RN/212
14.34
Abgeordneter Ing. Johann Weber (ÖVP): Vielen Dank, Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren auf der Galerie und auch zu Hause vor den Bildschirmen! Es ist nicht meine Art, auf einen Vorredner zu replizieren (Abg. Fürtbauer [FPÖ]: Musst eh nicht!), aber ich muss jetzt trotzdem einmal etwas sagen.
Herr Fürtbauer, Sie bestätigen mir wieder ein Bild, das ich hier schon über mehrere Tage, Wochen, Monate und Jahre gewinnen darf. Ich weiß nicht, ob wir hier im Haus immer alle vom gleichen Land reden. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr von Österreich sprecht. Wir reden von Österreich, und ich spreche jetzt zum Doppelbudget von Österreich. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Vieles wurde von vielen schon gesagt, wenig überraschend widme ich mich jetzt als wahrscheinlich einer der wenigen dem landwirtschaftlichen Schulwesen. Unsere land- und forstwirtschaftlichen Schulen sind weit mehr als Ausbildungsstätten, sie sind Zukunftswerkstätten, speziell für den ländlichen Raum. Rund 13 000 Schülerinnen und Schüler werden dort ausgebildet. In den Maturaschulen haben wir im aktuellen Schuljahr eine Maturaquote von beeindruckenden 94 Prozent gehabt. Heuer sind insgesamt mehr als 700 Schülerinnen und Schüler zur Matura angetreten. Etwa 600 Absolventinnen und Absolventen schlossen die Ausbildung in der fünfjährigen Ausbildungsform erfolgreich ab, und im dreijährigen Aufbaulehrgang haben circa 100 die Matura erfolgreich abgeschlossen. Und weit über 1 000 haben die landwirtschaftlichen Fachschulen als Facharbeiter abgeschlossen. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Sie haben gesagt, Sie wollen zum Budget reden!)
Eine besonders erfreuliche Tatsache konnte ich persönlich beim 40-jährigen Maturatreffen in der HBLFA Raumberg-Gumpenstein im wunderschönen Ennstal, Herr Royer, in Irdning, feststellen. Damals, als ich dort Schüler war, haben wir unter den Schülern einen Damen-, Frauenanteil von 1 Prozent gehabt. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Ich glaube, Sie wollten was zum Budget sagen!) – Ich komme noch dazu. – Jetzt haben wir einen Anteil von 53 Prozent Schülerinnen in Raumberg. Der Frauenanteil ist in allen Schulen derart angestiegen, und das finde ich grundsätzlich gut. Das passt schon. (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Können Sie jetzt zum Budget etwas sagen?)
Dass die Mittel für die landwirtschaftlichen Schulen im Budget sogar erhöht werden und damit auch weiterhin sichergestellt ist, dass 1 300 Lehrerplanstellen abgesichert sind, dafür ein großes, großes Dankeschön, Herr Bundesminister. Ich glaube, da werden sich die Kolleginnen und Kollegen in Österreich sehr darüber freuen. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Eine gute Ausbildung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den landwirtschaftlichen Betrieb. Studien, unter anderem von Prof. Leopold Kirner, zeigen nämlich ganz klar: Gut ausgebildete Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter investieren gezielter, wirtschaften erfolgreicher, planen langfristiger und sichern damit auch die Zukunft ihrer Höfe und machen Österreich zum schönsten Land der Erde. Gute Bildung schafft aber auch Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung.
Geschätzte Damen und Herren, unsere Bäuerinnen und Bauern leisten tagtäglich Großartiges: Sie versorgen uns mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln, pflegen unsere Kulturlandschaft, schützen Boden und Wasser und leisten einen ganz wichtigen Beitrag auch zum Klimaschutz – dafür ein großes Dankeschön –, und dafür brauchen sie auch weiterhin faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine Ausbildung auf höchstem Niveau.
Dieses Budget setzt genau dort an: Es stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe, investiert in die nächste Generation und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Landwirtschaft auch in Zukunft entsprechend erfolgreich bleiben wird.
Herr Bundesminister, ein großes Dankeschön für das Verhandlungsgeschick, das all das ermöglicht hat. Abschließend möchte ich aber auch noch allen Kolleginnen und Kollegen, dem gesamten Personal in den landwirtschaftlichen Schulen in Österreich für die hervorragende Arbeit, die sie geleistet haben, danken und allen eine erholsame Ferienzeit wünschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
14.38
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Bettina Zopf.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.