RN/153
10.21
Abgeordnete Mag. Martina von Künsberg Sarre (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Das Tolle ist ja, wenn man Kinder hat, die 15, 17 und 19 sind, und wenn man immer berufstätig gewesen und auch Mutter ist, dass man dann die Rückmeldung von den Kindern bekommt, es komme ja nicht auf die Zeit an, wie viel man zu Hause sei und wie viel Zeit man mit den Kindern verbringe – also das Quantitative –, sondern es komme ja immer nur auf die qualitative Zeit an. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Das ist ganz, ganz wichtig. Es freut mich, dass es mittlerweile auch in der Politik angekommen ist, dass wir eben die Kinderbetreuung ausbauen müssen, nicht nur quantitativ, sondern auch ganz stark qualitativ, weil es eben wichtig und nicht egal ist, wie unsere Kinder betreut und gebildet werden.
Eigentlich möchte ich aber gern zum Thema Wissenschaft und Forschung sprechen. Es sind Zukunftsinvestitionen. Für uns NEOS ist das Wissenschafts- und Forschungsbudget sehr, sehr essenziell, weil wir natürlich daran glauben, dass gerade ein Land wie Österreich viel in diese Bereiche investieren muss, um wettbewerbsfähig zu sein, zu bleiben und noch stärker zu werden.
Wir investieren viel in diesen Bereich, der FTI-Pakt ist ja auch schon angesprochen worden. Was aber wichtig ist – also generell, aber jetzt in Zeiten von angespannten Budgets noch mehr –, ist, dass die Mittel gut, klug und effizient eingesetzt werden. In den letzten Jahren ist ja viel investiert worden, aber de facto mit wenig gleichzeitigen Reformen oder mit wenig Vorgaben für den Bereich. Die Input-Output-Relation passt nicht zusammen, auch international liegen wir zurück. Wir wollen seit Jahren Innovation-Leader werden, in diese Gruppe aufsteigen, hinken hinterher und sind in den letzten Jahren sogar abgefallen und haben Plätze eingebüßt.
Das Ganze muss man hinterfragen. Wenn wir Geld in die Hand nehmen, wofür? – Das Hochschulsystem – wir wissen es alle – war ja jetzt viel in den Medien: 77 Einrichtungen im kleinen Österreich, 3 600 Studien, eigentlich eine totale Überforderung für junge Leute, da einmal das passende Studium zu finden. Es gibt Mehrfachangebote in ganz Österreich, oft keine kritische Masse, ich erwähne nur das Slawistikmasterstudium in Klagenfurt mit fünf Studierenden, in Innsbruck mit zwölf. Das muss man irgendwann einmal hinterfragen und sagen: Wollen wir uns das weiterhin so leisten? Ist das notwendig? – Aus unserer Sicht ist da was zu tun und ist da auch viel mehr einzusparen. (Beifall bei den NEOS.)
Wenn wir die Studierenden anschauen: 21 Prozent machen den Bachelor in Mindestzeit, der Rest braucht deutlich länger. Wir belegen hier in den OECD-Ländern den 27. von 29 Plätzen. Das kann aus unserer Sicht nicht unser Anspruch sein. Die Drop-out-Quote ist in Österreich extrem hoch, auch da hinken wir im Vergleich zu OECD-Ländern stark hinterher. Auch das kann nicht unser Anspruch sein, sondern das Ziel muss sein, dass Studierende ein vom Steuerzahler finanziertes Studium in einer erträglich kurzen Zeit studieren und fertig machen können. Das schaffen andere Länder auch.
Ich glaube, die Chance ist jetzt da, das System zu reformieren, sich das genau anzuschauen. Für den Forschungsbereich muss ja auch das Ziel sein, dass Österreich so attraktiv ist und wird, dass es solche Rahmenbedingungen gibt, dass jeder namhafte Forscher irgendwann einmal in Österreich geforscht haben möchte und nicht nur das MIT oder andere Universitäten und Forschungseinrichtungen zum Ziel hat, also dass Österreich sich so aufstellt, dass es mit den Besten der Welt konkurrenzfähig ist. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Gödl [ÖVP].)
10.26
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Tina Angela Berger. 4 Minuten eingemeldete Redezeit. – Bitte, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.