RN/102

17.55

Abgeordnete Dr. Gudrun Kugler (ÖVP): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich darf am Anfang einmal Folgendes festhalten: Es gibt zwei biologische Geschlechter, das sind Männer und Frauen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.

Männer sind Frauen im Sport überlegen und deswegen brauchen wir eigene, den Frauen vorbehaltene Kategorien im Sport. Das ist ganz klar und das stelle ich jetzt einmal hier außer Streit.

Die Volkspartei teilt das Anliegen des FPÖ-Antrages, allerdings kann das Parlament nur Gesetze für jene Bereiche beschließen, für die es zuständig ist. Frau Kollegin Belakowitsch! Ihr Antrag sagt, die Bundesregierung möge verbindlich regeln, wer bei welchen Sportwettbewerben teilnehmen darf. Und an den Worten „verbindlich regeln“ hapert es, denn das übersteigt die Zuständigkeit unseres Parlaments – und dass das international nicht funktioniert, wurde von Kollegin Eder schon sehr gut erklärt. (Beifall bei der ÖVP.)

Die Sportverbände müssen das selber regeln, aber was wir als Politikerinnen und Politiker tun können, ist, mit ihnen zu sprechen und sie dabei zu begleiten, und wir tun das. Ich war dort. Was ich aber nicht gesehen habe, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ, ist, dass zum Beispiel der damalige Sportminister Strache so etwas gemacht hätte. Ich freue mich aber, dass Sie es jetzt als Thema entdeckt haben. Das ist gut so, denn das Thema ist absolut wichtig. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch [FPÖ].)

Die gute Nachricht ist, dass die Sportverbände von sich aus die Frauenkategorie mehr und mehr den Frauen vorbehalten. Viele Beispiele wurden schon genannt, auch das IOC ist mit dabei. Vonseiten der FPÖ klingt das so, als ob sich niemand für Frauenrechte im Sport interessieren würde. Gott sei Dank stimmt das nicht, und mehr und mehr Sportverbände anerkennen die Realität von biologischen Frauen im Sport. 

Es ist ganz wichtig, die Anliegen der Athletinnen und der Sportlerinnen ernst zu nehmen, denn niemand spricht in der Geschichte vom Zweiten: Es gibt eine Frauenorganisation, die genau erhoben hat, wie viele Weltrekorde, wie viele Titel und Auszeichnungen den Frauen durch Männer gestohlen wurden. Sie kommt da auf 678 Rekorde, davon 39 Weltrekorde, und auf 1 093 Titel und Auszeichnungen, die Frauen vorenthalten wurden, weil Männer in ihren Kategorien in den letzten Jahren angetreten sind. Dagegen verwahren wir uns. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Als Heinz-Christian Strache von der FPÖ Sportminister war (Abg. Wurm [FPÖ]: Das ist zehn Jahre her!), nämlich 2018 und die Hälfte von 2019, waren das 449 Titel, die Frauen vorenthalten wurden. Ich habe lange recherchiert und keine einzige Stellungnahme von Heinz-Christian Strache dagegen gesehen. (Beifall bei der ÖVP.  – Abg. Wurm [FPÖ]: Das werde ich dem Strache sagen!)

Also: Es geht um Gerechtigkeit und Fairness; das haben wir heute gehört. Es geht um die Sicherheit der Frauen, gerade im Kontaktsport; das wurde auch gesagt. Es geht auch um die Situation hinsichtlich gemeinsamer Umkleiden, Duschen, Unterbringung und so weiter, aber vor allem, meine sehr verehrten Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen, geht es um die Vermeidung der Politisierung des Sports, und das muss von allen Seiten so gesehen werden.

Liebe Kollegen von der FPÖ! Es ist ein in der Sache wichtiges Anliegen – wir teilen das und stehen ganz gerade und stramm dahinter –, formal aber der falsche Weg. Wir von der Volkspartei kämpfen weiter für den Frauensport und den Vorbehalt des Frauensports für Frauen und Mädchen. Dabei geht es – und das sage ich jetzt zu allen – nicht um Ausgrenzung, sondern um Fairness. (Beifall bei der ÖVP.)

17.58

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Klubobmann Shetty. Die eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte, Herr Klubobmann.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.