RN/259

18.24

Abgeordnete Heike Eder, BSc MBA (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Liebe Frau Ministerin! Liebe Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher daheim oder wo auch immer! Ja, es wurde heute schon besonders viel gesagt. Ich hole Sie jetzt gerne von dem Thema Gesundheit zurück zum Thema Soziales. Ich spreche heute über ein Thema, das mir als Inklusionssprecherin ganz besonders am Herzen liegt. Vor wenigen Wochen habe ich einen Zeichenwettbewerb ausgerufen und Kinder in Sonderschulen und Inklusionsklassen eingeladen, zu zeichnen und mitzumachen. Die Frage an die Kinder war: Wie stellst du dir eine inklusive Welt vor? Die Einsendungen waren total beeindruckend, daher musste ich auslosen. Die Gewinnerklasse ist die Schule im Park aus Bludenz in meinem Heimatbundesland Vorarlberg. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP, SPÖ und Grünen. – Abg. Belakowitsch [FPÖ]: Zufall!) 

Ich bitte jetzt meinen Mitarbeiter, euch das Werk zu zeigen. (Die Rednerin entrollt mithilfe eines Mitarbeiters eine mehrere Meter lange bunte Collage, auf der neben der Aufschrift „Unsere inklusive Welt“ Menschen von hinten und kurze Texte zu sehen sind, vor der Regierungsbank.) Teilgenommen hat die ganze Schule, über 250 Kinder haben mitgemacht, Kinder mit Behinderung und Kinder ohne Behinderung. In Summe kam ein Kunstwerk zustande, das an die 30 Meter misst. (Allgemeiner Beifall.)

Diese Kinder, meine Damen und Herren, haben mit dem Bild geschafft, woran wir regelmäßig scheitern, nämlich niemanden auszuschließen – denn Inklusion ist nicht nur eine Aufgabe für einzelne Kinder, sondern sie ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Sie endet nicht an Schultoren, sondern sie gehört in die Ausbildung, sie gehört an den Arbeitsplatz und in jeden einzelnen Lebensbereich. Genau das wollten die Schülerinnen und Schüler der Schule im Park in Bludenz uns damit mitgeben und sagen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ, NEOS und Grünen.)

Meine Damen und Herren, auch die aktuelle Budgetsituation macht natürlich vor Menschen mit Behinderungen keinen Halt. Wenn wir uns aber anschauen, wo wir stehen, dann kann man auch durchaus sagen: Wir sind, was Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderungen anbelangt, im europäischen Vergleich durchaus im Spitzenfeld. Wir müssen uns da definitiv nicht verstecken. 

Geld ersetzt aber auch nicht das Dazugehören. Dazugehören beginnt nämlich beim Betriebsausflug, den man vielleicht ohne den Mitarbeiter im Rollstuhl plant. Es beginnt damit, dass man beispielsweise eine Sitzung im dritten Stock ohne einen Liftzugang oder beim Stehbuffet ohne einen einzigen Sitzplatz macht. Beim Buffet denken wir oft an unsere vegetarischen Kollegen, beim Buffet denken wir oft an jene, die kein Schweinefleisch essen, aber wir vergessen meist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.

Meine Damen und Herren, die Kinder in Bludenz haben zwei Stifte gebraucht, damit niemand zurückgelassen und niemand ausgeschlossen wird. Ich glaube, das schaffen auch wir, und zwar in der Gesellschaft und in der Gesetzgebung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der Grünen.)

18.27

Präsident Peter Haubner: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Lisa Aldali mit einer freiwilligen Redezeitbeschränkung von 3 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.