RN/49

15.52

Abgeordnete Mag. Gertraud Auinger-Oberzaucher (NEOS): Vielen Dank, Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zur FPÖ: Sie wollen mit diesem Antrag die kulturelle Bildung fördern. Überraschung: Ja, das wollen wir alle auch, aber wir haben da ein bisschen einen anderen Begriff davon, was wir tatsächlich unterstützen, denn Sie definieren schon ganz genau, welche Bildung oder welche Kultur tatsächlich notwendig ist – die durchaus wichtigen „Museen, Opern und Schauspielhäuser“ –, aber Sie nennen darin auch wörtlich, was „für eine klassisch-humanistische Allgemeinbildung“ notwendig ist. Eben dieses Kulturangebot wollen Sie unterstützen. (Abg. Mölzer [FPÖ]: Das lehnen Sie ab? Spannend!)

Genau bei dem Wort humanistisch wird es richtig interessant, denn was heißt denn Humanismus? – Es heißt, dass Bildung befähigen soll, selbst zu denken, selbst zu urteilen und die Welt selbst zu erschließen. Sie drehen allerdings den Gedanken ein bisschen um, Sie sagen nämlich jungen Menschen schon vorher, welcher Ausschnitt dieser Welt für ihre Bildung tatsächlich notwendig ist: Oper, Museen und Schauspielhäuser. Es gibt noch wesentlich mehr, und die kulturelle Realität in Österreich und Europa ist eine wesentlich größere als der Kulturbegriff, den Sie in diesem Antrag vertreten. 

Die kulturelle Bildung muss öffnen und diese große Welt den Menschen oder den jungen Menschen einfach auch darlegen und ihnen zutrauen, dass sie sich selbst ein Urteil davon bilden. (Beifall bei den NEOS.)

Vieles davon passiert ja schon längst, das haben die Kolleginnen und Kollegen davor auch schon erwähnt. Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit Schulklassen. Allein 2025 wurden österreichweit mehr als 3 500 Projekte mit 160 000 Schülerinnen und Schülern aus ganz Österreich unterstützt und gestartet. Dazu kommen freie und ermäßigte Eintritte, Schulprogramme, Kooperationen mit Kultureinrichtungen. 

Sie schreiben nun, dass Kulturbesuche wegen steigender Kultur- und Transportkosten nicht mehr möglich wären. (Abg. Schnedlitz [FPÖ]: Oh!) Jetzt nennen Sie uns doch bitte einmal die Quelle für diese Behauptung (Abg. Mölzer [FPÖ]: Gehen Sie einmal an die Schule und fragen Sie einmal, ob sich das alle leisten können!), denn im Bildungsministerium sind bis jetzt keine nennenswerten Fälle bekannt, in denen Ausflüge oder Kulturbesuche wegen der Transportkosten abgesagt wurden. Auch Anrufe und Gespräche mit Pädagoginnen und Pädagogen können das nicht bestätigen. (Abg. Mölzer [FPÖ]: Gehen Sie einmal an die Schule und fragen Sie!)

Trotzdem, Herr Kollege Mölzer, und das muss uns allen bewusst sein, können Kosten für einzelne Kinder zur Hürde werden. Deswegen ist auch ganz klar: Kulturelle Teilhabe muss für alle möglich sein. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Mölzer [FPÖ].)

Jetzt gibt es ein Bundesland, in dem die FPÖ einen Landeshauptmann stellt. Der Antrag, den Sie da eingebracht haben, ist jetzt leider schon einige Monate alt, und in dieser Zeit hat sich einiges in der Steiermark getan, denn in der Steiermark war es noch bis zum 1. Jänner 2026 möglich, kostenlos ins Joanneum zu gehen. Was ist denn am 1. Jänner abgeschafft worden? – Der kostenlose Eintritt ins Landesmuseum der Steiermark (Ruf bei der FPÖ: ... Regierung in der Steiermark hinterlassen hat!) für Schülerinnen und Schüler und Schulklassen. (Abg. Disoski [Grüne]: Hört, hört!) Ausgerechnet dort, wo die FPÖ regiert, passiert einiges, aber es wird wieder eine finanzielle Hürde eingeführt, die Sie hier abschaffen wollen. Schauen Sie einmal in die Steiermark, Herr Kollege Mölzer, vielleicht braucht Ihr Antrag gar keinen neuen Fördertopf, sondern vielleicht einfach nur ein Gespräch mit Kollegen Kunasek in Graz. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

Wir sind auf jeden Fall sehr dafür zu haben, weiter darüber zu diskutieren, welche kulturellen Wirklichkeiten, Realitäten wir Schülerinnen und Schülern weiter offerieren, und das werden wir weiterhin tun. – Danke. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Bogner-Strauß [ÖVP].)

15.55

Präsident Peter Haubner: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Vizekanzler Babler. – Bitte, Herr Vizekanzler.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 52 Abs. 2 GOG-NR autorisiert.