RN/58

13.45

Abgeordnete Elisabeth Feichtinger, BEd BEd (SPÖ): Danke, Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Gehen wir weg von der Emotion, wieder zurück zu den Fakten, hätte ich gesagt. Fakt ist, dass die letzten zwölf Monate die trockensten seit Beginn der österreichischen Messaufzeichnungen sind (Zwischenruf des Abg. Schmiedlechner [FPÖ]); und auch der Sommer hat Rekorde in Bezug auf Trockenheit, Hitze und vor allem Temperaturen gebrochen. (Abg. Darmann [FPÖ]: Fakt und Emotion müssen einander nicht ausschließen!) Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist es nicht nur eine Zahl der Wetterstatistik, sondern es ist ein Feld, auf dem die Pflanzen nicht mehr so wachsen, wie sie gewachsen sind; es ist eine Wiese, wo das Futter fehlt. Im Stall stellt man sich die Frage, ob sich eigentlich das Futter bis zum nächsten Frühjahr noch ausgeht. Deshalb war es auch wichtig und richtig, dass den Bäuerinnen und Bauern sofort geholfen worden ist. Das Dürrepaket ist eine notwendige Soforthilfe. Es hilft dort, wo die Betriebe aktuell aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit in Not gelangt sind.

Eines ist definitiv klar: Das Dürrepaket war der Feuerlöscher. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns um den Brandschutz kümmern, denn die Dürre dieses Jahres wird keine einmalige Ausnahme sein. Deshalb müssen wir unsere landwirtschaftlichen Betriebe widerstandsfähiger machen. Resilienz beginnt definitiv nicht erst dann, wenn wieder die ersten Ernteausfälle kommen, sondern sie beginnt im Boden. Ein gesunder Boden ist wie ein Schwamm: Er kann Wasser aufnehmen, wenn es regnet; er kann Wasser speichern, wenn Trockenheit herrscht; und er gibt natürlich das Wasser dann an die Pflanzen ab, wenn sie es notwendig brauchen. Genau deshalb müssen wir schauen, dass mehr Humus in unseren Böden aufgebaut wird und auch gehalten wird.

Wir müssen unsere Bäche, Teiche, Flüsse und Moore schützen und dort, wo es notwendig ist – jetzt kommt es –, auch renaturieren. Den Mut müssen wir in Zeiten wie diesen haben. Wir müssen uns anschauen, wie wir unsere Böden bearbeiten, damit sie Wind und Sonne nicht schutzlos ausgesetzt sind. Wir müssen natürlich auch wieder mehr Bäume und Sträucher in unserem Land setzen, denn sie schützen den Boden vor Austrocknung und sie machen unsere Kulturlandschaft stabil. Viele Bäuerinnen und Bauern machen das auch schon: Sie probieren neue Anbaumethoden aus, sie bauen Humus auf, sie achten auf Bodenfruchtbarkeit und sie setzen auf Begrünung und natürlich auch auf die Vielfalt.

Diese Menschen müssen wir unterstützen, denn Klima und Landwirtschaft sind keine Gegensätze. Der Klimaschutz ist essenziell, damit auch die Landwirtschaft funktioniert. Wir brauchen deshalb auch beides, denn am Ende geht es um etwas sehr Einfaches, eine Lebensnotwendigkeit, und zwar: Unser Essen – ist Faktum – wächst nicht in den Supermärkten, sondern unser Essen wächst auf unseren Feldern – und das beginnt mit Wasser in den Böden. Deshalb müssen wir heute für morgen sorgen, dass auch morgen noch genug Wasser in unseren Böden ist.

Das ist die Verantwortung für unsere Bäuer:innen, das ist die Verantwortung für unser Land und vor allem für die Landwirtschaft und es ist die Verantwortung für die Menschen in unserem Land (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP), denn wer das Klima schützt, schützt unser Land – und wer unser Land schützt, schützt unsere Zukunft. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Giuliani-Sterrer [FPÖ]: Amen!)

13.48

Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Michael Fürtbauer.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.