RN/213
19.45
Abgeordnete Mag.a Dr.in Petra Oberrauner (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Österreichs Unternehmen haben viele gute Ideen. Was oft fehlt, ist das Kapital, damit diese Ideen in Österreich auch wachsen können. Genau darum geht es heute beim European-Single-Access-Point-Justizgesetz.
Stellen wir uns ein österreichisches Unternehmen vor, in dem Medizintechnik gemacht wird! Es hat eine innovative Technologie entwickelt, es wächst erfolgreich und möchte nun den nächsten Schritt machen. Dafür braucht es Kapital, nicht nur aus Österreich, sondern aus ganz Europa. Doch damit Investorinnen und Investoren dieses Unternehmen finden und beurteilen können, brauchen sie verlässliche Informationen – genau da lag bis jetzt das Problem.
Heute muss man als Investor lange suchen, wenn man in Unternehmen eines anderen EU-Landes investieren möchte: Informationen liegen in unterschiedlichen Registern, manchmal sogar in verschiedenen Sprachen vor. Jedes Land hat eigene Systeme und eigene Regeln. Das kostet Zeit. Oft werden Unternehmen mit guten Ideen deshalb gar nicht entdeckt.
Mit dem European Single Access Point wird das einfacher. Künftig finden Investorinnen und Investoren wichtige Unternehmensinformationen aus ganz Europa auf einer Plattform – einfach, übersichtlich und in einem einheitlichen Format. Das erleichtert Investitionsentscheidungen und sorgt für Transparenz.
Gerade als Forschungssprecherin weiß ich, wie oft wir über fehlendes Wachstumskapital reden. Dieser Gesetzentwurf erleichtert die Situation und räumt so ein konkretes Hindernis aus dem Weg. Er bringt Unternehmen mit Wachstumspotenzial und potenzielle Investorinnen und Investoren in Europa leichter zusammen.
Wichtig ist auch: Dieser Gesetzentwurf schafft keine neuen Berichtspflichten, Unternehmen reichen ihre Unterlagen nur einmal ein, die bestehenden Meldesysteme werden an das europäische Zugangsportal angebunden, Doppelgleisigkeiten werden vermieden, Papier wird nur mehr dort verwendet, wo es wirklich notwendig ist. Das bedeutet Transparenz, Standortpolitik und Entbürokratisierung in einem. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abg. Wotschke [NEOS].)
19.48
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Thomas Elian.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.