RN/85

13.38

Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (ÖVP): Danke sehr, Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Wir sprechen heute über Schulen, und es sind auch Schulen im Rahmen ihrer Wienwoche hier anwesend: Ich möchte im Namen von Abgeordnetem Manfred Hofinger ganz herzlich die HLW Braunau mit ihrer Professorin Karin Kritzinger begrüßen! (Allgemeiner Beifall.)

Ganz vieles ist bereits gesagt worden. Danke, Herr Minister, dass Sie jetzt in Ihren letzten zwei, drei Sätzen auch angesprochen haben, was für mich ein wesentlicher Teil ist, nämlich die Frage, was da konkret auf uns zukommt, denn ich glaube, das eine sind Schlagworte, Fächer, hinsichtlich deren wir alle wissen – und ich glaube, da sind wir uns alle einig –, dass man in dieser Richtung etwas machen muss (Abg. Mölzer [FPÖ]: Nein, sind wir uns nicht alle einig!), das andere ist aber: Wer vermittelt denn diese Inhalte?

Herr Mölzer, ich weiß nicht - - (Abg. Mölzer [FPÖ]: Da sind wir uns nicht einig!) – Da sind wir uns nicht einig? – Dann diskutieren wir das dann aus. Sie haben ja auch die Möglichkeit, rauszukommen, aber es ist ganz mühsam auch für die Kolleginnen und Kollegen, weil Sie immer reinrufen. Man hört dann wenig. Vielleicht, ich weiß nicht, probieren wir es einmal mit einem Antiaggressionstraining oder so. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ sowie der Abg. Aldali [NEOS]. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Parlamentarismus ... nicht so! Wenn man so abgehoben ist ...!) 

Let’s go, probieren wir es noch einmal von vorn: Die Fächer haben Namen, aber die Frage ist: Wer vermittelt denn die Inhalte? Erstens einmal: Wer sucht die Inhalte heraus?, und zweitens: Wer vermittelt sie? – Da ist jetzt meine große Sorge in der ganzen Causa, weil ich glaube, dass es heute wenige Lehrpersonen gibt, die da eine Offenheit haben oder auch die Kompetenz haben. Die Frage ist: Wer bildet diese Ausbilder aus? Wie holen wir uns externe Experten dazu? Wie holen wir uns Leute, die da wirklich einen Mehrwert schaffen können? – Das sehe ich auch kritisch. Vielleicht sind wir da eh in einem ähnlichen Denken. 

Ich möchte kurz eine Geschichte erzählen, die mir vor circa zwei Jahren widerfahren ist. Ich war bei einer internationalen Tagung mit Abgeordneten aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union, einem Open European Dialog, so heißt das. Wir haben über KI gesprochen und mussten uns auf einem Zahlenstrahl aufstellen, je nachdem, wie wir die Chancen und die Risken von KI, der Anwendung von KI, sehen.

Es war so, dass bei den Chancen auf Platz eins überhaupt nur einer war. Dann waren wir dahinter eine ganz kleine Gruppe, dann ist die Traube immer größer geworden, hin zu zehn quasi, also der Großteil war bei neun und bei zehn, also eher Risiko, risikobehaftet. Uns hat der Moderator gesagt, dass es, wenn er das Ganze in Asien und in Amerika macht – er macht das weltweit –, genau umgekehrt ist. 

Das ist das, was ich jetzt als Gedanken noch hineinwerfen will. Ich glaube, wir müssen gemeinsam auch die Chancen sehen. Wenn da Schlagworte wie Privatsphäre, Daten, Algorithmen, Sicherheit, Schutz fallen, dann ist das alles nur in einer Angstkonnotation dahin gehend, wie wir das abhalten, aber viele von uns nutzen KI ganz, ganz positiv. Wir wissen, dass wir auch etwas Gutes damit generieren können. Dieses Denken würde ich gerne umdrehen und fragen: Wie schaffen wir es, dass Lehrpersonal so ausgebildet ist, dass externe Experten kommen, damit die Schüler, die nächste Generation auch lernt, damit umzugehen, und wir etwas Gutes, einen guten Beitrag leisten? 

Herr Brückl hat vorhin gesagt, es wird nichts besser und deshalb lehnen Sie das ab. Ich glaube schon, dass man etwas besser machen kann, wenn man diese Dinge miteinander auch offen ausdiskutiert. Eine Gesellschaft zu schaffen, die KI nutzt, die auch generell auf sich selbst vertraut, das ist gut. Das ist auch wichtig: Reflexionsgabe, all das finde ich wahnsinnig wichtig, kritisches Denken, total wichtig. Wenn wir jedoch alles nur überkritisch sehen, dann werden alle anderen eine Wertschöpfung daraus generieren und wir bleiben als Standort Europa übrig. Das möchte ich nicht.

Danke vielmals auf jeden Fall (in Richtung Bundesminister Wiederkehr) für Ihre Initiative. Ich hoffe, dass wir da die Lehrer entsprechend schnell mitnehmen können und dass das positiv gesehen wird. (Beifall bei der ÖVP.) 

13.41

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Paul Stich.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.