RN/269
18.58
Abgeordneter Klaus Mair (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher:innen! Wenn wir heute über das Budget in der UG 20, dem Bereich Arbeit, sprechen, dann sprechen wir auch über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.
Diese Zukunft entscheidet sich ganz wesentlich in der Lehrausbildung, denn die Lehre ist weit mehr als eine Ausbildung. Sie ist das Rückgrat der Fachkräfte in unserer Republik. Rund zwei Drittel unserer Fachkräfte haben einen Lehrabschluss. Gleichzeitig herrscht gerade bei diesen Berufen aber ein großer Fachkräftemangel. Wer also über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts spricht, muss auch über die Lehre sprechen.
Ich freue mich deshalb, dass wir auch in herausfordernden budgetären Zeiten weiterhin gezielt in die berufliche Ausbildung investieren. Die Fakten sprechen für sich: Österreich zählt zu den Ländern mit der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit innerhalb Europas. Ein wesentlicher Grund dafür ist die duale Ausbildung. Es wäre daher fahrlässig, nicht auch in Zukunft in die duale Ausbildung zu investieren und diese auszubauen.
Die Lehre bietet jungen Menschen hervorragende Perspektiven. Wer einen Lehrabschluss hat, ist am Arbeitsmarkt gefragt, hat ein geringes Risiko, arbeitslos zu werden, verfügt über ein ausgezeichnetes Einkommen und hat auch große Aufstiegschancen in den Unternehmungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Trotzdem ist es so, ich glaube, man muss das auch selbstkritisch sehen, dass wir alle über die Lehre sehr, sehr positiv sprechen. Wenn es aber darum geht, dass wir unsere eigenen Kinder in einen Lehrberuf schicken, dann hört man schon immer wieder einmal: Ja, mein Kind soll es schon einmal besser haben! – Es geht mir dabei nicht darum, die Schule und die Lehre gegeneinander auszuspielen, ich möchte aber das Faktum kommunizieren, dass Karrieren nicht nur in Hörsälen beginnen. Viele erfolgreiche Unternehmungen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte haben uns gezeigt, dass Menschen mit einem Lehrberuf große Unternehmer geworden sind und selbstständig agieren, deshalb ist es mir wichtig, die positiven Dinge der Lehre auch in Zukunft zu kommunizieren. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Die Lehre kann heute alles, was ein modernes Bildungsinstrument braucht: Lehre mit Matura, Lehre nach der Matura, Zugang zu Fachhochschulen und Hochschulen sowie die höhere berufliche Bildung schaffen Durchlässigkeit und Perspektiven. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass junge Menschen die notwendigen Grundkompetenzen mitbringen. Wir haben das heute Vormittag auch schon im Bildungsbereich gehört: Lesen, Schreiben, Rechnen sind Grundlagen jeder erfolgreichen Ausbildung. Deshalb unterstützen wir die Maßnahmen zur Stärkung der Bildungsqualität und die Aufwertung der polytechnischen Schulen als wichtige Brücke hin zur Berufswelt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS.)
Geschätzte Damen und Herren, die Lehre ist keine Ausbildung zweiter Klasse. Sie ist ein Erfolgsmodell, ein Aufstiegsmotor und einer der wichtigsten Standortfaktoren unseres Landes. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dengler [NEOS].)
Ich darf mich an dieser Stelle bei allen Ausbildungsbetrieben recht herzlich für ihr Engagement für die Ausbildung bedanken und darf all denjenigen Jugendlichen, die vor Kurzem ihren Lehrabschluss gemacht haben, recht herzlich gratulieren und ihnen für ihre berufliche Zukunft alles Gute wünschen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dengler [NEOS].)
19.02
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Laurenz Pöttinger.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.