. – Da muss ich wirklich die Frage an Sie zurückgeben: Hätten Sie mit jenen Verantwortlichen gesprochen, dann würden wir hier nicht stehen und über diesen Antrag reden, dann hätten Sie sich informiert! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)

Sport braucht Fairness, er braucht Chancengleichheit und er braucht Integrität, aber genau deshalb braucht es auch unterschiedliche Lösungen und keine einfachen Schlagworte für so komplexe Fragen. Ich bin überzeugt, dass die größte Herausforderung derzeit ist, Menschen und vor allem Kinder überhaupt wieder für den aktiven Sport und für Bewegung zu begeistern. 

Wir sehen nämlich, dass Kinder immer weniger Bewegung machen, dass sie gesundheitliche Probleme bereits im Jugendalter haben, und wir sehen, dass Vereine händeringend nach Funktionärinnen und Funktionären suchen, nach Trainerinnen und Trainern, und wir sehen, dass für Familien Sportangebote zunehmend eine finanzielle Belastung werden – und darauf müssen wir hier unsere Energien richten. (Beifall bei der SPÖ.)

Deshalb ist auch die tägliche Bewegungseinheit in den Schulen so wichtig. Es ist weit mehr als ein Sportprojekt: Es ist ein Gesundheitsprojekt, es ist ein Bildungsprojekt und es ist ein Projekt für Chancengerechtigkeit. Als Lehrerin und Direktorin weiß ich, wovon ich rede und wie wichtig das ist. 

Es ist ein wichtiges Signal, dass die tägliche Bewegungseinheit erstmals für mehrere Jahre abgesichert werden konnte. Wir haben sie als SPÖ ja bereits 2009 eingeführt, und unser Sportsprecher Max Köllner hat die letzten sieben Jahre an vorderster Front dafür gekämpft, dass sie wirklich längerfristig abgesichert werden kann – danke dafür! (Beifall bei der SPÖ.)

Unser Ziel muss es sein, das gemeinsam mit den Bereichen Bildung und Gesundheit weiter auszubauen, um eben noch mehr Kinder zu erreichen und die Qualität auszubauen, denn für jedes Kind ist Bewegung ein Gewinn für seine Gesundheit, für seine persönliche Entwicklung, und für unsere Gesellschaft ist sie ein Mehrwert. Dort sollen wir den Fokus setzen. 

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sport hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen. Er schafft Gemeinschaft, er schafft Selbstvertrauen, er schafft Chancen und er ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und somit in die Zukunft unseres Landes. Darauf setzen wir, nicht auf Abgrenzung, Ausgrenzung oder Konflikte (Abg. Wurm [FPÖ]: ... Stehsätze immer!), deshalb stimmen wir dem Antrag nicht zu! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

17.49

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Belakowitsch. 3 Minuten eingemeldete Redezeit.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.