RN/160
10.47
Abgeordnete Kira Grünberg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Österreich ist ein Land der Ideen, und Ideen entstehen dort, wo Menschen forschen, hinterfragen und Neues wagen. Genau diese Menschen, die forschen, hinterfragen und Neues wagen, kommen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Sie bringen unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Fragen, auf die sie nach Antworten suchen, mit – und genau darin liegt die Stärke der Forschung.
Forschung ist aber nur dann wirklich exzellent, wenn sie die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt. Genau da haben wir meiner Meinung nach noch einen Auftrag, denn Menschen mit Behinderungen sind in Wissenschaft und Forschung nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Dabei geht es aber keineswegs um Mitleid oder um Quoten, sondern es geht um Talent, es geht um Fähigkeiten und es geht um Perspektiven, die unserer Forschung fehlen, wenn Barrieren Menschen davon abhalten, ihren Weg in Labors, in Forschungszentren oder Universitäten zu gehen.
Für mich ist eines ganz klar: Menschen mit Behinderungen sind die besseren Problemlöser. Wir sind täglich mit Barrieren und Hindernissen konfrontiert, die wir überwinden müssen. Wir müssen kreativ und innovativ sein, um unseren Alltag leben zu können, und wir müssen uns leider teilweise immer noch an die nicht barrierefreie Umwelt anpassen. Wir müssen neue Wege gehen, wir müssen umdenken und wir müssen Herausforderungen wahrnehmen. Doch meiner Meinung nach ist genau das auch eine Superkraft, aber diese Superkraft müssen wir auch tagtäglich nützen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Wenn man genau hinschaut, dann sieht man sie jeden Tag – die abgesenkte Gehsteigkante, die heute jeder Kinderwagen, jeder Rollkoffer und jedes Fahrrad ganz selbstverständlich nutzt. Diese wurde ursprünglich von und mit Rollstuhlfahrer:innen erkämpft. Die Untertitel, die heute allgegenwärtig sind, wurden ursprünglich für gehörlose und schwerhörige Menschen entwickelt. Immer wieder zeigt sich, dass das, was ursprünglich eigentlich für Menschen mit Behinderung geplant war, das Leben für uns alle erleichtert. Genau diese Denkweise brauchen wir auch in der Forschung. Deshalb wünsche ich mir, dass wir die Forschung künftig noch stärker inklusiv denken, dass wir mehr junge Menschen mit Behinderung für Mint-Fächer begeistern, Barrieren im Studium und in der Forschung konsequent abbauen und Karrieren ermöglichen, die heute noch oft an Hürden scheitern. Denn: Die besten Ideen entstehen dort, wo unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen. – Vielen Dank.(Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS.)
10.50
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Della Rossa. Die eingemeldete Redezeit darf ich mit 3 Minuten einstellen. – Bitte, Herr Abgeordneter.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.