RN/97
14.07
Abgeordnete Carina Reiter (ÖVP): Danke, Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich glaube, es würde uns guttun, wenn wir dieser Debatte mit einer gewissen Sachlichkeit begegnen. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz [FPÖ].) Das würde gar nicht wehtun. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Für uns als Volkspartei ist eines ganz zentral: Sprache muss klar, verständlich und gut lesbar bleiben. Das ist eine Grundvoraussetzung für gute Bildung, für erfolgreiche Kommunikation und auch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.
Frauen und Männer sollen da, wo es sinnvoll ist, sichtbar benannt werden, etwa durch die Form Lehrerinnen und Lehrer oder durch geschlechtsneutrale Begriffe wie Lehrperson. Das gilt ausdrücklich für den Schulbereich und für die Unterrichtsmaterialien. Ganz klar ist für uns als ÖVP aber auch, Sonderzeichen mitten im Wort, der Genderstern oder Doppelpunkt sind wenig sinnvoll. Da sehen wir natürlich auch die Problematiken. (Abg. Ricarda Berger [FPÖ]: Trotzdem machts bei all dem ganzen Schwachsinn mit!) Sie sind nämlich nicht Teil der Rechtschreibregeln und erschweren die Lesbarkeit und das Verständnis, besonders im Bildungsbereich.
Die Grundlage ist dabei eindeutig, nämlich das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung. (Abg. Schnedlitz [FPÖ] – in Richtung Präsidentin Bures –: Sie haben ein Problem mit ...!) Dort sind praktikable Formen für geschlechtergerechte Sprache vorgesehen, etwa Paarformen oder auch neutrale Begriffe. Auch das Bildungsministerium hat klargestellt, dass dieses Regelwerk verbindlich ist. (Zwischenruf des Abg. Schnedlitz [FPÖ].) Es gilt für den Unterricht, für Prüfungen und für amtliche Schriftstücke. Damit ist auch klar, woran wir uns orientiert haben (Abg. Schnedlitz [FPÖ] – in Richtung Präsidentin Bures –: Diese Stutenbissigkeit gegen eine junge Kollegin ist ja unfassbar!): an Verständlichkeit, an Lesbarkeit und an grammatikalischer Korrektheit. Innerhalb dieses Rahmens gibt es Spielräume, aber diese dürfen nicht dazu führen, dass Sprache künstlich verkompliziert wird. Sonderzeichen wie Genderstern oder Doppelpunkt sind im Regelwerk nicht vorgesehen und führen in der Praxis zu Problemen.
Im parlamentarischen Verfahren ist zudem im Ausschuss eine entsprechende Feststellung getroffen worden, und mit dieser ist eigentlich klargestellt, dass die geltenden Regeln bereits ausreichend und umgesetzt sind. Vor diesem Hintergrund ist der Antrag der FPÖ inhaltlich erledigt.
Ich muss mich wirklich wundern: Sie sprechen hier von den wahren Problemen in den Schulen und dann kommen Sie immer mit solchen Themen daher. Gehen Sie einmal in eine Mittelschule in Favoriten! Die jagen Sie mit diesem Papierl hinaus – sagen wir es einmal so. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Kümmern wir uns ehrlich um die wirklichen Probleme, die wir im Bildungsbereich haben. Die Einzigen, die Genderwahn in diesem Haus betreiben, sind die FPÖ, denn Sie bringen das dauernd zu Themen auf die Tagesordnung, bei denen es überhaupt nicht Thema ist. Ich verstehe das einfach nicht. (Beifall bei ÖVP, NEOS und Grünen. – Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Sie darf das alles sagen!)
Für uns als Volkspartei ist klar: Wir stehen für eine Sprache, die verständlich bleibt, die alle miteinbezieht und die im Bildungsbereich praktikabel ist, aber nicht für sprachliche Experimente, die das Lernen erschweren. (Abg. Schnedlitz [FPÖ] – in Richtung Präsidentin Bures –: Wenn Sie ein Problem mit jüngeren Kolleginnen haben, besprechen Sie das in der Präsidiale!) – Ich empfehle Ihnen wirklich aktives Zuhören, mit Ihrer Reinschreierei die ganze Zeit – Sie regen sich immer auf und hören selber nie zu (Zwischenruf der Abg. Ricarda Berger [FPÖ]) – werden Sie auch nichts lernen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Beifall bei ÖVP, NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Bravo!)
14.10
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mario Lindner.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.