17.35
Abgeordneter Maximilian Köllner, MA (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Herr Sportminister! Frau Staatssekretärin! Frau Außenministerin! Ja wo soll ich da beginnen? Vielleicht komme ich später auf Kollegen Leinfellner zurück, weil es doch notwendig ist, da ein bisschen zu replizieren. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Zahlt sich nicht aus!) Wenn wir aber schon über die WM sprechen, über Fußball und die ganze Euphorie, die im Land herrscht, dann muss man sagen, dass diese Regierungskoalition quasi schon mit einem Rückstand übernommen hat, weil die Vorgänger die finanziellen Spielräume verspielt haben. Wenn man aber dann das Ziel hat, stärker aus dieser Situation zurückzukommen, gibt es natürlich auch nicht nur angenehme Entscheidungen, die zu fällen sind.
Daher: Ja, es gibt auch Bereiche im Sport, in denen gewisse Förderungen wegfallen, aber das machen wir dort, wo das Geld nicht unmittelbar bei den Sportlerinnen und Sportlern oder bei den Vereinen ankommt. Der Herr Sportminister hat es angesprochen, ein Beispiel sind gewinnorientierte Sportgroßveranstaltungen. Dort stehen ja neben dem Sport auch wirtschaftliche Interessen und hohe Preisgelder im Vordergrund. Ich bin überzeugt, es ist im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und auch im Sinne des Sports, dass stattdessen künftig private Partner oder vielleicht der Tourismus einen Beitrag dazu leisten.
Jetzt zum entscheidenden Punkt: Wenn wir über finanzielle Prioritäten sprechen, traue ich mich schon eines zu sagen: Weil hier jetzt viele die tägliche Bewegungseinheit strapazieren, möchte ich schon daran erinnern, dass es einst die SPÖ war, die dieses Projekt vorangetrieben hat. Eines kann ich auch sagen, das traue ich mich an dieser Stelle zu behaupten: Solange die SPÖ Verantwortung trägt, wird auf die Kinder in Österreich geschaut. (Beifall bei der SPÖ.)
Genau deshalb werden wir auch am Ausbau der täglichen Bewegungseinheit festhalten. Wir investieren da ab dem kommenden Jahr 5 Millionen Euro zusätzlich, weil wir davon überzeugt sind, dass jeder in ein Kind investierte Euro sich am Ende des Tages mehrfach auszahlt.
Herr Sportminister, Frau Staatssekretärin, ich halte es da auch mit unserem Teamchef Ralf Rangnick: Ein Kind kommt nicht adipös zur Welt, ein Kind ist nicht von Haus aus desinteressiert, wenn es um Sport geht, und ein Kind ist auch nicht von Haus aus handysüchtig. Das ist das Ergebnis des Stellenwerts, den Bewegung und Sport in unserer Gesellschaft und auch in der Politik einnimmt. Genau deshalb setzen wir dort an, trotz der allgemeinen budgetären Herausforderungen, und deshalb ist der Sport in dieser Bundesregierung kein Beiwagerl mehr.
Wir setzen auch endlich um, was wir selbst seit Jahren gefordert haben: Erstmals ist das Bildungsressort mit auf dem Feld und wir werden auch das Gesundheitsressort mit aufs Feld holen, Kollegin Prammer. Das ist euch in der letzten Regierung nicht gelungen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Juvan [NEOS].)
Denn beide Ressorts – und davon sind wir auch überzeugt – profitieren direkt von mehr Bewegung. Gesunde Kinder entlasten unser Gesundheitssystem und gesunde Kinder lernen besser, sind konzentrierter und leistungsfähiger.
Dieses klare Bekenntnis zu mehr Bewegung für unsere Kinder ist für mich, Frau Staatssekretärin, auch die wichtigste sportpolitische Message dieses Budgets, denn sie schafft die Grundlage für alle weiteren sportlichen Erfolge. Wir halten auch Wort gegenüber dem organisierten Sport. Die besondere Sportförderung steigt wieder auf 120 Millionen Euro. Das ist die Wertschätzung für die Verbände, für die Vereine, für Hundertausende Ehrenamtliche, für die Trainerinnen und Trainer, für die Spielerinnen und Spieler. (Zwischenruf des Abg. Zorba [Grüne].)
Ich habe es angesprochen, ich muss zum Schluss trotzdem noch kurz auf Kollegen Leinfellner eingehen: Irgendwie seid ihr wie der eine Zuschauer, der ungute Zuschauer am Sportplatz, der immer reinschreit und die eigenen Spieler schimpft, wenn sie verlieren, aber genauso reinschreit, wenn man 3:0 gewinnt, und dann sagt: Ja, eigentlich hätten sie es 4:0 oder 5:0 gewinnen müssen! – Das ist euer Charakter, so seid ihr. Ihr seid ständig schmollend in der rechten Ecke, nur weil niemand mit euch ein Team bilden möchte. Ihr seid da wie kleine Kinder und das bringt, glaube ich, weder dem Sport noch dem Land etwas.
Wenn wir auch bei der täglichen Bewegungseinheit sind, die du hier am Rednerpult strapaziert hast: Was macht eigentlich dein Landeshauptmann Kunasek für die tägliche Bewegungseinheit? – Meines Wissens nichts. (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Der fahrt eh nur spazieren, der tut ja sonst nichts!) – Genau. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: ...sport!) Er macht nichts, im Gegensatz zu den anderen Bundesländern, die sich aktiv an diesem Projekt beteiligen. Und – by the way – als Letztes: Sportminister Strache war übrigens bei der WM 2018 in Moskau. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
17.40
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet hat sich Frau Staatssekretärin Schmidt. – Frau Staatssekretärin, Sie sind am Wort.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.