RN/154

16.49

Abgeordnete Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuhörerinnen und Zuhörer! Erstens einmal ein Danke an Kollegen Schallmeiner und an die Grünen, dass sie der Verkürzung der Basisausbildung zustimmen. Dazu gibt es ja eine ganz klare Studie, und diese Studie wurde von der Österreichischen Ärztekammer gemeinsam mit der ETH Zürich gemacht, also haben wir diese Verkürzung ganz klar auf Fakten aufgebaut, wenn dieser Antrag auch etwas kurzfristig war.

Die ETH Zürich hat die Jungmedizinerinnen und -mediziner gefragt, ob das KPJ, also das Klinisch-Praktische Jahr, und die Basisausbildung idente Ausbildungseinheiten haben. Die Jungmedizinerinnen und -mediziner haben gesagt: Ja, zu 50 Prozent! – Wenn man in die Ausbildungsinhalte reinschaut, ist das auch klar ersichtlich: Ein Drittel des Klinisch-Praktischen Jahres ist der inneren Medizin gewidmet, ein Drittel ist der Chirurgie gewidmet, und ein Drittel kann man frei wählen. Bei der Basisausbildung schaut es gleich aus: Ein Drittel ist ein konservatives Fach, also die innere Medizin zum Beispiel, ein Drittel die Chirurgie, und ein Drittel ist wiederum wählbar. 

Aufgrund dieser Studie und aufgrund von sehr konstruktiven Gesprächen mit der Ärztekammer – und dafür möchte ich mich heute auch bedanken – haben wir uns dazu entschieden, die Basisausbildung von neun auf sechs Monate zu verkürzen. Das ist, glaube ich, auch im Sinne der Medizinerinnen und der Mediziner, die ihr Studium gerade abgeschlossen haben. (Beifall bei der ÖVP.)

Ein weiterer Punkt wurde schon angesprochen: Im Moment hat man in Österreich im Durchschnitt relativ lange Wartezeiten auf diese Basisausbildung, nämlich ein bis zwei Jahre. In Wien sind es beinahe zwei Jahre, in anderen Bundesländern zwischen einem halben Jahr und einem Jahr. Das führt dazu, dass junge Medizinerinnen und Mediziner, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben, ins Ausland gehen, um dort eine Ausbildung zu machen – und nicht nur, um eine Ausbildung zu machen, sondern auch, um endlich Geld zu verdienen; bei denen geht es ja auch um die Existenz.

Wenn man jetzt diese Basisausbildung aufgrund von Daten und Fakten von neun auf sechs Monate verkürzt, hat man die Möglichkeit, in derselben Zeit eineinhalbmal so viele Jungmedizinerinnen und -mediziner mit einer Basisausbildung zu unterstützen beziehungsweise diese durch die Basisausbildung zu bringen. Deswegen, glaube ich, ist es tatsächlich eine Win-win-Situation, die eben wie gesagt auf Fakten basiert – ETH Zürich, ich denke, dieser Universität kann man vertrauen – und die auch in konstruktiven Gesprächen mit der Ärztekammer abgeklärt wurde. 

Kollege Schallmeiner, du hast es schon gesagt: Ja, natürlich muss man das mit der Basisausbildung weiterdenken. Die Ärztekammer hat da auch schon Vorschläge gemacht und auch schon den Beginn eines Konzepts – lass es mich so sagen! –, wie sozusagen die Basisausbildung eventuell auch in die fachärztliche Ausbildung integriert werden kann. Ich denke, das ist ein Weg, den wir unbedingt gehen müssen – angesichts der Wartezeiten, angesichts dessen, dass wir hier in Österreich eine großartige medizinische Ausbildung haben, uns dann aber leider viele junge Medizinerinnen und Mediziner verlassen, weil die Wartezeit zu lange ist. 

Ich bitte Sie deshalb, diesem Antrag zuzustimmen, für unsere jungen Medizinerinnen und Mediziner und für eine gute Gesundheitsversorgung in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Silvan [SPÖ] und von Künsberg Sarre [NEOS].)

16.53

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Petschnig. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten. – Bitte schön.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.