RN/178
11.59
Abgeordnete MMag. Dr. Agnes Totter, BEd (ÖVP): Vielen Dank, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! (Abg. Michael Hammer [ÖVP]: Das ist ein Thema, mit dem ...!) Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Zuallererst möchte ich im Namen meines Kollegen Johann Weber eine Gruppe der Asfinag-Autobahnmeisterei Wolfsberg-Lavanttal hier im Hohen Haus begrüßen. – Herzlich willkommen! (Allgemeiner Beifall.)
Meine Damen und Herren, Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes. Mit Offensivmitteln in Höhe von 130 Millionen Euro im Jahr 2027 und 210 Millionen Euro im Jahr 2028 investieren wir vor allem in die Elementarpädagogik, den Ausbau ganztägiger Schulformen sowie in psychosoziale Unterstützung. (Abg. Steiner [FPÖ] – in Richtung Abg. Hammer [ÖVP] –: Was hab’ ich für eine Ausbildung nicht fertig gemacht?) Als Pädagogin, ehemalige Schulleiterin und nach Tätigkeit in der Schulaufsicht weiß ich aus eigener Erfahrung, in welchen Bereichen unsere Schulen Unterstützung brauchen. Deshalb freut es mich besonders, dass wir mit der Einführung des mittleren Managements einen langjährigen Wunsch vieler Schulleitungen umsetzen und so die Ressourcen für die pädagogisch-administrativen Fachkräfte – eingeführt in der letzten Legislaturperiode – weiter ausbauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Schulleiterinnen und Schulleiter tragen heute enorme Verantwortung – organisatorisch, pädagogisch, aber auch personell – und sind mit vielen administrativen Tätigkeiten konfrontiert. Diese administrativen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, stärkt die Qualität an unseren Schulen. Besonders wichtig ist es mir, zu betonen, dass wir als Volkspartei dafür gesorgt haben, dass nicht nur große Schulen und Schulstandorte davon profitieren. Auch kleine Schulen erhalten künftig – mit dem nächsten Schuljahr, also nicht heuer – Ressourcen für Administration im Rahmen des mittleren Managements. (Beifall bei der ÖVP.)
Gerade im ländlichen Raum sind nämlich viele Schulen kleinstrukturiert, sie leisten aber hervorragende Arbeit und verdienen dieselbe Wertschätzung wie große Schulen. (Beifall der Abg. Baumgartner [ÖVP].)
Es freut mich auch, dass die Mittel für die administrative Assistenz, sprich die Schulsekretariate an Pflichtschulen, im Bundesfinanzausgleich gut abgesichert sind und die 66 Prozent, die der Bund zahlen muss – noch unter Bundesminister Faßmann beschlossen –, weiterhin zur Verfügung stehen.
Geschätzter Herr Minister, Sie sind ein junger, sehr engagierter Bundesminister, aber die Erfahrung und die Expertise im Bildungsbereich (Abg. Bernhard [NEOS]: Ah!) haben die Pädagoginnen und Pädagogen, die täglich in der Klasse stehen (Abg. Shetty [NEOS]: Der letzte Minister hat ein bissl zu viel Erfahrung gehabt!) und im Schulalltag auch gut reüssieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scherak [NEOS].)
Genau diese Gruppe haben Sie im Rahmen von Freiraum Schule nach ihren täglichen Herausforderungen befragt – das halte ich für wichtig –, und sie haben auch viele Rückmeldungen abgegeben. Ich finde, dass es wichtig ist, dass wir genau diese Punkte in dieser Legislaturperiode gut abarbeiten. Ein wichtiger Punkt daraus ist nämlich Sonderpädagogik und Inklusion. Es kann nämlich nicht sein, dass ausgerechnet jene Kinder, die den größten Unterstützungsbedarf haben, oft von den am wenigsten oder gar nicht ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden. Noch dazu zahlen das die Gemeinden. Wir wissen: Schulassistenz liegt bei den Gemeinden, aber die pädagogische Arbeit ist nicht deren Aufgabe. Da besteht also eine echte Ausbildungslücke, da es derzeit keine entsprechende Ausbildung gibt. Wir brauchen endlich eine vollwertige Ausbildung für Inklusion und Sonderpädagogik. (Beifall bei der ÖVP.)
Wer Kinder mit besonderen Bedürfnissen begleitet, meine Damen und Herren, braucht höchste fachliche Kompetenz und auch Qualifikation, und genau diese müssen wir künftig sicherstellen. Meine Damen und Herren, ich bin genauso wie viele Pädagoginnen und Pädagogen und auch Schulleitungen nach wie vor der Meinung, dass unsere Kinder durch Testen nicht besser werden, und ich bin überzeugt davon, dass man auch Geld einsparen könnte, indem man die IKM-plus-Testung nicht zweimal pro Schulart, sondern vielleicht nur einmal durchführt. Dieses Geld könnte man dann in Inklusion oder auch in das so wichtige Zweilehrer:innensystem in der Volksschule investieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Herr Minister, Sie haben gesagt, die Sicherung der Grundkompetenzen sei sehr wichtig – ich glaube, damit könnten wir genau das erreichen.
Was ich aber begrüße, ist, dass wir weiterhin in psychosoziale Unterstützung investieren. Das ist natürlich in Zeiten wie diesen notwendig, und das ist auch eine echte Unterstützung im Schulalltag und weit darüber hinaus. Ich freue mich auch, dass wir weiterhin mit Nachdruck an einem Verbot der sozialen Medien für Kinder und Jugendliche arbeiten, denn wir wissen alle, was die unkontrollierte Nutzung von digitalen Geräten und sozialen Medien in der Gesellschaft anrichtet.
Abschließend möchte ich mich bei allen Lehrerinnen und Lehrern und Schulleitungen an unseren Schulen für ihre großartige Arbeit tagein, tagaus bedanken. Den Schülerinnen und Schülern wünsche ich einen guten und erfolgreichen Abschluss dieses Schuljahres. Genießen Sie die wohlverdienten Sommerferien, tanken Sie Kraft und kommen Sie wieder gesund und mit neuer Energie in das nächste Schuljahr! – Herzlichen Dank! (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Wotschke [NEOS].)
12.05
Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Silvia Kumpan-Takacs. – Ich stelle Ihre Redezeit auf 4 Minuten ein, Frau Abgeordnete.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.