RN/157
20.37
Abgeordneter Bernhard Herzog (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen, liebe Zuseher! Viele, viele Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, wollen den Papamonat machen, wollen Karenz machen, aber wir sind als Österreich im Vergleich mit den anderen EU-Ländern in Sachen Väterbeteiligung Schlusslicht. Es gibt Väter, die den Papamonat nehmen wollen; eine ganz, ganz wichtige Zeit, in der man den Kontakt mit dem frisch geborenen Baby erst so richtig schön aufnehmen kann, in der man der Mutter, die zu dem Zeitpunkt im Wochenbett ist, wichtigerweise zur Seite stehen kann. Gerade auch bei den Karenztagen, die Väter nehmen, ist eine große Schieflage vorhanden: Väter nehmen im Durchschnitt gerade einmal neun Tage Karenz, bei Müttern sind es im Durchschnitt 416 Tage.
Wir sind wie gesagt EU-Schlusslicht in Sachen Väterbeteiligung. Warum ist das so? – Es sind finanzielle Sorgen in den Familien; es sind alte Rollenbilder, die viele Väter irgendwie davon abhalten, das zu machen; es gibt viel Druck, auch in der Arbeitswelt. Es sind insgesamt sehr, sehr viele strukturelle Hürden, denen Väter da gegenüberstehen, und dieser Antrag der FPÖ behandelt eine dieser Hürden, die Väter daran hindern, zum Beispiel den Papamonat zu nehmen, und ähnliche Situationen.
Ich bin diesbezüglich in Kontakt mit vielen Eltern, vielen Vätern, vielen Müttern, die mir berichten, was die Hürden sind, dass sich mehr Väter in die Care-Arbeit, in die Familie einbringen können. In Branchen wie zum Beispiel dem Baugewerbe oder der Gastro – in letzter Zeit war in der politischen Diskussion das Zwischenparken beim AMS immer wieder Thema – ist die Situation so, dass die Beschäftigten womöglich daran gehindert zu werden, einen Papamonat nehmen zu können, weil sie einfach in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Da müsste man vielleicht die Schwangerschaft sehr geschickt legen, aber das entspricht eben nicht der Realität. Die Volksanwaltschaft hat zuvor auch auf einige Problemsituationen diesbezüglich hingewiesen, die Eltern erleben, wenn sie Kinderbetreuungsgeld, wenn sie Familienzeitbonus beantragen wollen.
Im Familienministerium ist eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die sich diesem Thema der Väterbeteiligung widmet, und das ist eine sehr, sehr wichtige Sache, dass wir mit größter Intensität versuchen, Väter dabei zu unterstützen, sich mehr einbringen zu können.
Wir brauchen in Österreich eine höhere Väterbeteiligung. Am Sonntag ist Vatertag – also ein großes Dankeschön an all die engagierten Papas! Unterstützen wir die Väter, wenn sie mehr Zeit mit ihren Familien verbringen wollen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
20.40
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Gertraud Auinger-Oberzaucher.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.