RN/108

18.16

Abgeordnete Mag. Marie-Christine Giuliani-Sterrer, BA (FPÖ): Herr Präsident! Liebe Kollegen! Vor allem: Liebe Zuschauer! Was ich vor allem in der Rede von Herrn Lindner gehört habe – und er hat es schon irgendwie so geframt, dass nicht eindeutig herübergekommen ist, was er damit meint –, es war so in Richtung FPÖ, dass wir auch sagen: „An die Wand mit euch!“ – Ich würde Sie dringend ersuchen, Ihre Sprache und Ihre Stimme ein bisschen zu zügeln (Heiterkeit bei den Grünen), denn das ist sehr unappetitlich (Beifall bei der FPÖ) und das finde ich eines Hohen Hauses nicht würdig. Benehmen Sie sich besser! (Zwischenruf des Abg. Linder [FPÖ]. – Rufe bei den Grünen: Herr Präsident!)

Ich habe sehr viele Freunde, die lesbisch sind, die schwul sind und unterschiedliche sexuelle Ausrichtungen haben – ich finde das völlig in Ordnung, ich liebe sie alle. Ich habe einen Friseur, den ich heiß liebe, der kann Sie, Herr Lindner, nicht ausstehen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Shetty [NEOS]. – Zwischenrufe bei den Grünen.)

Und: Es gibt ein schwules Pärchen, das mir sehr ans Herz gewachsen ist, das hat mir eine ganz spannende Lektion beigebracht. Ich bin ja unter anderem auch Psychotherapeutin, und Empathie ist ein ganz wichtiger Punkt. Da geht es um Achtsamkeit, um liebevollen Umgang miteinander und um Wertschätzung. Und die haben mir gesagt: Giuli, hast du das nicht verstanden? Wir Schwule, wir sind die Empathischsten von allen, denn wir wissen genau, was die Frauen hören wollen, und wir wissen auch, was die Männer hören wollen! Empathisch sein hat nicht immer nur damit zu tun, dass ich das, was ich über den anderen erfahre, liebevoll verwenden werde, sondern ich kann es auch gegen ihn verwenden. (Zwischenruf bei den NEOS.)

Wenn ich mir die Rede von Herrn Shetty anhöre, dann hat er diese Orgel ganz wunderbar auf der emotionalen Ebene gespielt, denn er hat hier über Dinge geredet, die absolut privat sind, denn es soll jeder seine sexuelle Ausrichtung leben, aber das Ganze gehört nicht auf die Straße. (Abg. Shetty [NEOS]: Nur heiraten sollen sie nicht können!) – Sie haben die Orange nicht, ich habe sie. (Abg. Shetty [NEOS]: Ich habe keine Orange!)

Worum es mir wirklich geht, ist, dass es hier eigentlich um Frauensport gegangen ist. (Ruf: Das gehört nicht auf die Straße?!) Meine Kollegen haben sich bemüht - - (Zwischenrufe bei den Grünen.) – Ganz ruhig, liebe Leute, ihr könnt hier alle noch ganz viel reden! Es ging um Frauensport, und was wir bei den Olympischen Spielen gesehen haben, ist, dass eine Frau, die von einem Mann brutalst verdroschen worden ist, bitterlich geweint hat. Da waren wir uns alle einig – das fand ich schön –, dass so etwas nicht in Ordnung ist, und eine Kollegin der ÖVP, die sich im Sport gut auskennt, hat unterschiedliche Dinge angemerkt, die sicherlich brauchbar für eine intelligente Diskussion darüber, wie man hier gegenlenken kann, sind. 

Was mir am Schluss noch wichtig ist und was ich sagen möchte (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Sie haben noch gar nichts gesagt!), ist, dass die FPÖ eine aufgeschlossene Partei ist, die weder rechtsextrem ist, noch sonst irgendetwas gegen sexuelle Ausrichtungen hat. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei SPÖ, NEOS und Grünen.) Ja, ich weiß, vor lauter Verbitterung - - (Beifall bei der FPÖ.

Liebe Zuschauer, die Verbitterung der Verliererparteien ist derartig groß, dass ihnen nichts mehr anderes übrig bleibt, als ständig zu versuchen, die FPÖ als rechtsextreme und nicht verständnisvolle Partei zu framen. (Abg. Auer [SPÖ]: Ihr seids es ja! – Ruf bei den Grünen: Das sind Sie ja!) Das ist etwas – Sie kennen mich seit 35 Jahren aus dem Fernsehen (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Das war noch in schwarz-weiß damals!) –, was wir uns nicht gefallen lassen müssen, was wir entschieden zurückweisen. (Abg. Gerstl [ÖVP]: Die Wahrheit tut weh! – Ruf: Das kommt von euch!) Und: Nehmt euch bitte bei den Ohren, reißt euch ein wenig zusammen, denn man hat mir, als ich hier ins Parlament gekommen bin, erklärt, dass es eine gewisse Gesprächskultur gibt, und ich muss ehrlich sagen: Diese muss ich hier vermissen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ. Zwischenrufe bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)

18.19

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.