RN/160

20.44

Abgeordnete Barbara Neßler (Grüne): Danke, Frau Präsidentin. – Wir machen es kurz und knackig: Jede Maßnahme, die Vätern mehr Zeit mit ihren Kindern ermöglicht, ist ein Schritt in die richtige Richtung – diese kleinen Maßnahmen, aber auch größere. Wir Grüne haben, als wir in der Regierung waren, genau darum Verbesserungen beim Papamonat umgesetzt, damit Väter von Anfang an eine aktivere Rolle einnehmen und Verantwortung übernehmen können.

Für echte Gleichberechtigung braucht es aber natürlich viel mehr, denn wir wissen, dass nach wie vor die Frauen für den Großteil der Kindererziehung und für die unbezahlte Hausarbeit – und das alles noch viel zu selbstverständlich – verantwortlich sind. Es ist absurd, dass wir Väter, die in Karenz gehen, immer noch bejubeln, und wir wissen, dass es derzeit zwei von zehn Männern sind, die das tun.

Was Hoffnung gibt – der Vorredner von der SPÖ hat es schon angesprochen –: Viele Männer wollen mehr Bezugsperson und nicht nur der Wochenendpapa sein. Woran scheitern sie oft? – An der bestehenden Ungleichheit und ganz oft banal am Geld. Deshalb schlagen wir Grüne grundsätzlich partnerschaftliche Elternteilzeit vor: Das heißt, beide Elternteile reduzieren ihre Arbeitszeit, teilen die Verantwortung und erhalten eine finanzielle Unterstützung. (Beifall bei den Grünen.)

Klar ist aber: Es braucht auch mehr, denn wie schaut es aktuell aus? – In der Regel sind es nach wie vor die Frauen, die zwischen Job, Einkauf und Haushalt ganz nebenbei auch noch die Kindererziehung machen. Die Familienministerin empfiehlt ja ganz pragmatisch einfach mehr Spontanität. – Wenn sich die Familien verunsichert fühlen, wie es mit dem Kinderkriegen ausschaut, weil die finanzielle Belastung da ist, hat die Familienministerin auch einen Rat: Weniger nachdenken, mehr aufs Gespür hören! – Wenn die Mama in der Früh die Jause richtet, die Kinder in die Schule bringt und sich überlegt, wie sie das alles mit der Nachmittagsbetreuung organisieren kann, dann hat die Familienministerin auch da eine Lösung: Einfach auf die schönen Seiten des Familienlebens konzentrieren – das macht die ganze Anstrengung vergessen!

Ganz ehrlich, geschätzte Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP, ihr sagt: Uns sind die Familien so wichtig. – Da frage ich mich ganz ehrlich: Wie kann das sein, wenn Sie genau bei den Familien kürzen? Während der ganzen Budgetdiskussion habe ich von niemandem – von niemandem! – eine Erklärung bekommen, warum Sie ausgerechnet bei den Familien kürzen. (Beifall bei den Grünen.)

Außer Sie meinen die Familie Porsche oder die Familie Swarovski (Heiterkeit des Abg. Schwarz [Grüne]), die keinen fairen Beitrag leisten müssen, die werden tatsächlich geschützt. Darum, liebe Kollegen und Kolleginnen: Ihr Job ist es, die Lebensrealität der Familien zu verbessern.

Meine Redezeit ist zu Ende, ich glaube, Sie haben es verstanden, und ich hoffe auf Besserung. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)

20.47

Präsidentin Doris Bures: Zu Wort ist nun niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.