RN/82
15.51
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Vielen herzlichen Dank. – Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie jetzt dieser Debatte folgen! Es geht hier um einen Fristsetzungsantrag, den die Grünen gestellt haben. Sie haben nämlich einen Gesetzesantrag betreffend Konversionstherapien stoppen eingebracht.
Kollege Stögmüller – vor mir – hat ja schon ein bisschen die Geschichte gebracht. Der erste Antrag vom Kollegen Mario Lindner aus der SPÖ wurde im Jahr 2019 einstimmig angenommen. Es war ein Entschließungsantrag, in dem es darum ging, die Konversionstherapien zu stoppen. Dann gab es einen Antrag von den NEOS aus dem Jahre 2021, genauer gesagt vom Kollegen Shetty. Auch dieser wurde hier herinnen einstimmig beschlossen. Im Jahr 2021 ging es aber eigentlich darum, den Antrag von 2019 endlich umzusetzen.
Jetzt muss ich mich schon ein bisschen wundern, Herr Kollege Stögmüller, dass Sie sich hier jetzt so gerieren und sogar den Präsidenten da in irgendeiner Art und Weise involvieren wollen. 2021 gab es nämlich einen Gesundheitsminister der grünen Partei, einen gewissen Herrn Mückstein. Ich weiß, es ist schon eine Zeit lang her. Der hat das aber offensichtlich auch nicht so ganz ernst genommen. Oder vielleicht lag es daran, dass er 2021 lieber die Österreicher eingesperrt hat, eine Impfpflicht auf den Weg gebracht hat, anstatt sich mit Anträgen aus dem Parlament zu beschäftigen. Vielleicht hätten Sie das in den eigenen Reihen einmal vorbringen sollen. (Beifall bei der FPÖ.)
So, und jetzt kommen wir zu dem Gesetzesantrag, den Sie hier eingebracht haben. Da geht es jetzt nämlich schon um ein bisschen mehr als nur darum, Konversionstherapien für Jugendliche, die homosexuell sind, die sich dem eigenen Geschlecht zugehörig fühlen, zu stoppen, also für Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung haben. Da geht es darum, dass man die Transformation von Menschen und vor allem von Jugendlichen legalisieren soll. Genau das steht in diesem Antrag drinnen: „‚Konversiv-reparative Praktiken‘: jegliche professionellen oder sonstigen zielgerichteten Maßnahmen, die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung, der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität oder des Geschlechtsausdrucks gerichtet sind und nicht unter Z 1 fallen.“
Das bedeutet nichts anderes: Sie wollen eine Therapie oder ein psychologisches Gespräch für Jugendliche, bevor sie ihr Geschlecht ändern, weghaben (Abg. Stögmüller [Grüne]: Nein! Nein!), und zu dem wird es niemals eine Zustimmung von uns geben.
Ich sage Ihnen noch etwas. Sie haben jetzt in Ihrer Rede von den sogenannten Transjugendlichen gesprochen. Da bin ich schon sehr, sehr hellhörig geworden, denn wir haben schon ein riesengroßes Problem mit einem riesigen Potenzial an Missbrauch, der da passiert. Viele Jugendliche, die psychische Probleme haben, gehen zu Psychologen, lassen sich beraten, kommen dann zurück und haben die Idee, sie wollen ihr Geschlecht ändern. Genau das wollen Sie auch noch legalisieren, und das ist brandgefährlich. (Zwischenruf des Abg. Stögmüller [Grüne].)
Junge Menschen, die mitten in der Pubertät sind, in der Identitätsfindung sind, experimentieren oftmals mit ihrem Körper, probieren vieles aus. Sie sind unsicher im Leben, sie sind ja noch nicht so ganz trittfest in dieser Welt. Solchen jungen Menschen es zu erlauben, ihr Geschlecht zu ändern, ist etwas, das wir absolut ablehnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Die Hormone spielen bei pubertierenden Jugendlichen verrückt, und das wirkt sich natürlich auf die Psyche aus. Wir alle waren einmal in der Pubertät. Jeder von uns, der Kinder hat, weiß, wie sich das bei Jugendlichen auswirkt, was da alles für Spinntastereien kommen. Und das meine ich gar nicht negativ, sondern das ist etwas ganz Normales, dass junge Menschen alle möglichen Ideen haben.
Aber jetzt zu glauben, man kann diesen Jugendlichen einreden, sie können sein, was sie wollen, ist eine rein ideologisch getriebene Geschichte. Es gibt zwei Geschlechter, Mann und Frau, und wenn es tatsächlich Menschen geben sollte, die glauben, im falschen Körper zu sein, dann glauben sie das auch noch mit 20, 21 und darüber hinaus. Es gibt aber sehr viele junge Menschen, die sich umoperieren haben lassen und es bitter bereut haben. Die Zahlen der Rückoperationen gehen massiv in die Höhe. Was aber einmal kaputtgemacht worden ist, kann nicht wiederhergestellt werden.
Ich glaube, es ist die Aufgabe der Politik, unsere jungen Menschen zu schützen (Abg. Stögmüller [Grüne]: Ja!), sie davor zu schützen, einen Schritt zu gehen, einen Weg zu gehen, den sie nicht wirklich gehen wollen. Und vergessen wir alle eines nicht: Hinter dieser ganzen Transideologie steht ein riesengroßes Geschäft. Solche Menschen müssen ihr Leben lang Hormone nehmen. Das ist ein riesengroßer Geschäftszweig. Für den werden wir uns als Freiheitliche Partei niemals hergeben. (Beifall bei der FPÖ.)
Wer glaubt, er ist im falschen Körper geboren (Präsident Rosenkranz gibt das Glockenzeichen) – ich komme zum Schlusssatz, Herr Präsident –, der glaubt das auch noch mit 25. Aber bei Jugendlichen lehnen wir das absolut ab. (Beifall bei der FPÖ.)
15.57
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Bogner-Strauß. – Bitte schön.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.