RN/158
10.41
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Österreich hat keine großen Rohstoffvorkommen und es hat auch keinen großen Binnenmarkt. Was wir aber haben, sind kluge Köpfe, Menschen mit guten Ideen, die forschen, entwickeln und gerne Neues schaffen wollen. Man denke nur an Unternehmen wie die Voestalpine in Linz, die mit hoch spezialisierten Stählen weltweit Maßstäbe setzt, oder an Infineon in Villach, wo – in Österreich – Chips entwickelt werden, die in Autos, Smartphones oder Industrieanlagen auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen, oder an AVL in Graz, die Technologien entwickelt, mit denen Fahrzeuge weltweit effizienter und sauberer werden. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt: Jeder Euro, den wir in Wissenschaft und Forschung investieren, ist eine Investition in den Wohlstand und in die Zukunft unseres Landes.
Ich möchte mich auf die größte Investition in die Zukunft fokussieren, nämlich die künstliche Intelligenz. KI-Modelle entwickeln sich rasant weiter. Was gestern noch unmöglich schien, ist heute bereits Realität. Für Österreich bieten sich auch da große Chancen. Wir haben hervorragende Universitäten, innovative Unternehmen und kluge Köpfe. Jetzt gilt es, diese Stärken zu nutzen und dort mitzuspielen, wo wir einen echten Beitrag leisten können, denn es ist klar: Dieses Thema betrifft nicht nur unseren Wirtschaftsstandort, es ist auch eine Frage von Sicherheit und Souveränität. (Beifall des Abg. Taschner [ÖVP].) – Vielen Dank!
Sicherheit und Souveränität in der Forschung und in der Ökonomie: Man hat das zuletzt am Beispiel von Anthropic gesehen. Die US-Regierung hat den Zugang zu einem KI-Modell von Anthropic für ausländische Personen eingeschränkt. Das wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert, wenn solche Technologien den Europäern künftig nicht zur Verfügung stehen? Wie abhängig wollen wir von anderen Staaten oder anderen Kontinenten sein? Genau deshalb brauchen wir eine starke Forschung in Europa und in Österreich. Wer bei künstlicher Intelligenz und Forschung den Anschluss verliert, verliert nicht nur wirtschaftliche Chancen, sondern er verliert auch ein Stück technischer und technologischer Souveränität und damit ein Stück eigener Handlungsfähigkeit. (Abg. Zorba [Grüne]: ... investieren, oder?)
Österreich zählt zu den führenden Forschungsstandorten Europas. Mit einer Forschungsquote von 3,34 Prozent des BIP liegen wir EU-weit auf Platz drei. Darauf können wir stolz sein. Mein Appell an Sie, Frau Bundesministerin, lautet daher: Bleiben wir auf diesem Weg! Gerade in einer Zeit, in der Wissen, Innovation und künstliche Intelligenz über Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Wohlstand entscheiden, müssen wir weiter konsequent in Forschung investieren. – Vielen Dank. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Wotschke [NEOS] und Zorba [Grüne].)
10.43
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Nussbaum. 3 Minuten eingemeldete Redezeit. – Bitte.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.