RN/215
14.45
Abgeordneter Ing. Josef Hechenberger (ÖVP): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher hier und auch zu Hause! Jetzt haben gut 30 Redner zu diesem Tagesordnungspunkt geredet, viele haben über die Landwirtschaft geredet. Ich möchte jetzt zu meinen Berufskollegen, den Bäuerinnen und Bauern, sprechen. Ich bin selber sehr stolz und froh, einen landwirtschaftlichen Rinderbetrieb mit meiner Frau zu bewirtschaften. Ich weiß, was es heißt, jeden Tag Landwirtschaft zu betreiben – welcher Aufwand das ist –, und da wirklich ein Danke an all die Bauernfamilien in ganz Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich möchte einen Punkt von Kollegin Doppelbauer aufnehmen. – Liebe Karin, du hast es, glaube ich, richtig auf den Punkt gebracht: Es geht nur miteinander – Wertschätzung und Wertschöpfung. Es muss unser Ziel sein, dass wir auch die Wertschöpfung in der Produktion steigern, deshalb haben uns wir vom Bauernbund mit dem Projekt Schleuderpreise stoppen bereits im Frühjahr massiv dafür eingesetzt, dass wir diesem Preisverfall – gerade zum Beispiel bei der Milch und beim Fleisch (Zwischenruf des Abg. Koza [Grüne]) – entgegenwirken, denn eines muss man ganz offen sagen: Es ist nicht lustig, wenn einerseits die Produktionskosten steigen und andererseits die Produktpreise für die Bauern sinken. Da müssen wir gemeinsam dagegenhalten, aber da würde ich mir wünschen, dass wir diesen Impuls alle miteinander gemeinsam und geschlossen geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Jetzt zum Budget 2027/2028: Als Tiroler darf ich mich wirklich speziell auf das Thema Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und auch Umweltprogramme konzentrieren. Da ist es dir, lieber Minister, lieber Norbert, gelungen – danke für deinen Einsatz –, dass diese Mittel auch für 2027 und 2028 in vollem Umfang zur Verfügung stehen, denn wir wissen alle, wie kräfteraubend, wie anstrengend, wie arbeitsintensiv Berglandwirtschaft ist, und da ist es die Wertschätzung unsererseits, diese Leistungen entsprechend abzugelten. (Zwischenruf der Abg. Tomaselli [Grüne].) Auch im Sparbudget 2027/2028 war es uns wichtig, dass wir die Mittel für die Berglandwirtschaft sichern, und ich glaube, das ist auch gelungen. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne].)
Landwirtschaft ist viel mehr als nur Lebensmittelproduktion – danke für die Lebensmittelproduktion, aber es ist viel mehr –: Es ist letztendlich auch Kulturlandschaftspflege, es ist die Grundlage für den Tourismus, es ist der Erhalt der Biodiversität, es ist in den Berggebieten, dass man letztendlich auch durch die Bewirtschaftung der Almen, der Heimbetriebe die Naturgefahren reduziert, und deshalb braucht es diese finanziellen Mittel.
Norbert – also ich glaube, da muss man sich wirklich beim Minister herzlich bedanken. (Beifall bei der ÖVP.)
Ein Thema ist mir schon auch wichtig, an die Grünen, an Olga gerichtet: Olga, das hast du eigentlich nicht notwendig – dieses dauernde Spalten der Bauern in Bio- und konventionell. Das bringt uns ja nicht weiter. (Abg. Voglauer [Grüne]: Wir spalten nicht!) Seien wir ganz ehrlich: Es gibt Biobauern, es gibt konventionelle Betriebe, die hin und wieder Pflanzenschutz einsetzen (Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Alles wird gespalten!), beides ist richtig, aber schauen wir, dass wir die Gruppe zusammenhalten! Das Spalten hilft uns nicht. (Abg. Voglauer [Grüne]: Führen wir eine ... ein! – Zwischenruf des Abg. Schwarz [Grüne].) Ich glaube, es wäre auch richtig, wenn das ein bisschen in das Stammbuch der Grünen geschrieben würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kassegger [FPÖ]: Jetzt sind die Grünen auch schon die Spalter!)
Zum Abschluss, geschätzte Damen und Herren, eine Botschaft an die Kollegen von der FPÖ: Ausgekannt hat sich eigentlich niemand bei dem, was sie dahergeredet haben, das war ein Geschwurbel. Faktum ist, sie müssen halt dagegen sein, denn dafür können sie beim Budget auch nicht sein, weil das Papier, das am Tisch liegt, ja ein gutes ist. Jetzt weiß ich schon, dass man ein bisschen dagegen ist. Ich sage nur eines ganz offen: Dieses laufende Ändern der Meinung innerhalb der FPÖ ist für mich schon spannend, denn seien wir ganz ehrlich: Gebt einmal im Internet – Google – Herkunftskennzeichnung, Fürtbauer, Freiheitliche ein! Es ist total spannend, was kommt: das Gegenteil dessen, was er heute sagt. (Zwischenruf der Abg. Voglauer [Grüne]. – Abg. Fürtbauer [FPÖ]: Ich habe heute zur Lebensmittelkennzeichnung nicht einmal was gesagt!) – Kollege Fürtbauer, ich verstehe dich nicht: einmal so und einmal so. Aber das macht nichts. (Abg. Lukas Hammer [Grüne]: Der Fürtbauer ist aber nicht in der Regierungsverantwortung!)
Abschließend auch an die FPÖ gerichtet: Wir wissen, Kollege Schmiedlechner hat einen Arbeitsunfall gehabt, und ich möchte ihm auf diesem Wege gute Besserung wünschen, damit er bald wieder ins Parlament zurückkommt, damit wir diskutieren können. (Zwischenruf des Abg. Schwarz [Grüne].)
An die Konsumentinnen und Konsumenten gerichtet: In der Sommersaison ist Grillen angesagt – legt euch ein gutes Stück österreichisches Fleisch auf den Grill (Abg. Scherak [NEOS]: ... argentinisch ...!), dann habt ihr etwas Gescheites und dann drückt ihr auch Wertschätzung für die Landwirtschaft aus, wenn ihr heimisch einkauft! – Alles Gute! (Beifall bei der ÖVP.)
14.49
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Lukas Hammer.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.