RN/76
15.24
Abgeordneter Bernhard Höfler (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Ich war vor geraumer Zeit, vor ein paar Wochen, bei meiner Oma. Meine Oma ist 84 Jahre jung – hallo Oma! Ich habe mit meiner Oma beim Kaffee ein bisschen geredet, und meine Oma hat mich gefragt, warum der Zillertaler Gender-Steiner permanent über das Thema Gender und Wokeness spricht. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und Grünen sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und des Abg. Gasser [NEOS]. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Der Zillertaler Gender-Steiner hat ja de facto die letzten Monate nur dieses Thema permanent aufgespielt. Beim Kaffeetrinken habe ich mit meiner Oma geratscht, wie es halt ist. Ich möchte es gleich im Plenum erwähnen (Abg. Steiner [FPÖ]: Gratulation an deine Oma, dass sie ...!): Einer Oma widerspricht man nicht – ich höre das nicht auf der rechten Seite. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].) Meine Oma hat das nicht verstanden. Wir haben ein bisschen darüber geratscht. Dann haben wir viel geredet, und ich habe ihr in Ruhe erklärt, dass der Zillertaler Gender-Steiner eben kein anderes Thema wie das Thema Gendern und Wokeness hat. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Zwischenruf des Abg. Steiner [FPÖ].)
Meine Oma mit 84 Jahren hat dann gesagt, sie sollen alle machen, was sie wollen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie sollen lieben, wen sie wollen. Sie sollen sich an die Regeln (Abg. Martin Graf [FPÖ]: Ich glaube, das mit deiner Oma stimmt nicht!), so an die gesellschaftlichen Verpflichtungen in unserem Land halten, dass wir alle miteinander in Frieden leben können. Das habe ich natürlich meiner Oma nicht abgenommen – ich habe zugestimmt. Eines muss man ja sagen: Einer Oma widerspricht man nicht! (Heiterkeit bei der SPÖ – Beifall des Abg. Stögmüller [Grüne].)
Dann kam die zweite Frage meiner Oma. Meine Oma hat dann gefragt, ob wir keine brennenden Themen in unserem Land haben, und da habe ich auch gesagt, der Zillertaler Gender-Steiner hinterm Tunnel (Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und Grünen) hat permanent wie erwähnt diese Themen. Ich habe auch noch nie etwas vom Zillertaler Gender-Steiner gehört, was seine Meinung zur Bildung, zur Teuerung, zu Integrationsmaßnahmen, zur Arbeitswelt der Zukunft, möglicherweise auch zum Thema Wohnen und zur Mobilitätsfrage ist. Der Zillertaler Gender-Steiner hat noch nie etwas anderes erwähnt wie Gendern und Wokeness. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
RN/76.1
Ich habe mir das dann ausdrucken lassen – das dauert ja ganz kurz –, und dann haben wir uns das angeschaut. (Der Redner stellt eine Tafel mit der Aufschrift „FPÖ für 61% aller Nennungen von ‚Gender(n)‘ in Aussendungen verantwortlich“ und einem Kreisdiagramm auf das Rednerinnen- und Rednerpult. – Heiterkeit bei der ÖVP.) Die FPÖ hat das Hauptthema, vielleicht dass das jeder sieht (die Tafel in die Höhe haltend und nach links und rechts drehend), in den Aussendungen - - (Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Ist das die heutige Umfrage? – Heiterkeit bei der FPÖ.) – Ja, das hättet ihr gerne, da kannst du träumen, überhaupt nach deinem heutigen Redebeitrag! 61 Prozent aller Nennungen sind in Aussendungen FPÖ. Immer wieder: Gendern, Gendern, Gendern (Zwischenrufe bei der FPÖ) – das wichtigste Thema der Freiheitlichen Partei. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Ich tue mir mittlerweile echt schwer, weil wenn ich in Tirol am Weg bin, fragt mich kein Tiroler Arbeitnehmer und keine Arbeitnehmerin: Na, habt ihr in Wien jetzt wieder 2 Stunden über Gendern diskutiert? (Heiterkeit bei der SPÖ.) – Nein, das hat mich noch nie jemand gefragt. (Rufe bei der FPÖ: Musst halt mal rausgehen! Da siehst, was die Leute interessiert!) Wenn ich am Weg bin – und ich bin ja doch am Weg, so wie viele andere Abgeordnete –, hat mich noch niemand angesprochen, welches Geschlecht irgendwo in einem Klub tätig ist, sondern die Frage war: Was macht ihr gegen die Teuerung, gegen Wohnen? Mobilitätsfrage, Arbeitswelt der Zukunft, Wirtschaft? Wie geht es geopolitisch weiter? (Abg. Wurm [FPÖ]: Was macht ihr da? Macht ihr da was?! – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Hättet ihr da mehr gemacht!)
Den Zillertaler Gender-Steiner fragt man immer hinterm Tunneln, wie er sich für die Wokeness und für die Gendern-Menschen in unserem Land einsetzt. Also es ist - - (Abg. Steiner [FPÖ]: Jetzt reicht’s dann mit der Verunglimpfung der Namen!) – Zillertaler Gender-Steiner, du musst auch zuhören! Du tust gerne austeilen (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Wir Verunglimpfen keine Namen!), aber beim Einstecken hast du ein ziemliches Glaskind, das darf ich dir schon sagen. (Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP, NEOS und Grünen.)
Austeilen tust du relativ schön. Ihr seid seit Monaten die einzige Partei in diesem Parlament, die permanent gegen alles stimmt, die Partei des Dauer-Neins, und jetzt mit dem Zillertaler Gender-Steiner für Gender und Wokeness verantwortlich. (Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und Grünen.) Vielen herzlichen Dank für die verantwortungsvolle Funktion, die du in Zukunft übernehmen wirst! (Beifall bei der SPÖ.)
Und der Name, der bleibt dir, den wirst du nicht mehr los. Den rahme ich dir ein – ich bringe ein neues Bild dazu. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Entschuldigung, hat man Ihnen schon mal gesagt, das wir Namen nicht verunglimpfen?)
Abschließend – ich gehe wie gesagt auf den inhaltlichen Teil nicht ein, Herr Bundeskanzler, Sie haben das beantwortet; es wird in der Regierung eine Lösung geben –, weil ihr immer von Veränderung sprecht: Diese neue Republik, das neue System und das neue Land!, hätte ich eine große Bitte – weil du ja (in Richtung Abg. Schnedlitz [FPÖ]) von 61 Prozent gesprochen hast, die ihr bald möglicherweise habt –: Kauft euch eine Sandkiste, baut euer Sandschloss mit Mauern und kauft dem Klubobmann ein kleines Schildele mit einer Schaufel, dass er dann als Volkskanzler in der Sandkiste mimen kann! – Vielen herzlichen Dank. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, ÖVP, Grünen sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Wurm [FPÖ]: Kein Wunder, dass ihr einstellig seid!)
15.29
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Brandstötter. 5 Minuten sind die geschäftsordnungsmäßige Zeit. – Bitte schön.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.