RN/302
10.32
Abgeordneter Christian Oxonitsch (SPÖ): Danke, Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Herr Bundesminister! Wir haben jetzt schon sehr viel über Familien, über Kinder, über Jugend geredet und natürlich auch über finanzielle Leistungen, auch über Unterstützungsangebote, über Maßnahmen, die die Familien im Alltag entlasten sollen. Keine Frage, das ist natürlich alles ganz wesentlich und ein ganz wichtiges Unterstützungsinstrument seitens des Staates für Familien in ihrem konkreten Lebensalltag! So gut eine gute Familienpolitik aber auch ist – sie schafft Chancen, sie gibt Sicherheit, sie unterstützt Eltern –, wissen wir natürlich auch, es gibt Kinder, die nicht die Möglichkeit haben, in ihren Familien aufzuwachsen – weil sie überfordert sind, weil sie mit den Belastungen des Alltags nicht zurande kommen –, die nicht jene Geborgenheit und jenen Schutz erfahren, der ihnen letztendlich eigentlich zusteht.
Das ist genau dieser Bereich, in dem die Kinder- und Jugendhilfe in Österreich, glaube ich, hervorragende Arbeit leistet. Es sind nicht ein paar wenige Kinder, man muss sich nur die Quantität vor Augen führen: Es sind rund 60 000 Kinder, rund ein Drittel, die entweder nicht bei ihren Familien aufwachsen können oder deren Familien im Alltag Unterstützung benötigen. Da springt die Familienhilfe ein: Sie unterstützt, sie gibt Hilfe, wo sie notwendig ist, und sie gibt den Kindern auch den entsprechenden Schutz und eine Stimme, wenn sie selbst keine mehr haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich glaube, es ist höchst an der Zeit und wir sind gut beraten, den Tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an dieser Stelle ein großes Dankeschön für ihr Engagement und für ihre Arbeit zu sagen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].)
Genau deshalb war es so besonders wichtig, dass wir uns seitens der Bundesregierung zur Harmonisierung der Standards in der Kinder- und Jugendhilfe in Österreich bekannt haben: dass es keinen Unterschied geben darf, wo ein Kind aufwächst, in welchem Bundesland es aufwächst, dass es dringend notwendig ist, die Standards gemeinsam weiterzuentwickeln, gemeinsam seitens des Bundes und natürlich auch seitens der Länder.
Wir haben uns das im Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt, und ich glaube, es ist jetzt wichtig, dass wir das tatsächlich auch ins Laufen bringen. Wir haben ja hier im Nationalrat bereits einen gemeinsamen Beschluss gefasst, es haben auch die Referentinnen und Referenten der Länder den Beschluss gefasst, dass es notwendig ist, diese weiterzuentwickeln, und es gibt letztendlich auch immer wieder die Anregungen seitens der Volksanwaltschaft, dass wir da tatsächlich einen dringenden Handlungsbedarf haben.
Ich glaube, Frau Bundesminister, es ist wichtig, dass wir das aufgenommen haben. Ich hoffe, dass wir jetzt tatsächlich rasch dazu kommen, was wir uns als Ziel gesetzt haben, nämlich wirklich die höchsten Standards in der Kinder- und Jugendhilfe weiterzuentwickeln, zu schauen, wo es Defizite gibt. Wir alle wissen, die Belastungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind da sehr hoch. Bei aller Wichtigkeit dessen, die Unterstützung den Familien zu geben, ist es, glaube ich, auch wichtig, uns gemeinsam dafür zu engagieren, dass die Kinder- und Jugendhilfe zu den Ressourcen kommt – gemeinsam mit den Ländern, gemeinsam mit der Zivilgesellschaft –, wie wir sie im Regierungsprogramm vereinbart haben. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
10.35
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Kumpan-Takacs. 3 Minuten eingemeldete Redezeit.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.