RN/161

10.51

Abgeordneter Mag. Antonio Della Rossa (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Werte Zuhörende und Zusehende! Liebe Kolleginnen und Kollegen! UG 31: Frauen, Wissenschaft und Forschung. Ich finde – ganz anders als Herr Kassegger –, das ist ein wunderschöner Titel. Nicht, weil mir andere Titel wie: Kunst und Kultur, oder: Bildung, nicht auch gefallen würden, aber es führt etwas Richtiges zusammen und denkt etwas Richtiges zusammen – Frauen und Wissenschaft. Zwei Worte, die leider nicht nur historisch selten gemeinsam fallen. Dabei haben Frauen bekanntlich wissenschaftliche Exzellenz gezeigt, wurden leider nur viel zu oft übersehen, überhört, zu spät gewürdigt. 

Genau da setzen Sie an, sehr geehrte Frau Ministerin. Der Budgetdienst des Parlaments würdigt das auch. Es geht um ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen, in Gremien, beim wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs und in Studienfeldern. Und das ist richtig. Die Wirkungsziele zeigen es deutlich, fix the numbers, fix the institutions, fix the knowledge, oder auf gut Deutsch: Wir müssen die Zahlen verändern, wir müssen die Institute verändern und wir müssen auch das Wissen selbst verändern. Fix the numbers heißt: Frauen in Spitzenpositionen, mehr Frauen bei Professuren, mehr Frauen in Entscheidungsgremien und, ja, auch in Mint-Fächern. Fix the institutions: Hochschulen müssen sichere Arbeits- und Lernfelder sein, frei von geschlechterbasierter Gewalt, frei von Strukturen, die Frauen ausbremsen. (Beifall bei der SPÖ.) Fix the knowledge: Forschung und Lehre müssen die Geschlechterdimensionen ernst nehmen, denn Wissenschaft wird definitiv besser, wenn sie die gesamte Gesellschaft und nicht nur einen kleinen Teil davon im Blick hat. 

Genau da kommen wir zum Kern, zum Mittelbau, denn wenn wir über Frauen in der Wissenschaft reden, dann dürfen wir nicht erst bei den Professuren anfangen. Der Weg dorthin beginnt ja wesentlich früher. Er beginnt bei den Studentinnen, bei den Doktorandinnen, bei den Postdocs, bei den Lektorinnen, Projektmitarbeiterinnen et cetera. Der Mittelbau ist ja nicht nur das Hinterzimmer, er ist sozusagen der Maschinenraum, der alles zusammenhält. Dort werden Seminare gehalten, Prüfungen korrigiert, Studierende betreut, Projektanträge geschrieben. Dort wird geforscht, organisiert, publiziert, schlussendlich werden dort auch Drittmittel organisiert. Ohne Mittelbau funktioniert keine Universität. Trotzdem ist gerade dieser Bereich oft von Unsicherheit geprägt, das wissen Sie auch. Viele hangeln sich von Vertrag zu Vertrag, viele arbeiten befristet, viele leisten hervorragende Arbeit, bekommen aber selbst zu wenig Perspektive. Ja, da müssen wir bei aller Uniautonomie schon genau hinschauen; wenn man sich so manche Rektorengehälter anschaut, dann halte ich das für besonders wichtig. 

Somit ist es nicht nur ein Gleichstellungsthema, es ist auch ein Thema der sozialen Gerechtigkeit. Wer aus einem wohlhabenden Elternhaus kommt, kann vielleicht ein paar Jahre prekäre Verträge abfedern – ja, das geht. Wer Rücklagen hat, kann vielleicht länger durchhalten. Wer aber aus einer Arbeiterfamilie stammt, wer keine finanzielle Absicherung im Hintergrund hat, wer vielleicht selbst Familie gründen will, für den wird Wissenschaft ziemlich schnell zum Nadelöhr. Das fängt beim Studium an. Da ist es besonders wichtig, und dafür bin ich Ihnen besonders dankbar, dass die Studienbeihilfe valorisiert wird. Ich selber hätte sonst nie studieren können, wenn es die Studienbeihilfe nicht gegeben hätte. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Gmeinbauer [ÖVP] und Doppelbauer [NEOS].)

Ja, das betrifft vor allem viele Frauen, denn Talent ist bekanntlich gleich verteilt, Chancen sind es leider immer noch nicht. Politik hat nun einmal die Aufgabe, diese Chancen gerecht zu machen. Ich glaube, dieses Budget zeigt: Unsere Universitäten sind gut finanziert. Wir schauen auf den Mittelbau und nicht nur auf die Rektorate. Wir kümmern uns um Studierende, verbessern die soziale Durchlässigkeit und kümmern uns um Gleichstellung und Gerechtigkeit in der Wissenschaft und Forschung; und das ist auch gut so. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

10.55

Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Als Nächste zu Wort gemeldet: Frau Abgeordnete Gmeinbauer. Eingemeldete Redezeit: 3 Minuten.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.