RN/19
10.16
Abgeordnete Dipl.-Ing. Olga Voglauer (Grüne): Kollege Darmann, es sind unsere Sportvereine (Beifall bei Grünen und SPÖ), es sind unsere Kulturvereine! Es gibt kein Ihr und Wir. Es sind wir – wir mit slowenischen und deutschsprachigen Vereinen und den Kindern und Angehörigen, die dort aktiv sind (Abg. Darmann [FPÖ]: Und wieso werden sie dann unterschiedlich gefördert?), und wir, die slowenisch singen und die kroatisch singen und die burgenländisch singen und die slowakisch singen. (Abg. Darmann [FPÖ]: Wieso werden sie dann unterschiedlich gefördert – sag mir das! –, wenn alle „wir“ sind?) Wir gemeinsam, wir alle sind Österreich (Abg. Darmann [FPÖ]: Ja!), Kollege Abgeordneter Darmann! (Beifall bei Grünen und SPÖ.)
Es gibt kein Ausgesackeltwerden auf dieser Seite und wieder Herausgezogenwerden auf der anderen Seite (Abg. Darmann [FPÖ]: Du musst mir schon zuhören auch! Auf Slowenisch kann ich es dir nicht erklären!), es ist nämlich Gemeinsames. Es tut mir so leid, Kollege Darmann, jetzt bist du so lange in der Politik und schon lange auf der Welt, dass das bis heute nicht funktioniert hat, dass du draufkommst, dass das Háček nicht wehtut. Das tut mir wirklich aufrichtig leid. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Kollege Ragger hat das schon verstanden. (Abg. Ragger [FPÖ]: Was die zusammenredet, ist unfassbar! Das ist unfassbar! Bei uns in Spittal hast du genug zu tun mit der Volksgruppe!) Inhaltlich mag ich mit euch gar nicht diskutieren, aber die Angst vor anderen Sprachen, die Angst, dass sich andere engagieren und organisieren, verstehe ich nicht.
Ich möchte nur zwei Dinge richtigstellen: Erstens: In Slowenien – liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, glauben Sie eines –, da gibt es etwas, was sich die Slowaken, die Ungarn, die Tschechen, die Roma, die Slowenen, aber auch die Burgenlandkroaten in Österreich wünschen würden, nämlich: Man kann dort Deutsch bis zur Maturareife (Abg. Brückl [FPÖ]: Das schafft ihr ja jetzt ab – das macht eure Regierung, der Herr Wiederkehr!) fast in allen Schulen auf dem gesamten Staatsgebiet lernen, und das tun sie auch. Das ist mehr, als Österreich derzeit allen anderen Volksgruppen – bis auf die Burgenlandkroaten, die Ungarn und die Slowenen – gibt. Also die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien hat die Möglichkeit, eine Schulbildung zu genießen. Was sie nicht hat, ist: Sie hat zu wenig Förderung. Da bin ich ganz bei euch: Man muss sie besser fördern. (Abg. Brückl [FPÖ]: Ihr kürzt die Fremdsprachen, da geht nichts mehr mit Matura!) Wenn ich aber dieser Logik folgen würde, Herr Darmann: Einerseits bin ich gegen die Förderung von Volksgruppenorganisationen in Österreich, aber in Slowenien soll das passieren!, dann würde ich sagen: Überlegt euch eure Argumentationslinie! (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].)
Und merken wir uns eines: Wir alle sind Österreich. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Abg. Mölzer [FPÖ]: Wie man so lügen kann! Wie man so lügen kann!)
10.18
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Zu Wort ist dazu nun niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.
Wünscht die Frau Berichterstatterin ein Schlusswort? – Ich sehe, das ist nicht der Fall.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.