RN/180
18.17
Abgeordneter Mag. Christoph Pramhofer (NEOS): Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Geschätzte Damen und Herren! Um das jetzt alles zu kontern, dafür reicht meine Redezeit nicht aus. Ich möchte einmal beginnen und einen kurzen Blick auf die jüngere Geschichte werfen: Wir haben eine Pandemie gehabt, und wir haben auf europäischer Ebene vereinbart, gemeinsam Covid-Impfstoffe zu beschaffen. Warum haben wir das gemacht? – Um eine Marktmacht aufzubauen, das heißt, alle Länder gemeinsam haben diese Impfstoffe besorgt, um günstigere Preise zu bekommen und vor allem auch, um sicherzustellen, dass allen Europäern ein Zugang zu diesem wichtigen Impfstoff gewährleistet ist.
Dann muss man sich jetzt einmal in die nähere Geschichte zurückversetzen: Im vergangenen Herbst haben wir pro Woche 50 000 Dosen an Covid-Impfstoff gebraucht, wir haben den Impfstoff immer noch gebraucht. Und wissen Sie was? – Wir haben nicht nur den Impfstoff gebraucht, wir hatten 300 Patienten pro Woche in den Spitälern wegen Covid. Also hier so zu tun, als würde man diese Impfdosen nicht brauchen, das ist einfach schlichtweg falsch. (Abg. Kaniak [FPÖ]: Warum habt ihr ihn denn dann weggehauen, wenn man ihn so dringend braucht?)
Um eine Frage zu stellen: Sie fordern hier, dass wir einen Vertrag nicht einhalten, der im Frühling dieses Jahres ausgelaufen ist. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Also da frage ich mich: Habt ihr eine Zeitmaschine oder wie stellt ihr euch das vor? Diesen Vertrag gibt es schlicht nicht mehr. (Abg. Kaniak [FPÖ]: Du hast, glaube ich, den Antrag nicht einmal gelesen, ha?)
Um auf Kollegin Giuliani-Sterrer zu kommen: Also ich muss Ihnen schon sagen: Was Sie hier machen, diese Impfskepsis zu schüren, das ist mittlerweile gesundheitsgefährdend. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Die Masernimpfung, eine der ersten Impfungen, hat über Jahrhunderte Menschenleben gerettet. Jetzt steigen die Masernfälle und vor allem 40 Prozent der Kinder, die an Masern erkranken, landen im Spital. (Abg. Mölzer [FPÖ]: Was hat das mit der Covid-Impfung zu tun?)
Das ist nicht mehr einfach nur ein bisschen Wissenschaftsfeindlichkeit. Es ist hochgradig gefährlich, was Sie hier machen. Bei jeder Diskussion darüber, ob Covid-Maßnahmen gerechtfertigt waren oder nicht, bin ich wirklich bereit, über die eine oder andere Maßnahme zu sprechen, aber hier zu sagen, dass Impfungen schädlich sind, und die Menschen dazu zu bringen, diese wichtigen und lange, lange, lange erforschten Impfungen nicht anzunehmen (Zwischenruf der Abg. Schartel [FPÖ]), ist gefährlich. Sie spielen mit der Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher und – noch wichtiger – mit der Gesundheit der Kinder in diesem Land. Das ist wirklich verwerflich. (Beifall bei NEOS, ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
18.20
Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ralph Schallmeiner. – Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.