RN/203
21.32
Abgeordneter Christoph Zarits (ÖVP): Danke, Herr Präsident! Frau Rechnungshofpräsidentin! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir heute über den Follow-up-Bericht des Rechnungshofes sprechen, dann geht es für mich nicht nur um Zahlen oder Budgets, sondern um die Grundlage des Sportlandes Österreich. Wir sprechen über Hunderttausende Menschen, die sich ehrenamtlich im Sport engagieren, wir sprechen über Trainerinnen und Trainer, und wir sprechen vor allem über die Verbände. Und eines möchte ich schon sagen: Sport ist wichtig für unsere Gemeinschaft, Sport ist wichtig für die Gesellschaft, für Inklusion, Integration, er ist ein Faktor, der uns als Volkspartei enorm wichtig ist.
Für uns ist eines klar: Wir haben in Österreich ein Sportsystem – und das sehe ich schon ein bisschen differenzierter als Herr Kollege Leinfellner –, das gut funktioniert. Gerade in Krisenzeiten haben wir gesehen, was der organisierte Sport kann. Wir stehen als Volkspartei ganz eindeutig zur Autonomie des Sports. Wir wollen, dass der Sport selbst entscheidet, was für den Sport am besten ist. Der organisierte Sport hat vor allem in den letzten Jahren gezeigt und zeigt es immer wieder, dass das Geld, das die Verbände und die Vereine bekommen, auch dort ankommt, wo es hingehört, nämlich bei den Sportlerinnen und Sportlern und vor allem auch im Nachwuchsbereich. Der organisierte Sport ist für mich ein wichtiger Teil, er ist ein wesentlicher Teil der Lösung.
Zum Follow-up-Bericht, den wir heute diskutieren: Ja, da gibt es natürlich Empfehlungen des Rechnungshofes. Das nehmen wir sehr, sehr ernst. Der Rechnungshof ist für uns in der parlamentarischen Arbeit ein sehr, sehr wichtiges Instrument. Ich bin Burgenländer, und im Burgenland sehen das nicht alle so, dass der Rechnungshof tolle Arbeit leistet, aber ich stehe zu den Empfehlungen des Rechnungshofes, und diese gehören natürlich auch umgesetzt. Gleichzeitig müssen wir, Kollege Leinfellner, den Bericht aber auch vollständig lesen. Es wurden ja Empfehlungen des Rechnungshofes bereits umgesetzt. Es geht da um Abrechnungskontrollen, es geht da um Rückstände, die aufgearbeitet wurden, und vor allem wurden von der Bundes-Sport GmbH die Stichprobenkontrollen und risikoorientierten Prüfungen schon umgesetzt. Die Fortschritte sind wichtig, und wir sind in der Sportpolitik natürlich bestrebt, das Sportsystem und vor allem das Fördersystem weiterzuentwickeln. Das ist für uns natürlich klar: Wir müssen verbessern, was verbessert werden muss, ohne aber die Strukturen und die Autonomie des Sports zu schwächen.
Ich glaube, Österreich ist ein Sportland. Wir haben ein Fördersystem, das vor allem auf eines abzielt: darauf, die Ehrenamtlichkeit zu stärken. Der Sport muss schon speziell betrachtet werden, weil er natürlich sehr, sehr stark von unseren ehrenamtlichen Strukturen profitiert. Für mich ist die Autonomie des Sports kein Nebensatz in unserer Sportpolitik, sondern sie ist ein Grundprinzip. Für mich ist eines ganz klar – und ich glaube, das ist das Entscheidende –: Der Staat, wir als Politiker müssen dem Sport Rahmenbedingungen vorgeben. Wir müssen natürlich auch Transparenz sicherstellen, und wir müssen sicherstellen, dass die Förderungen, dass öffentliche Gelder auch dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich bei den Verbänden, bei den Vereinen, bei den Sportlerinnen und Sportlern und vor allem auch bei der Nachwuchsarbeit.
Was ich aber nicht möchte, ist, dass sich der Staat und die Politik in die Autonomie des Sports einmischen und dass der Staat sozusagen ein Sportdirektor sein soll. Der Staat muss die Rahmenbedingungen schaffen, der Sport übernimmt Verantwortung, und die Menschen im Sport entscheiden über den Sport. Ich glaube, das hat sich in der Vergangenheit bewährt. Wir haben eine Struktur, die sehr, sehr gut funktioniert. Ich habe es angesprochen: Die Empfehlungen nehmen wir natürlich sehr, sehr ernst. Wir müssen uns weiterentwickeln. Wir müssen die Strukturen weiterentwickeln. Wenn wir nichts weiterentwickeln, dann bleiben wir stehen, und das wollen wir natürlich nicht. Wir wollen den Sport für die Zukunft, für die nächsten Jahrzehnte absichern, Rahmenbedingungen schaffen, auch die Autonomie des Sports erhalten. Ein herzliches Dankeschön für Ihren Bericht. Die Empfehlungen des Rechnungshofes wurden teilweise schon umgesetzt. Wir sind dabei, auch die anderen Empfehlungen aufzuarbeiten.
Der organisierte Sport wurde von mir schon angesprochen. Es geht darum, dass der organisierte Sport vor allem in Krisenzeiten gezeigt hat, was er kann. Er hat Großartiges geleistet. Kollege Kogler, der nach mir sprechen wird, kann das aus seiner Zeit als Sportminister auch bestätigen. Der organisierte Sport ist der Garant dafür, dass das Geld bei den Vereinen landet, bei den Trainerinnen und Trainern, bei den Menschen, die ehrenamtlich in unseren kleinen Gemeinden Verantwortung übernehmen. Für mich ist eines klar: Bei öffentlichen Geldern braucht es natürlich Kontrolle, die Vertrauen schafft, das ist wichtig. Wir brauchen aber nicht mehr, sondern weniger Bürokratie. Autonomie des Sports bedeutet natürlich auch Verantwortung und natürlich auch Leistung. Autonomie braucht Verantwortung, Verantwortung schafft Vertrauen, und Vertrauen muss sich durch Transparenz und Leistung bewähren.
In diesem Sinne denke ich, dass sich der Sport derzeit auf einer guten Ebene befindet. Wir werden die Empfehlungen natürlich genau diskutieren und das System natürlich auch weiterentwickeln. – In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön für den Bericht, Frau Präsidentin. (Beifall bei der ÖVP.)
21.37
Präsident Dr. Walter Rosenkranz: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Greiner. Ich darf die Redezeit auf 3 Minuten einstellen. – Bitte schön.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.