16. Dezember 2025
XXVIII. Gesetzgebungsperiode
Bundesversammlungssaal
Programm
Eröffnungsmusik
„Olympic Fanfare“ – John Williams, Arr. Martin Eckmann
Eröffnungsworte
Walter Rosenkranz – Präsident des Nationalrates
Konzert
„Fascination Fanfare“ - Otto M. Schwarz
„Wandel der Bläsermusik im Burgenland“ - eine musikalische Collage gepaart mit multimedialer Aufbereitung von Arrangements und Kompositionen aus den Anfängen der Blasmusik, die bis ins 8. Jh. v. Chr. zurückgehen, bis hin in die Gegenwart – Haydn, Strauss, Liszt, Messner und weitere sowie traditionelle Genres, aber auch Operette, Oper und Musical
„Tirol 1809“
„The Spirit Of Christmas“ - klassische und traditionelle Weihnachtsstücke in eigenem Arrangement
Dankesworte
Peter Samt – Präsident des Bundesrates
Bundeshymne
Empfang
Musikalische Umrahmung
Österreichischer Blasmusikverband
Anna Widmer - Gesang
Dirigent
Günther Kleidosty – Burgenländischer Blasmusikverband
Moderation
Corina Kaufmann – ORF Burgenland
Die Veranstaltung beginnt mit der Darbietung des Stückes „Olympic Fanfare“ von John Williams, arrangiert von Martin Eckmann.
(Beifall.)
Corina Kaufmann (Moderatorin, ORF Burgenland): Jede zweite Österreicherin, jeder zweite Österreicher ab 15 Jahren leistet ehrenamtliche Arbeit. Sei es jetzt um 3 Uhr in der Früh für einen Feuerwehreinsatz geweckt zu werden, nach der Schule Mathematiknachhilfe zu geben, am Sonntag beim Pfarrfest auszuhelfen, Menschen in Not zu unterstützen oder Messen, Feierlichkeiten mit der Blaskapelle, mit dem Chorverband oder der Tanzgruppe zu umrahmen: Es gibt unzählige Beispiele. Genau diese Arbeit und die Menschen dahinter, die wollen wir heute einmal mehr vor den Vorhang holen.
Damit begrüße ich Sie ganz herzlich in den historischen Räumlichkeiten des Bundesversammlungssaales im Parlament. Herzlich willkommen an alle Vertreterinnen und Vertreter ehrenamtlicher Verbände und Vereine in Österreich, alle Feuerwehren, alle Rettungsdienste, die Caritas, die Volkshilfe, den Samariterbund, alle Hilfs-, Jugend- und Sportorganisationen, die Landjugend und alle kulturellen Einrichtungen aus ganz Österreich! Schön, dass Sie da sind! (Beifall.)
Ihr unermüdlicher Einsatz ist das Herzstück unserer Gesellschaft in Österreich und ermöglicht unverzichtbare Hilfe, menschliche Begegnung, Zusammenhalt und ein besseres Zusammenleben. Für diesen wertvollen Beitrag, der oft Zeit, Energie, Schweiß und Herzblut benötigt, gebührt jedem Einzelnen, jeder Einzelnen Respekt und Anerkennung. Vielen, vielen Dank für Ihre Arbeit! (Beifall.)
Begrüßen im Hohen Haus darf ich auch alle Abgeordneten zum Nationalrat und Mitglieder des Bundesrates, den Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz und den Präsidenten des Bundesrates Peter Samt. – Willkommen! (Beifall.)
Für den Österreichischen Blasmusikverband darf ich den Präsidenten Erich Riegler begrüßen sowie den Obmann des Burgenländischen Blasmusikverbandes Peter Reichstädter. – Willkommen! (Beifall.)
Unter der Leitung von Günther Kleidosty darf ich auch die Musikerinnen und Musiker aus dem Burgenland begrüßen, die uns in der kommenden Stunde einen kleinen Vorgeschmack auf Weihnachten bieten werden. Wir haben bereits die „Olympic Fanfare“ in Brass-Besetzung gehört. John Williams hat dieses Stück für die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 1984 komponiert. Seine Musik kennen Sie bestimmt aus diversen Filmen wie „Harry Potter“, „Schindlers Liste“ oder „Jurassic Park“. Die „Olympic Fanfare“ wurde original eben bei den Sommerspielen mit 110 Trompeten und 20 Paukisten uraufgeführt. Heute sehen und hören Sie in der kommenden Stunde die Musikerinnen und Musiker aus dem Burgenland in Kooperation mit der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt.
Bevor wir gleich mehr von ihnen hören dürfen, darf ich nun den Nationalratspräsidenten um seine Grußworte bitten. – Bitte schön. (Beifall.)
Eröffnungsworte
Walter Rosenkranz (Präsident des Nationalrates): Sehr geehrte Damen und Herren! Mittlerweile hat auch die Holzbläsergruppe hier im historischen Sitzungssaal des österreichischen Parlaments Platz genommen, immerhin dem sogenannten Reichsratssitzungssaal. Hier waren die Abgeordneten aller Kronländer der Monarchie – was heute zum Beispiel bei Polen wäre, Böhmen in der Tschechoslowakei, auch in Italien – versammelt, also sehr viele Staatsgründer saßen hier. Nur Abgeordnete aus dem Burgenland saßen noch nicht hier, die waren damals noch Teil der transleithanischen Reichshälfte, der ungarischen Reichshälfte, das war das Gebiet Deutsch-Westungarn. Erst seit 1921 ist das Burgenland unser jüngstes Bundesland, und das ist gut so!
Daher freut es mich, auch seitens der Burgenländischen Landesregierung in Vertretung des Landeshauptmanns Frau Landesrätin Winkler sehr herzlich hier zu begrüßen! (Beifall.)
Ja, diese Veranstaltung bringt ein wenig, wenn auch kräftige, aber jedenfalls versöhnliche Töne hier ins Hohe Haus. Ich hatte heute am Vormittag in so einer ähnlichen Position hier schon ein vielleicht ein bisschen anderes Programm. Auch das gehört zum lebendigen Diskurs in der Politik, dass Sitzungen stattfinden, wo man sich bei den Argumenten unter Umständen nicht unbedingt etwas schuldig bleiben muss, aber jedenfalls ist der Wohlklang, der Zusammenklang der Stimmen – wahrscheinlich auch weil jeder die richtigen Noten vor sich hat – hier eindeutig das Schönere.
Danke, dass Sie kommen, dass Sie vorweihnachtliche Stimmung hier hereinbringen. Ich habe es voriges Jahr zum ersten Mal erlebt, und angesichts dieses Konzertes ist mir jetzt zum ersten Mal in diesen sogenannten stillsten Tagen im Jahr – still sind sie ja nicht gerade – aber trotzdem mit dieser traditionellen Musik so ein wenig Ruhe gekommen. Die Blasmusik gehört zu Österreich dazu wie auch ein Wolfgang Amadeus Mozart, und wenn ich das Programm hier sehe, bedanke ich mich für die besonders gelungene Auswahl der Stücke. Ich freue mich schon sehr darauf.
Wir haben die „Olympic Fanfare“ gehört, und wir sind ja doch jetzt am Beginn einer Saison, in der wir 2026 Olympische Winterspiele haben werden, sie werden in Italien, in Mailand und Cortina d’Ampezzo, stattfinden. Wenn wir dann zum Beispiel ganz zum Schluss die österreichische Bundeshymne hören: Ich hoffe, dass sich diese beiden, die olympische Fanfare und die Bundeshymne, möglichst oft am Ende der Bewerbe ergänzen werden. Glück auf den österreichischen Athletinnen und Athleten!
Ansonsten: Ja, dass eine Fanfare auch Faszination bringen kann, hören wir. Bei „Wandel der Bläsermusik im Burgenland“ stelle ich mir im historischen Reichsratssitzungssaal auch vor, dass es vielleicht einen kleinen Abriss durch die Geschichte der Blasmusik geben wird. „Tirol 1809“: eine Referenz an den Freiheitskampf der Tiroler gegen Napoleon – auch sehr schön. Und dann das, warum wir eigentlich auch hier sind: um uns für die unzähligen Stunden, Hunderten, Tausenden Stunden zu bedanken, die Ehrenamtliche in Österreich leisten, an jedem Tag im Jahr, auch am Weihnachtstag, am 24. Dezember, wenn man unter Umständen vermutlich eher bei den Familien sein will – „The Spirit of Christmas“, der Geist von Weihnachten.
Ich bedanke mich beim Blasmusikverband des Burgenlandes und wünsche uns jetzt schöne musikalische Momente. – Danke schön. (Beifall.)
Konzert
Corina Kaufmann: Faszination, Generationen und Leidenschaft könnte bestimmt das Motto vieler ehrenamtlicher Vereine in ganz Österreich sein, Menschen, die von Jung bis Alt mit Begeisterung und Leidenschaft zum Gemeinwohl beitragen. Das ist jedenfalls das Motto des Österreichischen Blasmusikverbandes. Otto Schwarz hat versucht, das Ganze musikalisch in ein Stück zu verpacken. Daraus geworden ist die „Fascination Fanfare“ mit Motiven aus der Marschmusik und natürlich dem urbekannten „Donauwalzer“, uraufgeführt beim Österreichischen Blasmusikfest 2023 in Wien und jetzt auch bei uns unter der Leitung von Günther Kleidosty. So klingt Blasmusik in Österreich! (Beifall.)
Es folgt die musikalische Darbietung des Stückes „Fascination Fanfare“ von Otto M. Schwarz.
(Beifall.)
Corina Kaufmann: Das ist ein Statement, das da mit der „Fascination Fanfare“ gesetzt wird.
Faszination pur ist auch beim nächsten Stück am Programm. Der Komponist hat dieses Werk vor allem der Jugend gewidmet. Günther Kleidosty leitet heute nicht nur das Orchester, er ist auch Federführer und Arrangeur des nächsten Stückes „Wandel der Bläsermusik im Burgenland“. Mit dem Stück will er eigentlich sagen: Die Jugend ist die Zukunft unserer Gesellschaft, und es liegt in unserer Verantwortung, ihr Räume zu bieten, in denen sie ihre Talente entfalten und ihre Potenziale entwickeln kann. Das muss man einmal sickern lassen.
Musikalisch nimmt er in den nächsten rund 29 Minuten Bezug auf Burgenlands Festivalspielstätten, auf Oper, Operette und Musicals. Unsere Solistin ist Anna Widmer, spielt selbst auch Querflöte und ist Gesangsstudentin an der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt.
Falls Sie schreckhaft sind, eine kurze Warnung: Ein Pistolenschreckschuss und eine Sirene sind im Stück enthalten. Lehnen Sie sich jetzt, soweit es geht, also zurück und genießen Sie mit uns eine musikalische Reise durch das Burgenland. In Jugendsprache würde man sagen: Hashtag, so klingt das Burgenland! (Beifall.)
Es folgt die musikalische Darbietung von „Wandel der Bläsermusik im Burgenland“, einer musikalischen Collage gepaart mit multimedialer Aufbereitung von Arrangements und Kompositionen aus den Anfängen der Blasmusik, die bis ins 8. Jh. v. Chr. zurückgehen, bis hin in die Gegenwart – Haydn, Strauss, Liszt, Messner und weitere sowie traditionelle Genres, aber auch Operette, Oper und Musical.
(Anhaltender Beifall.)
Corina Kaufmann: Was für ein bombastischer Streifzug durch die burgenländische Blasmusik! Ohne Worte: dieser Streifzug durch die burgenländische Blasmusik.
Das Burgenland ist das einwohnermäßig kleinste Bundesland. Ein paar Hundert Kilometer entfernt vom Burgenland, besser gesagt ziemlich genau 390,25 Kilometer von Landeshauptstadt zu Landeshauptstadt, liegt Tirol. Auf den ersten Blick haben die beiden Bundesländer nicht unbedingt viel gemeinsam, aber wir haben es heute schon gehört: Unsere Gesellschaft in Österreich würde es so nicht geben, wenn wir uns nicht alle auf Nächstenliebe, Ehrenamt und auf unsere Gesellschaft besinnen würden. Das tun wir von der Steiermark bis nach Vorarlberg, von Kärnten bis nach Salzburg.
Das Jahr 2025 hat uns aber auch blasmusikalisch verbunden. Wir feiern 60 Jahre Burgenländischer Blasmusikverband und 100 Jahre Tiroler Blasmusikverband. Das nächste Stück soll dieser Verbindung gewidmet werden: „Tirol 1809“ gilt als historisches Schlüsselwerk in der symphonischen Blasmusik – tirolerisch komponiert also und burgenländisch musiziert. Gute Unterhaltung! (Beifall.)
Es folgt die musikalische Darbietung von „Tirol 1809“.
(Anhaltender Beifall.)
Corina Kaufmann: Sie sehen ja das Gesicht des Kapellmeisters während des Musizierens nicht, aber ich denke, es ist ein gutes Zeichen, wenn er lächelt.
Weihnachtsgeschenke, Festtagsessen und Christbaum kaufen: Ich hoffe, das löst bei Ihnen jetzt keine Stressreaktionen aus. Ja, die Vorweihnachtszeit kann anstrengend und intensiv sein, aber nicht mehr heute und nicht hier. Denn jetzt, kurz vor der Abflugrampe Richtung Heiligabend, darf man sich auch einmal ein paar Minuten zurücklehnen und Weihnachten ein bissl wirken lassen.
Ich denke, das nächste Stück und damit das Finale des heutigen Abends beschert uns genau diesen Effekt. Uns erwartet ein Arrangement aus verschiedenen Advents- und Weihnachtsliedern mit unterschiedlichen Charakteren und verschiedenen Ursprüngen, mit bekannten Melodien aus „Westminster Carol“, „Adeste Fideles“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Joy to the World“. Vergessen wir kurz gemeinsam den Vorweihnachtsstress und genießen den musikalischen Adventzauber! (Beifall.)
Es folgt die musikalische Darbietung von „The Spirit of Christmas“ - klassische und traditionelle Weihnachtsstücke in eigenem Arrangement.
(Anhaltender Beifall.)
Corina Kaufmann: Ich hoffe, in Ihnen weihnachtet es jetzt ein kleines bisserl mehr.
Ja, auch Blasmusik und alles, was wir heute hier in diesem Saal gehört haben, ist Ehrenamt. Das passiert zu Hause, in den Musikheimen, und ohne diese zahlreichen Stunden würde so ein Konzert nicht stattfinden können. Daher bitte ich noch einmal um einen Sonderapplaus für die Musikerinnen und Musiker aus dem Burgenland, die Solistin Anna Widmer und den Dirigenten Günther Kleidosty! (Anhaltender Beifall.)
Für die abschließenden Worte darf ich nun den Präsidenten des Bundesrates Peter Samt zum Rednerpult bitten. (Beifall.)
Dankesworte
Peter Samt (Präsident des Bundesrates): Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hat gerade gemeint, ich soll eher weniger sagen und dafür sorgen, dass es eine Zugabe gibt. Ich werde mich entsprechend kurz halten. (Beifall.) – Ja, das kommt an, das habe ich schon gemerkt. Trotzdem darf ich die Gelegenheit nutzen, a) um Danke zu sagen und b) um doch ein paar anwesende Kolleginnen und Kollegen zu begrüßen.
Anwesend bei uns heute sind die drei Bundesratspräsidenten außer Dienst Karl Bader, Edgar Mayer und Martin Preineder. (Beifall.)
Die Landesrätin Daniela Winkler wurde bereits begrüßt, Erich Riegler, der Präsident des Österreichischen Blasmusikverbandes, die Abgeordneten zum Nationalrat und Mitglieder des Bundesrates – vor allem aber sehr geehrte Damen und Herren, die hier sind, die nicht nur zuhören, sondern auch im Ehrenamt tätig sind und denen natürlich von uns allen hier gar nicht oft genug Dank ausgesprochen werden kann!
Wie wir schon gehört haben, das Ehrenamt in dieser Ausprägung ist eine österreichische Novität. Millionen Stunden gehen jährlich in diese Tätigkeit, die Sie ausführen, die Sie für uns bringen – da rede ich nicht nur von den Vereinen, sondern ich spreche auch von den ganzen Einsatzorganisationen, die, wie der Herr Nationalratspräsident schon gesagt hat, 24 Stunden am Tag im Einsatz sind, wenn es nötig ist, natürlich auch zu Weihnachten.
Das Stichwort Weihnachten ist gefallen. Wir haben schon ein wenig Weihnachtsstimmung gespürt. Von den musikalischen Darbietungen hat mich vor allem diese historische Aufarbeitung der burgenländischen Blasmusik fasziniert – eine unglaubliche Leistung, für die ich mich noch einmal auch persönlich beim Kapellmeister und Dirigenten Günther Kleidosty mit seinem Ensemble, das hier anwesend ist, bedanken möchte! (Beifall.)
Es ist mir und uns allen, glaube ich, eine große Ehre, in diesem historischen Saal diese Darbietungen zu hören, zu sehen und spüren zu dürfen, und so möchte ich mich trotzdem kurz halten. Ich sage noch einmal: Danke schön für Ihr Erscheinen! Danke für die Ausrichtung dieser Veranstaltung, für diese unglaublichen Darbietungen! Ich hoffe – für euch alle –, dass schöne Weihnachten auf uns zukommen und dass wir die im Kreise unserer Familien und Lieben verbringen können, und wünsche auch von meiner Seite Ihnen allen noch ein gutes neues Jahr und Glück auf! (Beifall.)
Bundeshymne
Corina Kaufmann: Zum Abschluss hören wir gleich noch die Bundeshymne. Danach darf ich Sie noch ganz herzlich zum Empfang einladen, noch etwas zu verweilen, zu plaudern und auszutauschen.
Ich darf mich nun ganz herzlich bei Ihnen bedanken, sehr geehrte Damen und Herren, dass wir diesen Abend gemeinsam verbracht haben. Jetzt bleibt mir nur noch eines zu sagen übrig: Haben Sie feine Weihnachtsfeiertage! Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut nach Hause! Auf Wiedersehen! (Beifall.)
Die Veranstaltung schließt mit einer Darbietung der Bundeshymne.
(Anhaltender Beifall.)