RN/156
10.32
Abgeordnete Mag. Carmen Jeitler-Cincelli, BA (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Zu Beginn möchte ich die Grundwehrdiener und die Kaderanwärter aus Allentsteig mit deren Ausbildnern begrüßen. (Allgemeiner Beifall.)
Ich werde den Fokus mehr auf die Wissenschaft und die Forschung lenken, weil da eigentlich viel mehr Budget drin ist. Ich finde es immer spannend, wie man priorisiert. Also es geht bei dem Budget nicht um abstrakte Zahlenkolonnen, sondern gerade im Bereich der Forschung geht es darum, wie wir in Österreich in zehn oder 20 Jahren leben.
Wenn wir heute darüber sprechen, dann geht es hauptsächlich um unseren Wirtschaftsstandort. Es geht um Arbeitsplätze und um nichts Kryptisches, weil die Technologien der Zukunft bei uns entwickelt werden und wir einfach keine Rohstoffe haben. Wir können nicht vom Tourismus leben – außer vielleicht ein paar Einzelne –, wir können nicht von vielen anderen Dingen leben, aber was wir haben, ist: Wir haben wahnsinnig kluge Köpfe in diesem Land.
Das, was da an Innovation gestartet ist, ist in diesem Paket orchestriert. Die Industrie – und da möchte ich schon Kollegin Maurer von vorhin zitieren – steht unglaublich unter Druck. – Ich weiß nicht, wie Sie solche Dinge sagen können: Man muss da ein bisschen mehr schröpfen und da ein bisschen mehr Geld herausholen! – Die sind gerade wahnsinnig massiv unter Druck (Zwischenruf des Abg. Zorba [Grüne]. – Abg. Maurer [Grüne]: Die armen Reichen sind unter Druck?), egal ob im Bereich von Medikamentenentwicklung, von künstlicher Intelligenz, von Quantentechnologie, von Weltraumforschung. Das ist natürlich alles wahnsinnig personalintensiv und auch in Österreich nicht so billig.
Jahre davor, bevor das überhaupt in der Industrie beginnen kann, beginnt es an einem Ort, und zwar in Forschungseinrichtungen. Deswegen danke ich auch der Frau Ministerin ganz besonders, und ich finde, man darf das schon auch einmal wertfrei sagen, also sie macht einen unglaublich guten Job. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Auch als ÖVP-Abgeordnete muss ich das ganz klar bekennen. Es ist kaum jemand so gut vorbereitet, so umfassend informiert. Dahin gehend gibt es wirklich eine große Wertschätzung.
Wir investieren in die verschiedenen Fonds, wir investieren in unsere Spitzenforschungseinrichtungen – egal ob Akademie der Wissenschaften, AIT, Ista; es sind schon viele genannt worden, ich möchte auch niemanden auslassen –, denn Spitzenforschung hat in Österreich lange Tradition und gehört hierher. Es zahlt sich auch aus, denn man sieht: Mit einer Forschungsquote von 3,26 Prozent sind wir im Spitzenfeld, bei den top drei in ganz Europa.
Das ist auch etwas: Wir dürfen auch wieder einmal stolz auf etwas sein. Weil wir immer sagen: Wo überall schneiden wir in welcher Statistik schlecht ab? – Da schneiden wir hervorragend ab. Wir holen uns am meisten zurück. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. von Künsberg Sarre [NEOS].) – Ja, bitte, das ist einen Applaus wert. Wir sind Weltklasse und Weltspitze.
Wir haben auch hohe Ziele und Ansprüche mit den ERC-Grants. Also bereits jetzt sind wir ja schon fast bei 500. Auch da ist ein Exzellenzanspruch da, und es gibt das hohe Ziel, dass wir bis 2027 auf 580 kommen. Das ist ein extrem hohes Ziel, aber ich denke mir, man muss sich große Ziele setzen, man muss groß denken.
Danke auch an die Unternehmen. Egal wo man anfängt, egal ob Boehringer, ob Borealis, Frequentis, die Voestalpine: Wir haben so tolle Unternehmen, die Spitzenforschung mitantreiben, die das dann auch sofort wiederum in eine Monetarisierung bringen, um Arbeitsplätze bei uns zu erhalten. – Ein großes Danke unsererseits.
Ich möchte jetzt noch einmal ganz kurz auf den Punkt mit den Universitäten eingehen: Erstens stehen wir ja jetzt bereits wieder vor dem neuen EU-Forschungsförderungsrahmenprogramm, das mit 2028 startet. Ich bitte da um ein ganz klares Commitment. Wir müssen da hineininvestieren – jeder Euro, der da investiert wird, kommt zurück –, dürfen also da nicht anfangen, zu sparen, und müssen uns da alle einig sein.
Ich möchte noch zu den Unis kommen. Da muss ich sagen, ich kann dem, was Kollege Kassegger gesagt hat, schon ganz viel abgewinnen, das sehe ich genauso. Es kann nicht sein, dass wir Österreicher für alle anderen einen großartigen Unistandort zur Verfügung stellen. Es kann aber auch nicht sein, dass wir uns falsch fokussieren.
Weil Rudi jetzt gerade hier sitzt: Ja, Rudi (in Richtung Abg. Taschner [ÖVP]), irgendwann werden sie dir sogar dein Studium aberkennen, wenn du so weitersprichst, aber ich feiere dich dafür. Man muss das auch gesagt haben. Man muss es ganz klar sagen: Da läuft einiges schief.
Es gibt Reformbedarf – wir haben das ja auch neulich besprechen können – im Kleinen, es braucht auch eine Harmonisierung. Es sind Aufnahmeprüfungen: und die starten schon wie auf einer Spielbörse in irgendwelche anderen Städte, wo sie vielleicht gar nicht hinwollen, weil sie die Punkte nicht auf eine andere Uni mitnehmen können, weil jede ein anderes System hat. Man macht am selben Tag denselben Test, muss aber woanders hinfahren, wo man sich höhere Chancen ausrechnet, damit man da gegen den Druck aus dem Ausland durchkommt. Das ist absurd und grotesk. Da gibt es also sicher bessere Lösungen, daran muss man arbeiten.
Von mir ein großes Danke zum Abschluss: Bei allen Forschungseinrichtungen, Betrieben, die ich besuchen darf, ist es jedes Mal wow. Es ist unfassbar beeindruckend, was in Österreich geschaffen wird. Ich rate jedem, sich das dann und wann anzuschauen. Das ist unglaublich beeindruckend, wir können wirklich stolz auf diesen Standort sein.
Ich danke jetzt den beiden Damen, auch der Staatssekretärin, für ihren unermüdlichen Support. Also ich finde, da ist wirklich viel gelungen. – Ein großes Danke, dass ihr das so gemacht habt. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Abg. von Künsberg Sarre [NEOS].)
10.38
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Oberrauner; 4 Minuten eingemeldete Redezeit. – Bitte schön.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.