RN/260

18.27

Abgeordnete Lisa Aldali (NEOS): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich darf heute zur UG 24, also zum Tierschutz, sprechen. Als Lehrerin habe ich ja schon viel gesehen und erlebt, aber dass junge Menschen ganz gezielt wehrlose Tiere quälen, davon Videos machen und diese ins Netz stellen, ist neu. Als das Bundeskriminalamt kürzlich darüber informiert hat, ist mir im wahrsten Sinne des Wortes die Spucke weggeblieben. Es wurde vor kriminellen Onlinenetzwerken gewarnt. Eine Etappe in diesem perfiden Zirkel ist fast immer das Quälen von Tieren. Junge Menschen tun Tieren unfassbares Leid an, nur um diese Grausamkeiten im Netz zu teilen. Das ist für mich eine erschreckende neue Dimension der Tierquälerei, die wir alle gemeinsam kompromisslos bekämpfen müssen. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Hechenberger [ÖVP].)

Tierquälerei hat aber viele Facetten, sehr geehrte Damen und Herren. Sie passiert oft völlig legal im privaten Wohnzimmer, zum Beispiel bei der Qualzucht von Haustieren. Damit meinen wir Tiere, die so gezüchtet wurden, dass sie ihr Leben lang chronisch leiden: Möpse, die keine Luft mehr bekommen, weil die Nase so platt gezüchtet wurde, oder Faltohrkatzen, die Knorpel haben, die Schäden haben und sehr schmerzhaft sind. Diese wurden vermeintlich für ihre süße Optik gezüchtet. Das ist systemisches Leiden, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall der Abg. Doppelbauer [NEOS].)

Als langjährige Lehrerin und aktive Tierschützerin sage ich Ihnen: Diese Art, wie wir mit Tieren umgehen, zeigt, wie wir als Gesellschaft sind. Tierquälerei macht keine Budgetpause. Gerade in stürmischen Zeiten müssen wir alle gemeinsam hinschauen und den Schwächsten eine unüberhörbare Stimme geben. 

Das bringt mich zum vorliegenden Doppelbudget, sehr geehrte Damen und Herren! Trotz harter Konsolidierung steht unser Fundament. Wir sichern die Mittel für Tierschutz macht Schule ab, um Jugendliche früh für die Werte des Lebens zu sensibilisieren, und wir finanzieren die Umsetzung der strengen Qualzuchtbestimmung weiter. Das ist gelebte Verantwortung dieser Reformpartnerschaft. (Beifall bei den NEOS. – In Richtung FPÖ:) Und da lachen Sie! Okay. (Abg. Steiner [FPÖ]: Wer hat denn gelacht? – Zwischenruf des Abg. Deimek [FPÖ]. – Heiterkeit bei Abgeordneten der FPÖ.)

Aber für die Zukunft wird es noch mehr brauchen. (Abg. Steiner [FPÖ]: Wer hat jetzt gelacht?) Ich habe die bergbäuerliche Arbeit selbst eine Zeit lang von der Nähe miterlebt. Arbeiten wir gemeinsam auf die besten Zustände für Österreichs Tiere hin! Dafür dürfen wir den Tierschutz aber nicht länger auf Zahlen reduzieren. Wer Tierschutz ernst meint, sehr geehrte Damen und Herren, darf das im Budget nicht im Kleingedruckten verstecken. Wir brauchen einen eigenen, sichtbaren Budgetposten, denn echte Prioritäten versteckt man nicht. Sichern wir jetzt dieses Fundament gemeinsam ab und bauen wir die nötigen Mittel aus! Tieren ihre Würde zuzugestehen, darin zeigt sich unser aller Menschlichkeit. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Bundesministerin Schumann: Genau!)

18.31

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Michael Seemayer mit einer freiwilligen Redezeitbeschränkung von 4 Minuten. – Bitte, Abgeordneter.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.