RN/101

17.49

Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Vielen herzlichen Dank, Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren, die Sie dieser Debatte jetzt noch folgen! Ja, es geht um Fairness im Frauensport. Wir haben hier auf der Regierungsbank eine Frauenministerin sitzen, die sich ja so gern für Frauenrechte einsetzt. Interessanterweise aber, wenn es dann darum geht, wirklich auch für Frauenrechte einzustehen, nämlich in einem sehr sensiblen Bereich (Abg. Erasim [SPÖ]: Dann tut sie das auch!), dann tut sie das eben nicht, Frau Kollegin. Da kommen dann die Hundertsten Ausreden, warum das nicht geht und warum jenes nicht geht und warum man das eigentlich alles nicht machen kann. Selbstverständlich könnte man!

Jetzt gehen wir zurück ins Jahr 2024, zu den Olympischen Spielen, die eine internationale Diskussion ausgelöst haben. Das ist ja kein rein österreichisches Phänomen, sondern das ist natürlich auf internationaler Ebene gewesen. Da gab es einen männlichen Boxer – es waren übrigens zwei, es war nicht nur Herr Imane Khelif –, einen biologischen Mann, Frau Kollegin Prammer, der auch nach den Olympischen Spielen noch eingestanden hat, sich einer Hormonbehandlung unterzogen zu haben, damit sein Testosteronspiegel – falls Sie es nicht wissen: Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon – auf null gesetzt wird. Also wenn er Testosteron im Blutspiegel hat, das er auf null setzen muss, ist er biologisch einmal ein Mann. (Beifall bei der FPÖ.) 

Des Weiteren hat er zwei Geschlechtschromosome, ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom. Spätestens jetzt müssen auch Ihre Zweifel beseitigt sein: Er ist biologisch ein Mann. 

Ich möchte ihm nicht absprechen, dass er trainiert hat, das will ich ihm nicht absprechen. Aber wissen Sie, auch viele, viele andere junge Kinder, Mädchen trainieren. Und es hat auch die junge Italienerin, die 46 Sekunden im Ring gestanden ist, hart trainiert, ihre gesamte Kindheit hart trainiert, auf vieles verzichtet, um dann in 46 Sekunden k. o. geschlagen zu werden, worauf sie in Tränen ausgebrochen ist und gesagt hat, so brutal sei sie noch nie zusammengeschlagen worden. Und die Weltöffentlichkeit hat zugesehen und hat applaudiert.

Das ist genau dieser Fall, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Und dann hat man sogar beim IOC umgedacht: Bei den nächsten Olympischen Sommerspielen 2028 werden erstmals Gentests für Teilnehmerinnen durchgeführt, also für den Frauensport. Es ist zu begrüßen, meine Damen und Herren, dass das IOC das endlich eingesehen hat. (Beifall bei der FPÖ.)

So, und jetzt, meine Damen und Herren, brechen wir das ein bisschen auf die nationale Ebene runter. Es gibt ja nicht nur Olympische Spiele, es gibt ja zum Beispiel auch österreichische Meisterschaften oder andere Meisterschaften, und das könnte man auch auf nationaler Ebene sofort einführen, wenn es berechtigte Zweifel gibt, dass ein Gentest durchgeführt wird.

Sie schütteln den Kopf und Sie machen sich hier für Menschen stark, die einfach ein unfaires System in unseren Sport hineinbringen. Es ist nämlich eine massive Benachteiligung von Mädchen und Frauen, vor allem im Kontaktsport. Ich weiß nicht, wer das heute erwähnt hat, beim Schachspielen wird es egal sein, ob Mann oder Frau, da ist der Körperkontakt eher nicht gegeben, aber gerade bei Kontaktsportarten, aber auch bei allen anderen Sportarten, bei denen die Körperkraft zählt, ist es unfair, weil Männer durch die männlichen Hormone einfach eine viel stärker ausgeprägte Muskulatur haben. Das ist die Biologie, die können Sie nicht umändern, da können Sie sich noch so bemühen, es ist nun einmal so. 

Auch unsere Mädchen – auch die Mädchen in der übrigen Welt, aber wir können hier herinnen nur Gesetze für Österreich beschließen –, die trainieren, viele, viele Jahre, haben dann das Recht, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen, dass sie faire Bedingungen vorfinden. Und faire Bedingungen finden sie nur dann vor, wenn sie gegen Personen kämpfen, die ihnen körperlich quasi gleich sind. Es gibt ja bei manchen Sportarten verschiedene Gewichtsklassen für ein und dasselbe Geschlecht. Warum wurde denn das eingeführt? – Damit eben die Bedingungen fair sind.

Aber da plötzlich, wenn es darum geht, dass man Transfrauen nicht an Frauenbewerben teilnehmen lässt, da plötzlich glauben Sie, Sie müssen jetzt irgendwelche feministischen Thesen aufstellen. Und die ÖVP ist halt die ÖVP. Sie wäre auch nicht die ÖVP, wenn sie nicht mit Ausreden hierherkäme, Frau Eder. Natürlich können wir das auf nationaler Ebene machen. Für nationale Bewerbe ist das gar kein Problem. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Strasser [ÖVP]: Es macht keinen Sinn, hat sie gesagt!) – Doch! Für die betroffenen Mädchen, Herr Kollege, macht das ganz viel Sinn, denn die können sich dann sicher sein, dass sie nur gegen andere Mädchen oder Frauen antreten und dass sie eben nicht auf eine Transperson treffen. (Abg. Strasser [ÖVP]: Die Probleme sind ja schon gelöst, Frau Kollegin!) Für die macht das ganz, ganz, ganz viel Sinn. (Abg. Erasim [SPÖ]: Die FPÖ spricht über Probleme, die schon gelöst sind!) Aber, liebe ÖVP, ich warte ja heute noch von euch auf die Korrektur, wie von Kollegen Gerstl angekündigt, dass man im Gleichbehandlungsgesetz wieder die Geschlechter Mann und Frau einfügt. Das haben Sie per Antrag nämlich abgeschafft. (Beifall bei der FPÖ.)

17.54

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Kugler. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Eine freiheitliche Pride am Stephansplatz, das wird lustig!)

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.