49/SVER
17. Februar 2026
Nationalratssaal
Walter Rosenkranz – Präsident des Nationalrates
Martin Essl – Gründer der Essl Foundation und des Zero Projects
Anthony Banbury – Präsident der International Foundation for Electoral Systems (Ifes)
Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten in öffentlichen Spitälern
Christian Ragger – Abgeordneter zum Nationalrat, FPÖ
Daniel Clavero Herrero – Fundación Personas, Spanien
KI-gestützte App ermöglicht Menschen mit ALS mit ihrer eigenen Stimme zu kommunizieren
Heike Eder – Abgeordnete zum Nationalrat, ÖVP
David Betts – Mundell Designs, USA
Besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Lernschwierigkeiten
Verena Nussbaum – Abgeordnete zum Nationalrat, SPÖ
Alicia Gómez Campos und Roberto Zanon – Europäische Plattform für Rehabilitation
Nationale Notrufnummer für non-verbale Kommunikation nutzbar machen
Fiona Fiedler – Abgeordnete zum Nationalrat, NEOS
Becca Hume – Inclutech Ltd., Großbritannien
Gratis Sprachtherapie-Tool für Kinder mithilfe von Spielen und Musik
Ralph Schallmeiner – Abgeordneter zum Nationalrat, Grüne
Marina Ćupić – Solutaria Doo, Montenegro
Maria Hofstätter – Schauspielerin
Gregor Seberg – Schauspieler
Markus Stotter – Präsident des Bundesrates
Andreas Onea – Para-Schwimmer und Moderator
Die Veranstaltung beginnt einer Videoeinspielung zum Zero Project.
David Banes (AIS –Access & Inclusion Services): Das Zero Project ist die weltweit vielfältigste und globalste Konferenz dieser Art.
Daniela Bas: Die weltweite Community, die im Bereich Behinderungen und Entwicklung tätig ist, kommt zusammen.
Gideon Grinstein (TOM Global, Reut Institute): Der enorme Wert des Zero Projects liegt darin, dass es das gesamte Ökosystem aufwertet, indem es uns allen eine Vision vermittelt.
Jenny Lay-Flurrie (Microsoft): Behinderungen betreffen keine Minderheit, sondern 1,3 Milliarden Menschen weltweit, und es liegt in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass wir dieses Potenzial an Talent fördern. Die Konferenz ist der jährliche Höhepunkt des Zero Projects, bei dem die Arbeit eines ganzen Jahres vorgestellt wird.
Erin Taylor (Avatar developed by Lenovo): KI, also künstliche Intelligenz, kennt keine sprachlichen Barrieren.
Charlotte McClain-Nhlapo (World Bank Group): Entwicklung bedeutet Innovation, und ich bin sehr gespannt darauf, zu sehen, was es an neuen Innovationen gibt und wie wir diese skalieren können.
Caroline Casey (Valuable 500): Wir sind lebende Lösungen, um in einer Welt zu existieren, zu wachsen und erfolgreich zu sein, die nicht für uns ausgelegt wurde. Wenn etwas unmöglich erscheint, beweisen wir, dass wir es doch schaffen.
Tom Shakespeare (Disability Researcher): Zero Project ist ein wunderbarer Ort, um uns über Innovationen auszutauschen, die das Leben von Menschen mit Behinderungen verbessern.
Sara Minkara (US Department of State): Jeder und jede Einzelne von Ihnen in diesem Raum verändert die Welt.
Victor Pineda (Disability Advocate): Wir möchten sicherstellen, dass wir eine Zukunft schaffen, die allen offensteht.
Gabriela Sellner (Unido – IDB President): Eine barrierefreie Welt muss das ultimative Ziel sein.
Marianne Knudsen (Norwegian Disability Association): Es geht nicht darum, besondere Bedürfnisse zu haben, sondern darum, gleiche Menschenrechte zu haben.
Fionn Angus (Fionnathan Productions): Denn jeder Mensch ist wichtig.
Andreas Onea (Moderator): Sehr geehrte Damen und Herren! Menschen mit Behinderungen sind lebende Problemlöser. Herzlich willkommen zur Auftaktveranstaltung der Zero Project Conference 2026 (Beifall), traditionell hier im Parlament, und das freut uns ganz besonders! Ich darf Sie alle ganz herzlich begrüßen; ich darf auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen, die heute via Livestream mit dabei sind. Die Zero Project Conference geht morgen los.
Heute feiern wir, heute begehen wir den Auftakt hier im Parlament, und wir haben uns vorgenommen, Ihnen heute einiges an Innovationen, um die Probleme von Menschen mit Behinderungen zu lösen, vorzustellen, sie durchzuchecken und vor allem zu sehen, was wir denn umsetzen können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es funktionieren kann und dass wir das Menschenrecht, das Menschen mit Behinderungen haben – Teilhabe in einer Gesellschaft – auch erfolgreich umsetzen können.
Gleich zu Beginn darf ich mich beim Gastgeber der heutigen Veranstaltung bedanken und ihn begrüßen, beim Präsidenten des Nationalrates Walter Rosenkranz. Er ist am Weg zu uns; er ist von der allgemeinen Stau- und Unfallsituation draußen im Verkehr betroffen. Er schaut, dass er so schnell wie möglich hier ist und wird uns dann noch begrüßen. Wir wollen uns trotzdem natürlich mit einem Applaus bedanken, dass wir heute hier sein dürfen. (Beifall.)
Ich freue mich, weitere Gastgeberinnen und Gastgeber der heutigen Veranstaltung persönlich begrüßen zu dürfen: den Präsidenten des Bundesrates Markus Stotter (Beifall) und den Gründer der Essl Foundation und der Initiative Zero Project Martin Essl. (Beifall.)
Persönlich begrüßen darf ich außerdem Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrates außer Dienst. (Beifall.)
Es freut uns sehr, dass Anthony Banbury, Präsident der International Foundation for Electoral Systems, Ifes, unserer Einladung gefolgt ist und heute die großartige Keynote halten wird. – Welcome, we are very glad to have you in Vienna! (Beifall.)
Namentlich begrüßen möchte ich außerdem die Bereichssprecher:innen für Menschen mit Behinderungen der im Nationalrat vertretenen Parteien, die im Zuge der heutigen Veranstaltung jeweils eine Innovation vorstellen werden, die Abgeordneten zum Nationalrat Christian Ragger von der FPÖ – auch er hängt im Verkehr fest, auch er wird dann noch kommen –, Heike Eder von der ÖVP, Verena Nussbaum von der SPÖ, Fiona Fiedler von den NEOS und Ralph Schallmeiner von den Grünen: Herzlich willkommen! (Beifall.)
Es ist für mich immer schön, zu sehen, dass wir unsere Expertinnen und Experten auf der Regierungsbank sitzen haben. Ich darf auch sie begrüßen und vorstellen: den Präsidenten des Österreichischen Behindertenrates Klaus Widl, die Behindertenanwältin Christine Steger, den Präsidenten des Öziv Rudolf Kravanja, von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs Daniele Marano, die Vorsitzende des Monitoringausschusses Julia Moser, Karin Stöckler als Landespräsidentin des Öziv Vorarlberg, Heidemarie Egger von der Interessensvertretung Frauen mit Behinderungen, den Präsidenten von Down-Syndrom Österreich Simon Couvreur und die Obfrau von Selbstbestimmt Leben in Wien Bernadette Feuerstein sowie den Beauftragten für Barrierefreiheit und Inklusion im ORF, Autor und Initiator des Vereins Ohrenschmaus, Herrn Nationalratsabgeordneten außer Dienst Franz-Joseph Huainigg – und auch ihr habt euch, auch Sie haben sich einen Applaus verdient. (Beifall.)
Es freut mich auch sehr, dass wir die heutigen Präsentationen der Innovationen mit Lesungen der Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus untermalen können, und an dieser Stelle darf ich auch Schauspielerin Maria Hofstätter und Schauspieler Gregor Seberg begrüßen. Sie werden heute einige spannende Texte für uns lesen. – Herzlich willkommen! (Beifall.)
Wir begrüßen auch alle Präsentatorinnen und Präsentatoren der Innovationen, die heute hier vorgestellt werden; selbstverständlich haben wir im Rahmen der Zero Project Conference auch zahlreiche internationale Gäste, die den Weg ins Parlament gefunden haben.
Abschließend darf ich auch alle anwesenden Abgeordneten zum Nationalrat sowie Mitglieder des Bundesrates, Parlamentsdirektor Harald Dossi stellvertretend für alle Bediensteten der Parlamentsdirektion begrüßen und selbstverständlich alle anwesenden Vertreterinnen und Vertreter von Interessengemeinschaften herzlich willkommen heißen – schön, dass wir diesen Tag heute gemeinsam verbringen dürfen! (Beifall.)
Die heutige Veranstaltung ist auch sehr international besetzt, das heißt, wir werden auch immer wieder Dinge auf Englisch hören, immer wieder auch die Sprachen wechseln. Sollten Sie da Unterstützung brauchen, ein Übersetzungsgerät brauchen, dann gibt es die Möglichkeit, sollten Sie noch keines bekommen haben, sich beim Eingang noch ein solches abzuholen, damit wir alle mit so wenig Barrieren wie möglich dem Programm folgen können, und ich darf für die ersten Grußworte des heutigen Tages gleich den Gründer der Essl Foundation und des Zero Projects Martin Essl zu mir nach vorne bitten. – Herzlich willkommen! (Beifall.)
Grußworte
Martin Essl (Gründer der Essl Foundation und des Zero Projects): Danke, lieber Andreas Onea für die Einbegleitung! Sehr geehrter Herr Präsident des Nationalrates! Sehr geehrter Herr Präsident des Bundesrates! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Sehr geehrte Vertreter aus der Politik, aus der Wirtschaft, aus der Zivilgesellschaft, liebe Innovator:innen, Partner und Gäste! Es ist mir eine besondere Freude, heute bereits zum sechsten Mal in Folge zu dieser Voreröffnung der jährlichen Zero Project Conference zu Ihnen sprechen zu dürfen, und wir werden wieder unglaubliche Innovationen, die alle während der Konferenz einen Zero Project Award bekommen, heute hier im Parlament vorstellen.
Meine Damen und Herren, ich glaube, es ist – da vor 20 Jahren die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ins Leben gerufen wurde – die Gelegenheit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen und vor allem dann auch den Bogen zu spannen zu der Initiative, betreffend die ich so dankbar bin, dass wir sie hier aus Österreich initiieren durften und die mittlerweile auch die Möglichkeit hat, wirklich eine Breitenwirkung zu erzielen, wofür wir extrem dankbar sind.
Zero Project ist eine Initiative der Essl Foundation, die im Jahr 2006, also vor 20 Jahren, von meiner Frau, unseren vier Kindern und mir mit dem Ziel, in der Gesellschaft etwas Gutes zu bewirken, gegründet wurde.
Im Jahr 2008, also als Österreich die UN-Konvention ratifiziert hat, habe ich Besuch von Herrn Prof. Michael Fembek bekommen mit dem Ansinnen, eine Studie vorzunehmen, um herauszufinden, welche Ziele die UN-Konvention hat und anhand von 15 Ländern herauszufinden, inwieweit diese unterschiedlichen Länder die Ziele der UN-Konvention eigentlich schon erfüllen.
Wir haben daraus gelernt, und meine Frau und ich waren sofort interessiert – Sie wissen ja, dass wir über Baumax viele Menschen mit Behinderung beschäftigt hatten – und haben gesagt: Jawohl, das ist eine interessante und spannende Sache, und nach zwei Jahren – im Jahr 2010 – haben wir die Ergebnisse präsentiert, die dazu geführt haben, dass Zero Project gegründet wurde. Wir fanden heraus, dass es eine Organisation braucht, die sich nach Innovationen umsieht und diese Innovationen entsprechend unterstützt, also das war so eine Art Missing Link, wie wir herausgefunden haben, und wir haben am Anfang überhaupt nicht damit gerechnet, dass das diese globale Bewegung auslösen würde.
Das Zero Project ist ein Innovationsnetzwerk, das 10 000 Expertinnen und Experten aus 180 Ländern beinhaltet, und ich freue mich, dass viele dieser Expertinnen und Experten hier heute unter uns sind. Ich möchte ganz herzlich für Ihren Einsatz danken und möchte Sie bitten, uns auch weiterhin die Treue zu halten!
Wir haben zwischenzeitig – mit heutigem Tag – das erste Mal die Schallmauer von 1 000 Zero-Project-Awardees überschritten, also ausgezeichneten Innovationen, die innovativ, die wirkungsstark und skalierbar sind, und es freut mich, dass wir in Österreich mithilfe von Michi Pichler, der die österreichischen Aktivitäten leitet, ein Modell mit dem österreichischen Parlament entwickeln durften, das weltweit außerordentlich ist und leider Gottes von anderen noch nicht nachgemacht wurde.
Worum geht es? – Ich bin sehr glücklich, dass alle im Parlament vertretenen Behindertensprecher:innen hier mitmachen und dass sie sich aus dem Blumenstrauß von 80 Innovationen, die die weltweite Community ausgezeichnet hat, ihre Favourites ausgewählt haben, dass sie heute diese neuen Ideen, die wirkungsstark sind und die sich bewährt haben, mit den Innovatorinnen und Innovatoren präsentieren werden und dass sie ihre Möglichkeiten einsetzen wollen und werden, um gemeinsam die Welt ein bisschen inklusiver zu machen – und darum geht es eigentlich.
Ich möchte als Beispiel Erin, die wir auch im Videoclip gesehen haben, erwähnen, die mithilfe einer Software – einer KI-unterstützten Software – ihre Stimme wieder einsetzen kann und mit uns kommunizieren kann. Ich kann mich gut erinnern, dass genau vor einem Jahr mein lieber Freund Franz-Joseph Huainigg auch gleich Versuchskaninchen gespielt hat und zu uns im Kärntner Dialekt gesprochen hat. Das war ganz großartig, Franz-Joseph! Vielen Dank für diese Inspiration! Das hat dazu geführt, dass Sie – und ich freue mich ganz besonders, dass auch Sie heute hier sind –, Herr Abgeordneter Fürlinger, eine entsprechende KI-unterstützte Sprachunterstützung für Ihre tägliche Arbeit umsetzen. Das zeigt, dass wir in kürzester Zeit Innovationen, die aus dem Ausland kommen, implementieren können, um hier in Österreich vielen Menschen Mut zu machen. Genau darum geht es, und aus diesem Grunde danke ich auch dem Präsidenten des Nationalrates ganz herzlich, dass Sie diese Initiative nicht nur fortgeführt haben, sondern uns auch den Auftrag gegeben haben, diese in Zukunft sogar verstärkt durchzuführen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Erfolg! Ich würde mich freuen, wenn wir viele von Ihnen bei der Zero Project Conference begrüßen dürfen, und möchte nun an unseren Moderator Andreas Onea weitergeben. – Danke schön. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank für deine lieben Grußworte, lieber Martin!
In der Zwischenzeit ist auch der Präsident des Nationalrates Walter Rosenkranz eingetroffen. Wir freuen uns, dass es trotz Stau so schnell geklappt hat, das ist sehr gut. Ich darf Sie auch gleich um Ihre Eröffnungsworte bitten. Herzlich willkommen, Walter Rosenkranz! (Beifall.)
Eröffnungsworte
Walter Rosenkranz (Präsident des Nationalrates): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist nicht mir gelungen, zu kommen; der Dank würde an sich meinem Fahrer gebühren, dass er es – im Gegensatz zu manch anderem – trotz einiger Schneeflankerln trotzdem geschafft hat, den Straßenverkehr zu bewältigen. Niederösterreich ist momentan, glaube ich, nördlich und südlich der Donau unfallbedingt ziemlich zu.
Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Gäste der Zero Project Conference! Ich darf Sie heute hier im Nationalratssitzungssaal auch offiziell begrüßen, gemeinsam mit Abgeordneten dieses Hauses, dem Präsidenten des Bundesrates und auch meinem Amtsvorgänger Wolfgang Sobotka, der ja für dieses Zero Project auch schon federführend hier im Haus gewirkt hat, der aber – mit dem Bauherrenbeirat, den der Nationalrat da gehabt hat – insbesondere auch eines gemacht hat: diesen Bau mit dieser Renovierung barrierefrei zu machen. Wir waren und sind stolz darauf, dass dieses österreichische Parlament Barrierefreiheit bietet.
Aber man kommt immer wieder drauf: Da ist doch noch etwas! Und es wurde bereits angesprochen – weil ich auch Klaus Fürlinger hier heute sehe –: Ja, es war dieser Saal hier, wo auch Dinge geglückt sind – und auch die Namen wurden bereits erwähnt: Erin Taylor und Franz-Joseph Huainigg –, sodass ein Abgeordneter, der durch eine Krankheit eben bis zu einem gewissen Grad seine Stimme verloren hat, genau diese Stimme wiederbekommen hat und den eigentlich Zweck erfüllt hat, den ein Abgeordneter hier hat, nämlich zu parlieren, mit seiner Stimme hier im Parlament zu sprechen. Und ich glaube – und die Abgeordneten, die hier sind, werden das bestätigen –, es war in irgendeiner Form auch fraktionsübergreifend eine große emotionale Sternstunde, dass das geglückt ist.
Aber diese Entwicklung war auch kein Zufallsprodukt, sie entstand aus einer Zusammenarbeit engagierter Persönlichkeiten – nein, ich würde fast eher sagen, es sind eigentlich engagierte Menschen, Menschen im besten Sinne des Wortes –, Menschen und Institutionen, so wie das Zero Project, dem wir auch heuer – und auch in Zukunft – gerne hier Raum bieten wollen, und so wurde dieses Projekt realisiert, natürlich gemeinsam mit dem Entwickler Martin Morandell von Smart in Life und der Parlamentsdirektion, denn man darf ja nicht glauben: Na ja, dann spricht halt ein Abgeordneter hier mit einem Avatar, einer Sprache mit künstlicher Intelligenz. Aber geht das eigentlich rechtlich – wir haben ja die Probleme elektronische Abstimmungen und, und, und, was es alles gibt –, gilt das überhaupt? – Ja, das wurde alles geprüft, und das alles sogar unter einem gewissen Zeitdruck.
Damals war dann die Premiere, und mittlerweile wissen wir, dass dieser für uns eigentlich kleine Schritt, der sich als großer herausgestellt hat, bereits seit Dezember als Alltag in dieses Haus hereingekommen ist, denn es gibt natürlich eine weitere, eine nächste Nationalratssitzung, und der Justizsprecher und Vorsitzende des Justizausschusses hat auch Ausschusstätigkeiten. Das heißt, dieses kleine Mosaiksteinchen zu mehr Barrierefreiheit hier im Parlament ist Realität geworden und findet sich bereits im Alltag wieder.
Dieser Moment hat uns allen eben eindrucksvoll vor Augen geführt, was technologische Entwicklungen leisten können: Sie können Barrieren abbauen und für ein funktionierendes Parlament und für einen demokratisch verfassten Staat auch politische Teilhabe sichern und es Menschen ermöglichen, ihre Stimme im wahrsten Sinne des Wortes zu behalten und vor allem zu erheben. Gerade in einem Parlament, das vom gesprochenen Wort, vom Argument und vom Dialog lebt, ist das von besonderer Bedeutung.
In gewisser Weise knüpft diese Erfahrung auch an jene Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference im vergangenen Jahr an – die beiden Proponenten wurden bereits erwähnt. Aus solchen Begegnungen entstehen auch, und das ist ja der Vorteil des Zero Projects weltweit, dauerhafte Kooperationen. Es gibt einen besonderen Mehrwert, den ich sehe, und zwar nicht nur aus eigener Wahrnehmung, sondern ich kann das auch in meiner – unter Anführungszeichen – „Kernfamilie“ bestätigen: durch meine Frau, die in Niederösterreich in politischer Hinsicht eine Verantwortung für die Eingliederung behinderten Menschen am Arbeitsmarkt hat. Da sieht man, welche Kooperationen für eine barrierefreie Zukunft auf die Beine gestellt werden.
Dass wir heute erneut hier im Parlament zur Zero Project Conference zusammenkommen, knüpft genau an diesen Geist an. Das Zero Project, ich habe in erster Linie mit Herrn Kommerzialrat Essl und mit Herrn Dkfm. Pichler als Spiritus Rector, gutem Geist und – wie auch immer; ich weiß nicht, ob man das politisch korrekt noch sagen darf – Mädchen für alles - - Er deutet mir so. (Der Redner macht das Daumen-hoch-Zeichen) – Fühlen Sie sich von mir geschmeichelt! Sie verdienen diesen Applaus auch, den ich jetzt für diese großartige Organisationstätigkeit einfordere. (Beifall.) Barrierefreiheit und Chancengleichheit dürfen eben keine abstrakten Ideen bleiben, und sie werden mit dem Zero Project mehr Realität, wenn Menschen mit Engagement, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein zusammengeführt werden.
Die Abgeordneten, die heute hier sind, haben allesamt zum größten Teil Projekte ausgewählt, bei denen es auch darum geht, eine barrierefreie selbstbestimmte Kommunikation auszuüben, zu erlernen und so weiter. Das ist eigentlich auch eine gute Fortsetzung von dem, was hier im Dezember begonnen hat. Dass sich Abgeordnete parteiübergreifend mit solchen Innovationen befassen, sie sichtbar machen und ihre Umsetzungen in Österreich unterstützen wollen, halte ich für ein starkes Signal. Inklusion ist eben kein Randthema, sondern eine gemeinsame gesellschaftspolitische Aufgabe, die über politische Unterschiede hinaus verbindet.
Für mich war es in meiner Tätigkeit als Volksanwalt immer sehr bereichernd, an den Sitzungen des Menschenrechtsbeirates teilzunehmen, bei denen es auch um die Frage von Barrierefreiheit und die Frage von Behinderungen gegangen ist, und jede dieser Sitzungen war ein Lernprozess.
Ein ganz besonderer Lernprozess war Folgender: Sie können sich alle an die Debatte erinnern, als man gesagt hat, man darf nicht mehr behindert, mit besonderen Bedürfnissen und so weiter sagen, andere Bedeutungen, Zuschreibungen würden da gefasst. Und plötzlich lerne ich: Nein, man soll sogar behindert sagen – aber nicht deswegen, weil die Menschen selbst behindert sind, sondern weil sie von der Gesellschaft behindert werden. Mit diesem Zugang kann man sich auch wieder ganz anders, vor allem auch als politisch Verantwortliche in diesem Land, darum kümmern, dass dieses Behindertwerden einen Schritt weniger wird; von heute auf morgen wahrscheinlich nicht, so wie generell in der Politik – wie man auch sieht, wenn man manche Schlagzeilen liest – kaum etwas von heute auf morgen geht, aber das Zero Project ist einer der Mutmacher, dass es, wenn vielleicht auch zäh – oder in manchen Dingen sogar rascher, als man glaubt –, wirklich weitergeht.
Dieses Zero Project verkörpert diesen Geist der Zusammenarbeit. Es erinnert uns daran, dass Inklusion, Barrierefreiheit, Selbstbestimmtheit ein Gradmesser für die Qualität unserer Demokratie insgesamt und unser gesellschaftliches Zusammenleben sind. Eine inklusive Gesellschaft ist nicht nur gerechter, sie wird dadurch auch innovativer, widerstandsfähiger und menschlicher.
Ich danke Ihnen allen, die Sie an dieser Konferenz teilnehmen und sie möglich machen, für das Engagement und die Expertise sowie auch den Abgeordneten, die sich mit Nachdruck für inklusive Lösungen einsetzen. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Konferenz, viele fruchtbare Gespräche und nachhaltige Impulse für Ihre wichtige Arbeit. Seien Sie hier im Nationalratssaal der Republik Österreich herzlich willkommen! (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Herr Präsident! Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam dafür sorgen können, dass diese Barrieren, die die Teilhabe noch verhindern, reduziert werden, damit Menschen mit Behinderungen an allen Prozessen unserer Gesellschaft auch teilhaben können.
Dazu gehört auch der politische Prozess. Dazu gehört auch, wie wir schon gehört haben, dass man diskutieren kann, sich mit seiner Stimme einsetzen kann, aber natürlich auch wählen kann.
Einer der Schwerpunkte der Zero Project Conference heuer ist auch dieses Thema: barrierefreie Wahlen. Wir freuen uns sehr, dass wir den Präsidenten der International Foundation for Electoral Systems dafür gewonnen haben, heute die Keynote zu halten. Wir freuen uns sehr, dass Anthony Banbury heute bei uns ist, und ich übergebe ihm jetzt auch gleich auf Englisch die Bühne: The stage is yours. Welcome! (Beifall.)
Keynote
Anthony Banbury (Präsident der International Foundation for Electoral Systems, Ifes) (in deutscher Simultandolmetschung): Guten Morgen, meine Damen und Herren! Es ist mir wirklich eine große Ehre, heute hier vor Ihnen stehen zu dürfen und über so ein bedeutendes Thema sprechen zu dürfen. Ich kam bereits in jungen Jahren, mit zehn Jahren, das erste Mal nach Österreich, und seit damals begeistert mich Ihr Land. Ich freue mich wirklich, heute hier sein zu dürfen.
Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident! Sehr geehrter Herr Präsident des Bundesrates! Verehrte Abgeordnete! Lieber Martin Essl! Verehrte Teilnehmende! Es ist mir eine Ehre, gemeinsam mit unseren geschätzten Partnern von Zero Project und mit Behindertenrechtsaktivisten aus aller Welt hier zu sein. Zunächst möchte ich dem österreichischen Parlament für seine Bemühungen um die Barrierefreiheit des Parlamentsgebäudes und die digitale Zugänglichkeit seiner Bibliotheksbestände meine Anerkennung aussprechen. Das ist ein Beispiel für die ganze Welt, das zeigt, wie wichtig es ist, Demokratie für alle zu verwirklichen und zugänglich zu machen. Ich kann Ihnen aus meinen Reisen in viele, viele Länder berichten, dass Sie hier in Ihrem Parlament wirklich eine Führungsrolle innehaben, eine Führungsrolle, die weltweit auch mehr und mehr anerkannt wird.
Bedanken möchte ich mich auch bei Martin Essl und ihm für seine Vision einer Welt ohne Barrieren und für seine Großzügigkeit, sein Engagement, diese Welt möglich zu machen, gratulieren. Martin ist auch für mich eine wirkliche Inspiration, genauso wie für viele von Ihnen hier im Saal und weltweit. Die Organisation, die ich anführe, hatte dieselbe Vision: dass wir nämlich eine Welt ohne Hürden, ohne Barrieren und mit einer Demokratie für alle haben. Bei der International Foundation for Electoral Systems, Ifes, arbeiten wir nicht nur daran, Wahlen, sondern ganze politische Systeme barrierefrei zu machen. Echte Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch alle seine politischen Rechte ausüben kann: wählen, als Wahlhelfer tätig sein, für ein Amt kandidieren, im Staatsdienst tätig sein, sich für rechtliche oder politische Reformen einsetzen und vieles, vieles mehr. Der ganzheitliche Ansatz und die Suche nach übertragbaren, bewährten Verfahren verbinden uns so stark mit dem Zero Project. Wir teilen die gemeinsame Leidenschaft für praktische Lösungen.
Daher war es mir eine Ehre, heute Morgen durch die Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding, einer Absichtserklärung, unsere Zusammenarbeit mit dem Zero Project zu formalisieren – mit einem Partner, der unser Engagement für den Aufbau einer Gesellschaft teilt, in der Menschen mit Behinderungen sich einbringen, führen können und Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mitgestalten können. Inklusion ist für uns bei Ifes kein Nebenprojekt, sie ist so zentral für unsere Mission, dass sie auch in unserem Strategieplan eingeschrieben ist. Sie prägt unsere Arbeitsweise, wofür wir uns einsetzen, mit wem wir arbeiten und wer oder was wir eigentlich sind.
Um Ihnen ein Beispiel zu nennen: Ich war erst letzte Woche in der Republik Moldau, wo Ifes den Dialog zwischen der Wahlkommission und Organisationen von Menschen mit Behinderungen unterstützt, um Hindernisse für die politische Teilhabe aufzuzeigen und Lösungen zu entwickeln. Die zentrale Wahlkommission von Moldau engagiert sich seit Langem für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie war eine der ersten Wahlkommissionen weltweit, die Informationen zur Wähleraufklärung in einem leicht lesbaren Format verbreitet hat.
Es gibt auf der ganzen Welt Beispiele für bewährte Praktiken. In Jordanien wurde zum Beispiel eine Gebärdensprache getestet, damit gehörlose Wählerinnen und Wähler im Wahllokal mit einem Gebärdensprachdolmetscher oder einer -dolmetscherin kommunizieren können. Das nationale Wahlinstitut von Mexiko, auch einer unserer Partner, arbeitete an der Entwicklung eines verbindlichen nationalen Protokolls zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Diese Arbeit wurde im Jahr 2019 mit dem Zero Project Innovative Practice Award ausgezeichnet. Das Protokoll umfasst Anforderungen für Wahlhilfen in Brailleschrift, in Blindenschrift, verbesserte die physische Barrierefreiheit, die Einrichtung von Wahllokalen in Krankenhäusern, die Bereitstellung von Untertiteln für Mitteilungen im Fernsehen, die Verwendung von Gebärdensprache bei Debatten und öffentlichen Reden sowie eine barrierefreie Website.
Und erst letzte Woche fanden in Bangladesch sehr wichtige Wahlen statt, wo Ifes sehr aktiv tätig war. Wir haben die Bangladesh Society for the Change and Advocacy Nexus, eine Interessenvertretung, bei der Entwicklung eines Musters für ein barrierefreies Wahllokal unterstützt. Diese Initiative zeigte, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur als Wahlhelfer arbeiten können, sondern dass einfache Dinge, wie eine Rampe, ein Banner mit Gebärdensprache oder ein tragbarer Lautsprecher mit Audiowahlanleitungen, einen großen Unterschied machen können. Das sind keine Maßnahmen, die kostspielig oder schwierig umzusetzen sind. Dieses Musterwahllokal hat den Interessenvertretungen geholfen, zu zeigen, wie eine inklusive, barrierefreie und rechtskonforme Wahlumgebung auch in echten Wahllokalen gestaltet werden kann.
Im letzten Jahr haben wir trotz erheblicher globaler politischer Turbulenzen neue Wege im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderungen beschritten. Mit Unterstützung von Microsoft erweitert Ifes seine Tätigkeiten im Bereich barrierefreier Wahltechnologie, also in einem Bereich, in dem dringend Innovationen erforderlich sind. Da darf ich noch einmal das österreichische Parlament beglückwünschen für die Einführung neuer Technologien, um politische Teilhabe noch mehr zu ermöglichen. Microsoft ist hier ein Beispiel für ein Unternehmen im Privatsektor, das nicht nur über Barrierefreiheit spricht, sondern auch umsetzt. Wir alle wissen, dass die Pandemie die Einführung vieler Technologien beschleunigt hat, und das Tempo, in dem dies passiert ist, scheint weiter vorzuherrschen. Leider ist es aber so, dass Wahltechnologien für Menschen mit Behinderungen allzu oft nicht barrierefrei zugänglich sind. Das macht eine sinnvolle Teilhabe schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
Die Suche nach praktischen Lösungen zur Beseitigung dieser Barrieren ist unumgänglich, denn unzulängliche Technologien schaffen unzugängliche Demokratien, die ihre Bevölkerung nicht vollständig vertreten beziehungsweise ihr dienen können. Deshalb ist Ifes so stolz darauf, die Wahlplattform für Barrierefreiheit durch Menschenrechte und Sicherheit vorzustellen, die am Donnerstag auf der Zero Project Conference erstmals vorgestellt wird. Diese Datenbank erfasst verfügbare barrierefreie Wahltechnologien aus aller Welt und informiert über die Funktionen der einzelnen Produkte.
Diese Plattform soll ein praktisches Tool für Wahlbehörden, Behindertenrechtsorganisationen, Beobachterkommissionen und all jene sein, die im Bereich Demokratie tätig sind und sich für den Aufbau inklusiver Wahlprozesse einsetzen. Es handelt sich um eine Ressource, die für Zusammenarbeit konzipiert ist, denn Inklusion ist etwas, das wir gemeinsam aufbauen. Das österreichische Parlament hat sich in seiner parteiübergreifenden Zusammenarbeit hier wieder als großartiges Beispiel herausgestellt. Hier möchte ich mich nun bei meiner Kollegin Virginia Atkinson bedanken, deren Vision, harte Arbeit und unermüdliche Entschlossenheit dazu geführt haben, dass Ifes nicht nur hier weltweit führend wird, sondern dass wir auch auf der Forbes’s Accessibility 100 List gelandet sind.
Damit komme ich zum heutigen Thema: Weltweit sehen wir Rückschritte. Institutionen, Rechte sind unter Druck, Vertrauen wird untergraben. In Zeiten wie diesen ist die Arbeit mit Partnern wie dem Zero Project wichtiger denn je. Die Wahrheit ist ja einfach: Die Demokratie kann es sich nicht leisten, auch nur irgendjemanden zurückzulassen. Wir brauchen jede Stimme, jede Führungsperson, jeden Wähler, jede Wählerin, jeden und jede, die zum demokratischen Prozess beitragen können.
Wenn wir Wahlen so gestalten, dass alle teilnehmen können, dann bauen wir Gesellschaften, die alle wertschätzen. Wenn wir Inklusion nicht als Ziel verfolgen, sondern als Praxis, dann bauen wir Demokratien auf, die widerstandsfähig und repräsentativ sind und die die Menschen, denen sie dienen, auch achten. Das ist die Zukunft, auf die wir hinarbeiten. Das ist die Zukunft, die Nationalratspräsident Rosenkranz und seine Kolleginnen und Kollegen im Auge haben. Das ist das, was uns Martin Essl gezeigt hat. Das ist die Zukunft, die wir gemeinsam aufbauen können. Ifes freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Zero Project und vielen von Ihnen hier im Saal, um dieses wichtige Ziel zu erreichen. Eine inklusive Demokratie ist eine widerstandsfähige Demokratie – oder in den Worten des Mission Statements des Ifes: Gemeinsam bauen wir widerstandsfähige Demokratien, die für alle da sind. – Ich danke Ihnen. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Anthony Banbury, für diese Präsentation und auch für die Vision, die Sie uns skizziert haben. (Ende der Simultandolmetschung.)
Wir haben jetzt gesehen, wie wichtig barrierefreie Prozesse auch für die politische Teilhabe sind, um eine Gesellschaft hinzubekommen, die resilient ist, die inklusiv ist, die Lösungen findet, Lösungen, die wir heute auch präsentiert bekommen, die auch in den nächsten Tagen bei der Zero Project Conference geehrt werden, sich verbinden können und dementsprechend in der ganzen Welt und auch in Österreich Wirkung haben werden.
Dafür mitverantwortlich, dass all diese Projekte ausgesucht werden und den Weg nach Wien finden, ist auch der CEO von Zero Project. Ich darf Michael Fembek zu mir nach vorne bitten. – Herzlich willkommen, lieber Michael! (Beifall.)
Lieber Michael, wie kommen diese Innovationen nach Wien, außer mit Zug, Auto oder Flugzeug?
Michael Fembek (CEO Zero Project): Das Zero Project International Team verhält sich sechs Monate im Jahr wie ein Research Institute. Wir sitzen ungefähr zu zehnt, zu zwölft, zu fünfzehnt zusammen und haben innerhalb dieser sechs Monate einen klaren Prozess, der mit einer Nominierungsphase beginnt. Da haben wir verschiedene Auswahlprozesse – Peer Review, Voting –, aus denen sich am Ende dann die Auswahl der Awardees ergibt. Im heurigen Jahr waren es knapp 600 Nominierungen aus knapp 100 Ländern, mit denen wir begonnen haben, mit denen wir beginnen konnten. Wir haben dann mit 75 Awardees geendet – plus sieben, die wir das erste Mal als Arts Awardees ausgewählt haben, also eine kleine Zusatzgruppe.
Das heurige Thema, die heurigen Themen waren Barrierefreiheit, IT, und das erste Mal haben wir auch dem Thema Crisis Response, also inklusives Krisenmanagement, einen Schwerpunkt gewidmet, und wir haben da ganz tolle Innovationen bekommen.
Diese Phase läuft so von April bis Oktober. Im Oktober mutiert dann das Team aus einem Research Institute in eine Event-Management-Agentur, weil wir von Beginn an gewusst haben: Nur einen Report zu produzieren, nur Dinge zu kommunizieren, die außerordentlich sind, und das auf Websites zu stellen, hat nicht die Wirkung, die wir erwarten. Wir haben von Beginn weg auch die Kommunikation dieser Ergebnisse mitbedacht und mitorganisiert. Die Zero Project Conference, die es seit 2012 zum 15. Mal gibt, ist natürlich im Mittelpunkt, und rund um das ist einiges andere auch entstanden.
Aus diesem Mix – zu dem wir vor einigen Jahren auch das Parlament dazunehmen konnten, das es uns jedes Jahr ermöglicht, wofür wir sehr dankbar sind, dass wir diese Auftaktveranstaltung machen können, und wo vor allem die Parlamentarier ihre Bereitschaft erklärt haben, hier mit uns zu arbeiten –, aus diesen 75 erstelle ich mit meinem Team dann eine Art von Shortlist – das sind dann so 15 bis 20. Kollege Michael Pichler sucht dann mit den Parlamentariern aus diesen 15 bis 20 diejenigen aus, für die sie auch Potenzial in Österreich sehen. Für diese Awardees ist das natürlich ein besonderer Anreiz und eine besondere Möglichkeit, auch hier in Österreich hoffentlich Projekte und Partnerschaften zu starten.
Vielleicht noch ein Schlusssatz: Sie werden merken, wenn Sie dann die fünf Projekte sehen, dass wir im heurigen Jahr einen Schwerpunkt beim Zugang zu Gesundheitssystemen haben. Das ist kein Zufall. Wir haben auch Prof. Fellinger im heurigen Jahr im Team gehabt, der uns da tatkräftig geholfen hat. Also es ist einiges, was wir heuer hier bieten können, das mit dem Zugang zur Inklusivität von Gesundheitssystemen zu tun hat.
Andreas Onea: Diese großartige Bühne werden Sie auch nutzen, hoffentlich auch in Österreich hier Fuß fassen und ganz viel Wirkung zeigen.
Jetzt würde mich nur ganz kurz persönlich interessieren: Du siehst ja wahnsinnige Entwicklungen, auch technologisch. Gibt es da irgendwelche Trends, die sich in den letzten Jahren ganz, ganz klar zeigen?
Michael Fembek: Ja, also der Trend ist ganz eindeutig. Wenn ich es nennen kann, das Wort sagen kann: Es ist künstliche Intelligenz. Das ist kein Schlagwort, das passiert. Wir haben es ja heute auch schon gehört, in welchen Technologien das schon im Einsatz ist, und Sie werden es auch heute bei einzelnen Projekten hören. Also künstliche Intelligenz ist da, und ich schätze einmal, ohne nachgezählt zu haben, dass es sicher von den 75 bei 25 ein KI-Element dabei gibt. Das ist sicher das ganz große Thema im Moment.
Andreas Onea: Wir sind auf jeden Fall gespannt. Lieber Michael, herzlichen Dank dir und deinem Team für die tolle Arbeit. Applaus für euch! (Beifall.)
Präsentation der internationalen Lösungen
Andreas Onea: Dann würde ich sagen: Legen wir los! Ich bin schon ganz gespannt auf die fünf Innovationen. Kurz zum Ablauf: Wir werden jede Innovation mit einer Lesung von Texten, die von Menschen mit Behinderungen geschrieben wurden und uns Einblicke in ihre Erlebniswelt geben, einleiten. Gelesen werden sie, wie schon angekündigt, von Gregor Seberg und Maria Hofstätter. Dann werden jeweils Vertreterinnen und Vertreter der Parteien im Nationalrat die Innovationen kurz vorstellen. Wir werden dann diese Innovationen, nachdem sie auch von den Initiativen vorgestellt wurden, mit unseren Expertinnen und Experten auch mit Fragen überprüfen und schauen, was in Österreich möglich wäre. Dann werden wir noch einen Ausblick auf eine etwaige Implementierung in Österreich haben.
Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten in öffentlichen Spitälern
Andreas Onea: Ich würde sagen, wir legen los mit der ersten Innovation und damit auch der ersten Lesung.
Lesung: Ron Pfennigbauer – Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus
Gregor Seberg (Schauspieler): „Krankenhaus“ von Ron Pfennigbauer:
„arzt schwester bett op krankenbett blaulicht tatüü tata notarzt helfen entlassung notfall ct mrt sterben zu spät
man kennt sich nicht aus keine auskunft um was es geht um was geht es keine auskunft auskunft die sprache fehlt das ist ein graus und der arzt kommt da kommst du nicht raus die menschen mit behinderung und das ist wahr leiden oft und das ist klar tatütata blaulicht oh weh oh graus gleich ist die geschichte aus.“
(Beifall.)
Andreas Onea: Wir legen los mit der ersten Innovation. Ich darf Christian Ragger von der FPÖ nach vorne bitten. Er wird uns die erste Innovation vorstellen und vor allem sagen, warum er sich diese ausgesucht hat.
Christian Ragger (Abgeordneter zum Nationalrat, FPÖ): Einen wunderschönen guten Morgen! Es tut mir leid, dass ich zu spät gekommen bin. Ich musste aus dem am weitesten entfernten Bundesland anreisen, und alle Straßen funktionieren, nur Wien funktioniert nicht, wie immer. Ich darf mich beim Herrn Präsidenten, aber auch beim Herrn Präsidenten außer Dienst ganz herzlich für die Möglichkeit bedanken, dass wir das heute in diesen Räumlichkeiten abhalten dürfen.
Ich möchte zu dieser Innovation kommen und dazu, warum ich dazu gekommen bin: Ich bin seit über zehn Jahren der Generalsekretär für alle Sozialvereinigungen Europas und begleite internationale Projekte in über 27 verschiedenen Staaten. Als wir mit Michael Pichler und der Fundación Personas aus Kastilien und León zusammengesessen sind, haben wir uns in Deutsch und in Englisch unterhalten und haben krampfhaft versucht, uns in Spanisch zu unterhalten. Ich habe dann versucht, einen Scherz zu machen, und habe gesagt: Jetzt lerne ich schon ein Jahr Duolingo und verstehe noch immer nichts in Spanisch. – Das hat dazu geführt, dass man darüber nachdenken sollte: Wie viele Sprachen kennen Sie eigentlich, und wie viele Sprachen sprechen Sie? Und jetzt kommen Sie in ein Krankenhaus und kennen alle diese Sprachen und können sich dennoch nicht verständigen.
Das war die Überlegung und das war wahrscheinlich auch der Ursprung für dieses Projekt in Spanien, zu sagen: Wir gehen heute in ein Krankenhaus, wollen behandelt werden und wollen die beste Medizin erhalten und können sie deswegen nicht erhalten, weil wir eine Barriere haben, weil wir es im Grunde genommen nicht verstanden haben, auch diese Menschen abzuholen, mitzunehmen und zu integrieren. – Das hat dieses Projekt versucht. Man hat mittlerweile über 2 000 Personen – Krankenschwestern, ärztliches Personal – geschult. Man hat es mittlerweile 3 000 Menschen, die eine Lernschwierigkeit haben, die eine Beeinträchtigung haben, nähergebracht. Das ist eigentlich ein federführendes Projekt, weil es aus der Praxis erzählt, weil es auch ein wichtiger Schritt in der Integration und in der Inklusion ist, so wie wir heute alle gemeinsam hier sitzen.
Der Herr Präsident hat mich darauf hingewiesen, 2 Minuten ist unsere Redezeit. Ich möchte nur abschließend das noch mitnehmen: Ich möchte dieses Projekt auch heuer in Valencia vorstellen, weil es meines Erachtens auch eines der Projekte ist, die eigentlich für flächendeckende Einführung verantwortlich zeichnen müssten. Daher werden wir uns auch sowohl mit dem Sozialkommissär von Europa als auch mit unseren einzelnen Partnerregionen dort koordinieren und wollen dieses Projekt in flächendeckender Ausrollung umsetzen. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Christian Ragger. Wir haben schon gehört, es geht um ein Projekt aus Spanien, um die Lösung ASI – Atención Sanitaria Integral – mein Spanisch ist auch auf Duolingo-Niveau –, und wir freuen uns sehr, dass wir hier ein Projekt sehen werden, das es ermöglicht, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten in öffentlichen Spitälern zu jener Gesundheitsversorgung kommen, die ihnen zusteht. Wir haben über den Schwerpunkt schon gehört, und jetzt freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit einem lauten Applaus Daniel Clavero Herrero begrüßen dürfen. – Welcome for the presentation! (Beifall.)
Daniel Clavero Herrero (Fundación Personas, Spanien) (in deutscher Simultandolmetschung): Guten Morgen! Für diejenigen, die mich nicht sehen: Ich bin 55 Jahre. Ich habe graue Haare und einen grauen Bart. Ich bin 1,70 Meter groß und ich trage eine silberne Krawatte.
Ist das Gesundheitssystem geeignet für Menschen mit Behinderungen? Diese Frage haben wir uns gestellt, vor allem in der medizinischen Betreuung. Es war immer ein Albtraum. Wir versuchen nun im Rahmen unserer Vereinigung, die Dinge zu ändern.
Dieses ASI-Programm ist eine Reaktion auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, nämlich immer dann, wenn das Gesundheitswesen den Bedürfnissen nicht gerecht wurde. Die Menschen empfanden Unsicherheit in einem Umfeld, das ihren Anforderungen nicht gerecht wurde. Es gab einen Mangel an Informationen, ungenügende Schulung des medizinischen Personals. Deshalb ergab sich die Notwendigkeit für dieses Projekt. Das heißt, diese Veränderungen wurden eigentlich von den Familien angetrieben und initiiert.
Alle Stakeholder wurden in eigenen Gruppen und Ausschüssen zusammengebracht. Zunächst gab es eine Bestandsaufnahme. Dann kam es zu einer Kontaktnahme mit den Vertretern des öffentlichen Lebens, der öffentlichen Verwaltung. Es ging im Besonderen um die Bedürfnisse der betroffenen Personen. Die regionale Regierung wurde miteinbezogen. Es gab ein Pilotprojekt in einem wichtigen Spital, einem Hauptspital in León. Ärzte, Sozialarbeiter und Psychologen nahmen daran teil. Diese Zusammenarbeit erwies sich als sehr erfolgreich. Vor allem ging es um eine Verbesserung des Zugangs, um Barrierefreiheit innerhalb der Krankenhäuser.
Zweitens: Schulungsprogramme für das medizinische Personal in Krankenhäusern, vor allem unter Beachtung der Bedürfnisse von Personen mit Behinderungen.
Drittens: Fallmanager, die in Krankenhäusern eingesetzt wurden, die als Verbindungsglied zwischen den Familien und den Patienten und den Ärzten fungieren.
Was waren nun die Ergebnisse? – Zunächst: Unsere Dienstleistungen, die medizinische Versorgung hat sich verbessert. Der Zufriedenheitsgrad ist höher. Es ist für die betroffenen Patienten heute in den Krankenhäusern auch leichter. 2 200 Personen wurden bislang geschult. Mehr als 500 Studenten an Universitäten konnten Kurse zu dieser Thematik belegen.
Das Programm wird nun in die öffentliche Politik integriert werden – es gibt ein Rahmendokument, das von den Behörden angenommen und verabschiedet wurde – und wird auch auf Regierungsebene implementiert. Das heißt, dieses ASI-Programm ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man den Status quo in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft ändern kann. – Vielen Dank. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für diesen Vortrag. Es wird nun die Möglichkeit geben, Ihnen Fragen zu stellen.
Die erste Frage kommt von Klaus Widl. (Ende der Simultandolmetschung.)
Klaus Widl wird also die erste Frage stellen, aber als Präsident des Behindertenrates wird er auch einige Grußworte an uns richten.
Klaus Widl (Präsident des Österreichischen Behindertenrates): Danke. – Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident! Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Damen und Herren! Als Präsident des Österreichischen Behindertenrates bin ich stolz darauf, die weltweite Gemeinschaft zum Thema Inklusion hier bei uns in Wien begrüßen zu dürfen. Ich möchte mich dafür bedanken, dass die Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference heuer schon zum siebten Mal am zentralen Ort der österreichischen Demokratie, nämlich hier im Parlament, stattfindet. Sehr geehrtes Präsidium des Nationalrates, vielen Dank dafür.
Auch heuer werden wieder mehr als 1 000 Gäste aus aller Welt an dieser Konferenz teilnehmen. Mögen in den zahlreichen Begegnungen und dem Austausch wertvolle Impulse entstehen. Danke auch allen Innovatoren, die sich mit ihren großartigen Ideen für eine Welt ohne Barrieren einsetzen. Ich danke allen, die diese Veranstaltung hier im Parlament und in der Wiener UNO-City ermöglichen.
Ganz besonderer Dank und Anerkennung gelten dem gesamten Team der Essl Foundation, allen voran dem Stiftungsgründer Martin Essl und seiner Familie, die es sich zur Mission und damit zur Aufgabe gemacht haben, sich für eine Welt ohne Barrieren einzusetzen und damit das Leben von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern. In diesem Sinne wünsche ich interessante und erfolgreiche Konferenztage. – Vielen Dank. (Beifall.)
Nun meine Frage zur präsentierten Innovation: Es ist aus Sicht des Österreichischen Behindertenrates sehr begrüßenswert, dass das ASI-Programm den Zugang für Menschen mit Lernschwierigkeiten zu öffentlichen Gesundheitsdiensten fördert. Können Sie uns einige praktische Beispiele für konkrete Maßnahmen nennen, die dank des ASI-Programms im System eingeführt wurden? (Der Moderator wiederholt die Frage auf Englisch.)
Daniel Clavero Herrero (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank. – Unser bestes Beispiel heißt Décalogo. Das sind zehn Maßnahmen, zum Beispiel eine Vorbereitung der Termine in Zusammenarbeit mit dem Fallmanager. Eine weitere Maßnahme war die Verkürzung der Wartezeiten; dann die Betreuung der Familien, die Nutzung Einfacher Sprache, die Betreuung und Unterstützung, eigene Räumlichkeiten für diagnostische Tests und die Koordinierung mit eigenen Fachbereichen. Wie Sie sehen, sind diese Maßnahmen ja eigentlich etwas, das selbstverständlich sein sollte, aber bislang nicht gegolten hat.
Andreas Onea: The second question will come from Christine Steger.
Christine Steger (Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für Ihre Präsentation. Ich habe mir Ihre Website angesehen, die sehr beeindruckend ist. In Österreich gibt es sehr viele ähnliche Herausforderungen wie die, die Sie genannt haben. Menschen mit Lernschwierigkeiten und im autistischen Spektrum erfahren oft nicht die Aufmerksamkeit, die sie im medizinischen System benötigen. Die Menschen sprechen ja über sie und nicht mit ihnen. Die medizinischen Schritte werden mit Betreuungspersonen, Begleitpersonen besprochen und die Bedürfnisse der Patienten werden nicht angegangen. Es gibt oft auch keine Zeit für unterstützte Kommunikation oder Leichte Sprache.
Ich möchte gerne wissen: Wer hat da die ersten Schritte unternommen, als Sie dieses Projekt angegangen sind? Wer hat das unterstützt und wie haben Sie die Schulungen durchgeführt? Gab es auch Hindernisse? – Vielen Dank.
Daniel Clavero Herrero (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für diese Fragen. Wir haben hier zwei Perspektiven. Wir haben erstens auf der Ebene der Schulung unserer Mitarbeiter angesetzt, aber in Zusammenarbeit mit Psychologen und mit Sozialarbeitern und mit Vertretern von Behindertenorganisationen. Da geht es um Wissen über Behinderungen, Unterstützungsstrategien, Ausstiegsprotokolle, Exit-Protokolle. All das hat uns geholfen, mit den Menschen anders zu kommunizieren und sie besser zu verstehen. Dann haben wir – über diese Fallmanager, die da vorbereitend tätig werden und den Prozess optimieren – auch das Zeitmanagement verbessert. Das heißt, es gibt einen sehr praktischen Ansatz, der auch neues Wissen generieren soll.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Daniel Clavero Herrero. Sehr interessant, welche Auswirkungen dieses Projekt im spanischen Gesundheitssystem gezeigt hat. – Alles Gute Ihnen und vielen Dank! (Beifall. – Ende der Simultandolmetschung.)
Zum Abschluss der ersten Innovation darf ich noch einmal Christian Ragger nach vorne bitten, um einen kurzen Ausblick – ich glaube, er hat es auch schon angekündigt, angedeutet, was so kommen könnte – zu geben, wie man es schaffen könnte, diese Prinzipien auch in Österreich umzusetzen.
Christian Ragger: Lieben, herzlichen Dank. – Sie sehen, wir sind schon sehr vorangeschritten und in diesem Bereich verzahnt worden. Ich war selbst fünf Jahre lang Soziallandesrat eines Bundeslandes. Daher ist für mich als Politiker, der angreifbar ist, aber auch Umsetzungen vollziehen möchte, die entscheidende Frage: Wie kann ich es implementieren?
Daher war früher schon mein Vorschlag – eine Stiege wäscht man auch von oben nach unten –: Man beginnt oben, das heißt in Brüssel. Man beginnt dort, dieses Projekt vorzustellen. Ich möchte es eben wirklich zum Anlass nehmen, heuer am 11. Juni in Valencia dieses Projekt bei meiner Präsidentin, die auch den Vorsitz führt, aus der Region Valencia, als Auftakt zu präsentieren und es dann über Initiativen auf der europäischen Ebene herunterzubrechen bis letztendlich hier in Österreich in den einzelnen Bundesländern.
Wenn wir diesen Schritt setzen und wenn jeder einzelne unserer Politiker, die in diesem Bereich miteinander zusammenarbeiten, dahintersteht – und wir haben, glaube ich, bis zum heutigen Tag, solange ich in diesem Haus bin, und jetzt bin ich schon über zehn Jahre in diesem Haus, keinen einzigen Streitpunkt gehabt, wenn es darum gegangen ist, für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Beeinträchtigungen einzustehen; ich glaube, da werdet ihr mir zustimmen können –: Das ist unser Schritt, den wir setzen wollen. – Danke vielmals. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Christian Ragger. Herzlichen Dank, Daniel Clavero Herrero. Danke unseren Expertinnen und Experten.
Das war die erste Innovation mit dem Schwerpunkt, das Gesundheitssystem für Menschen mit Lernschwierigkeiten zu verbessern.
KI-gestützte App ermöglicht Menschen mit ALS mit ihrer eigenen Stimme zu kommunizieren
Andreas Onea: Nun machen wir weiter mit Innovation Nummer zwei.
Lesung: Iris Zeitlinger – Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus
Maria Hofstätter (Schauspielerin): „Neu zu Stimme“ von Iris Zeitlinger:
„Stimme
laut, leise
Worte finden
ohne worte, keine haben
schweigen
Stimme
eine haben
nicht gehört werden
sprechen wollen, geht nicht
Stimmlos
sprechen-man will gehört werden
egal ob mit oder ohne Stimme
Ich will eine Stimme haben
Sprechen-man will gehört werden
aber ich habe keine stimme
was kann ich tun?
sprechen-man will gehört werden
egal ob mit oder ohne Stimme
Stimme
laut, leise
hoch, tief, flüstern
männlich, weiblich, mechanisch, schwammig
Sprechton
Stimme
Ausdruck, Kraft
Gefühle, Verarbeitung, Angst
Kommunikation, Gedanken, Worte, Sätze
Geräusch“
(Beifall.)
Andreas Onea: Um die eigene Stimme geht es auch bei dieser Innovation, auf die wir uns ganz besonders freuen. Vorstellen wird sie uns Heike Eder. – Liebe Heike, herzlich willkommen! (Beifall.)
Heike Eder (Abgeordnete zum Nationalrat, ÖVP): Schönen guten Morgen! Für alle, die mich nicht sehen: Ich bin 37 Jahre, 1,64 groß, trage ein violettes Kleid, zwei schwarze Krücken bei mir und habe kinnlanges, blond-braunes Haar.
„Talk to Me, Goose!“ – Viele von euch kennen wahrscheinlich diesen Satz aus dem weltbekannten Film „Top Gun“. Dort bedeutet er so viel wie: Jetzt wird es ernst. Jetzt zählt jede Sekunde.
Heute bedeutet er etwas anderes und eigentlich auch etwas viel Größeres. Er bedeutet: Gib mir meine Stimme zurück! Diese KI-gestützte App, genannt Talk to Me, Goose!, ermöglicht Menschen mit ALS oder eingeschränkter Stimme, wieder mit ihrer eigenen Stimme zu kommunizieren – nicht künstlich, sondern persönlich, emotional und ohne lange Pausen.
Was das konkret heißt, habe ich Ende 2025 kennengelernt, als ein Kollege aus dem Nationalrat, dessen Stimme aufgrund einer Erkrankung eingeschränkt war und ist, seine erste Rede nach seiner Erkrankung mit einem KI-gestützten Avatar hielt. Es war ein absoluter Gänsehautmoment für mich. Es gab Standing Ovations im Nationalrat – nicht aus Mitleid, sondern aus Anerkennung.
Wenn Sie mich fragen, warum ich dieses Projekt unterstützt habe beziehungsweise warum ich dieses Projekt unterstütze: Meine Damen und Herren, genau aus diesem Grund! Weil diese Innovation zeigt, was KI bestenfalls möglich machen kann. Sie gibt Menschen etwas zurück, das zentral ist für Würde und für Teilhabe, nämlich ihre Stimme.
Denn, meine Damen und Herren, Menschen mit Behinderungen brauchen keine Stellvertreter, sie brauchen Zugang, sie brauchen echte Teilhabe und sie brauchen eine hörbare Stimme, und wenn Technologie das ermöglicht, dann ist das eine absolut echte, gute Innovation. Oder um es mit den Worten von Top Gun zu sagen: Talk to Me, Goose! – Wir hören zu. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Heike. Eine Krücke hätte ich dir abnehmen können, aber gut, dass Christine beide nehmen konnte.
Wir haben gehört, es geht um eine App, eine Innovation. Sie kommt aus den Staaten, aus den United States of America: Talk to Me, Goose! Sie sorgt dafür, dass Menschen mit einer sprachlichen oder einer stimmlichen Einschränkung KI-gestützt ihre Stimme zurückbekommen und wieder an der Kommunikation in unserer Gesellschaft teilhaben können. Präsentieren wird uns jetzt das Projekt der Erfinder dieser App, David Betts. The stage is yours. Welcome to Vienna! (Beifall.)
David Betts (Mundell Designs, USA) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Frau Eder! Vielen Dank, Andreas! Danke auch an das Zero Project! Es ist mir eine Ehre, hier zu sein. Wenn jemand seine Stimme verliert, was wird verloren? – Spontaneität, Verbindung, die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Parlamentarier und man hat Ihnen Ihre Stimme gestohlen. Sie können nicht mehr mit der Leidenschaft sprechen, für die Sie eigentlich in Ihr Amt gewählt wurden. Sie können vielleicht nie wieder flüstern. Es gibt unzählige Menschen auf dem Planeten, die an ALS erkrankt sind. Es gibt keine Heilung – das ist eine Realität, der sie gegenüberstehen. Die Stimme ist immer etwas Individuelles, wie ein menschlicher Fingerabdruck. Gleichzeitig macht sich die Krankheit breit.
Ich heiße David Betts und man hat mir 2024 die Diagnose ALS gestellt. Ich wusste, irgendwann würde ich meine Stimme verlieren. Ich weiß auch, dass ALS mich nicht zum Schweigen bringen wird. Ich habe eine neue Kommunikations-App – Talk to Me, Goose! – erfunden, die KI-gesteuert ist. Mit dieser können Personen mithilfe ihres Handys natürlich kommunizieren. Hier verwenden wir eine Voice-Cloning-Technologie: Wir können den Ton, die Wärme und die Persönlichkeit in eine Sprache zurückbringen. Auch wenn wir unsere natürliche Sprachfähigkeit verlieren, können wir dennoch kommunizieren.
Stellen Sie sich vor, man wird nach wie vor angerufen. Das Ziel ist immer, die Würde zu erhalten.
Wie klingt das? (Ende der Simultandolmetschung. – Mithilfe einer KI-erzeugten Stimmimitation auf Deutsch:) Zunächst möchte ich Herrn Mag. Klaus Fürlinger danken. Es ist mir eine Ehre, in Ihre Fußstapfen zu treten. Dies ist meine App, um Menschen ihre Stimme zurückzugeben. Ich glaube, dass sich Menschen viel zu schnell mit viel weniger zufriedengeben als das, was möglich ist. Die Technologie ist leicht verfügbar und relativ kostengünstig. So gibt es kaum Hindernisse für Menschen und sie haben Zugang zum grundlegenden Menschenrecht der Kommunikation. (Ende der KI-erzeugten Stimmimitation. – Beifall.)
(In deutscher Simultandolmetschung:) Wir haben viel zu lange von den Menschen erwartet, dass sie sich mit weniger als dem, was möglich ist, zufriedengeben. Ich wusste gar nicht, was rauskommen würde, als ich mit meiner Tätigkeit begann. Ich habe für Menschen wie (phonetisch) Darren und seine Familie eine neue Realität geschaffen. Als ich Darren getroffen habe, hat er schon sehr lange nicht mehr sprechen können, und mithilfe der App konnte er seinen Kindern eine Gutenachtgeschichte erzählen. Das war das erste Mal, dass das jüngste Kind die Stimme des Vaters hören konnte. Die Familie ist ja das emotionale Zentrum unserer Tätigkeit.
(Einspielung einer KI-erzeugten Stimmimitation auf Englisch – in deutscher Simultandolmetschung:) Es geht ums Gutsein, es geht ums Nettsein, es geht um Emotion. (Ende der Einspielung.)
(In deutscher Simultandolmetschung:) Wie klingt das für Sie? – Talk to Me, Goose! steht heute für Patienten in Kanada und in den USA kostenlos zur Verfügung. 31 Sprachen werden abgedeckt. 100 Millionen Menschen weltweit konnten diese Technologie schon in Anspruch nehmen, und das ist nur die Oberfläche dessen, was möglich ist.
Unser größtes Hindernis ist nach wie vor ein weltweiter Zugang. Ich bin sehr dankbar, dass ich heute vor Ihnen sprechen kann und heute noch meine eigene Stimme verwenden kann. Heute geht es aber nicht nur um mich, es geht um den Erhalt eines grundlegenden Menschenrechts, der Kommunikation, der Hoffnung. Wir können hier etwas tun, das wirklich wichtig ist. Wir müssen diese Chance heute ergreifen.
Darren starb vor drei Wochen, aber der Ton seiner Stimme wird weiterleben. Fragen Sie sich doch selbst: Wie wichtig wäre Ihnen das? Was würde Ihnen das bedeuten? Ich darf Sie also heute in ganz bescheidener Art und Weise um Ihre Unterstützung für diese 73 000 Menschen in Österreich bitten, die hier Kommunikationsschwierigkeiten haben. Es geht nicht um Innovation, es geht um Zugang: Millionen von Menschen auf der Welt brauchen diesen Zugang. – Vielen Dank. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, David. Das ist sehr, sehr beeindruckend und es ist eine sehr, sehr berührende Vision, die Sie haben.
Ich freue mich, dass unsere Experten auch Fragen für Sie vorbereitet haben, damit wir von Zugang sprechen, von Barrierefreiheit. Wir beginnen mit Franz-Joseph Huainigg.
Franz-Joseph Huainigg (Schriftsteller, Barrierefreiheitsbeauftragter ORF): Ich habe die App auch getestet, weil ich auch eine persönliche Sprachbehinderung habe und mir auch schwer beim Sprechen tue. Das Besondere an der App ist, dass sie KI-generiert Phrasen vorschlägt und die Kommunikation dadurch flüssiger funktioniert. Die App kann man auch auf die Art, wie man spricht, einstellen. Ich habe sie jetzt auf mich eingestellt, auf meinen Humor. Ich habe das eingegeben, was ich sagen wollte: Ich habe Durst – und die App sagt dann (mithilfe einer KI-erzeugten Stimmimitation): Ich bin dehydriert wie eine Rosine. Schnell, bring mir was zu trinken, bevor ich anfange, Wasser aus der Toilette zu trinken! (Heiterkeit.) Genau, hat also durchaus auch Humor.
Meine Frage lasse ich jetzt gleich von meinem Avatar stellen, der auch viel besser Englisch kann als ich.
(Einspielung eines Videos, in dem Franz-Joseph Huainigg mithilfe einer KI-erzeugten Stimmimitation auf Englisch spricht. – In deutscher Simultandolmetschung:) Hallo, Franz-Joseph! Schön, dass ich wieder sprechen kann; ich weiß auch, warum. Dein Englisch ist ja entsetzlich, und jetzt kann ich als dein Avatar helfen.
Die Scott-Morgan Foundation hat mich geschaffen, damit Menschen wie Sie in jeder Sprache mit ihrer eigenen Stimme frei kommunizieren können – und wenn ich von Sprache spreche: Was Sie vielleicht nicht wissen, Franz-Joseph, ist, dass diese Talk-to-Me-Goose!-App auch mit ihrer eigenen Stimme sprechen kann, so wie ich. Man muss sie nur programmieren.
Meine Frage: Das Tippen von Fragen in ein Handy dauert und führt zu Pausen, die zu Schwierigkeiten in der Kommunikation führen. Wie macht Talk to Me, Goose! die Kommunikation schneller und einfacher?
Und dann eine Zusatzfrage: Was kostet diese App für Menschen mit Behinderungen? (Beifall.)
David Betts (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen, vielen Dank, Franz-Joseph, für diese Frage. – Ich arbeite mit der Scott-Morgan Foundation; es ist mir eine Ehre, das zu tun. Deshalb wurde diese App geschaffen: um diese Pausen zu minimieren. Vor allem für Personen mit motorischen Defiziten kommt es zu einer Beschleunigung der Kommunikation. Ich kann darüber sprechen, ich kann es aber auch demonstrieren, wenn Sie möchten, um Ihre Frage zu beantworten.
(Der Redner tippt in sein Tablet.) Wie hilft Merlin? – Beschleunigung der Kommunikation. Jetzt geschieht da ein kleines Wunder; Merlin vollbringt dieses Wunder. (Einspielung einer KI-erzeugten Stimmimitation auf Englisch. – In deutscher Simultandolmetschung): Merlin war ein Gamechanger. Die Konversation wird beschleunigt. Das heißt, ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich die Leute bremse, und ich kann mithalten. (Ende der Einspielung.)
(In deutscher Simultandolmetschung): Das heißt: Kurzer Input, Merlin versteht, was ich möchte und liefert mir Vorschläge, ganz kurz. So kann ich in der Konversation bleiben. Da wird generative KI auf Grundlage eines ganz kurzen Inputs verwendet. Für mich ist das ein sehr gutes Anwendungsbeispiel für KI.
Zweite Frage: Was kostet die App? – Mein Ziel ist es, dass das Ganze für Menschen mit Behinderungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann, oder zu einem sehr, sehr geringen Preis. Wir versuchen, das für Personen mit ALS gratis zur Verfügung zu stellen. Manchmal gibt es kleine Zuwendungen, Zuschüsse.
Es gibt da noch eine zweite App, Fable’s Adventures, die ist kostenpflichtig. Man kann Geschichten generieren, diese teilen, eine Gemeinschaft herstellen, die Geschichten erzählt. Da werden Gelder eingebracht, und diese Gelder können dazu genutzt werden, die App gratis zur Verfügung zu stellen. Wir haben auch einige Partner, die uns bei der Vermarktung helfen.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, David. Wir haben noch eine letzte Frage von Karin Stöckler.
Karin Stöckler (Landespräsidentin Öziv Vorarlberg): Talk to Me, Goose! wurde im März 2025 gestartet und ist so eine wunderbare Möglichkeit, Menschen mit Sprachbehinderungen und speziell Menschen mit ALS eine Stimme zu geben und die Eingabe unter anderem mit eingebauten Textbausteinen zu erleichtern. Was können wir hier in Österreich tun, um diese App bei Betroffenen bekannter zu machen und den weiteren Ausbau zu unterstützen? (Der Moderator wiederholt die Frage auf Englisch.)
David Betts (in deutscher Simultandolmetschung): Was möchte ich hier in Wien? – Drei Dinge für die Zukunft: Ich suche Technologiepartner, die uns hier unterstützen werden. Das Ganze ist auf ganz normalen Devices wie Handys, Tablets et cetera verfügbar beziehungsweise machbar. Ich suche auch Administrationspartner, Vertriebspartner wie die Live Like Lou Foundation; Personen, die vor Ort als Kanalpartner tätig sind, um die Dinge zu verbreiten: NGOs, soziale Dienste et cetera, et cetera, damit die App für alle, die sie brauchen, zur Verfügung gestellt wird. Und dann suche ich noch Finanzierungspartner, aber die Kosten bewegen sich eigentlich in einem eingeschränkten Bereich. Die Kosten sollten kein Hindernis sein, auch der Prozess sollte kein Hindernis sein. – Vielen Dank für die Zeit, die Sie uns heute zur Verfügung gestellt haben. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, David Betts. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie all das hier finden. Vielen Dank für die Präsentation und die Möglichkeiten, die Sie so vielen Menschen geben. (Ende der Simultandolmetschung.)
Zum Abschluss dieser Innovationspräsentation freuen wir uns auch über die Gedanken von Heike Eder, wie wir das in Österreich gut implementieren können. – Herzlich willkommen!
Heike Eder: Danke schön, David Betts, für deine Präsentation! Danke an alle Zuhörer, alle Interessierten, aber auch den kreativen Fragestellern und Fragestellerinnen! Ich finde die Innovation absolut wichtig, denn sie gibt Menschen einfach ihre Würde zurück, indem sie ihre Stimme haben und erheben können.
Ich finde auch das Bestreben ganz toll, dass die App für Menschen mit Behinderungen gratis zur Verfügung stehen soll. Wir werden gleich im Anschluss an die Konferenz einen Round Table veranstalten und gemeinsam besprechen, wie wir vorgehen können, um diese App auch in Österreich bekannter zu machen und zu implementieren. Alle, die dazu gerne einen Beitrag leisten, sind auch herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
Und falls es schon irgendwelche Unterstützer oder Sponsoren im Saal gibt, die sagen: Ich möchte da unbedingt mitmachen!, dann redet nicht mit Goose, sondern redet mit David Betts! – Danke. (Beifall.)
Andreas Onea: Den Appell kann ich hier nur bekräftigen, also hier unbedingt die nächsten Schritte zu setzen.
Besserer Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit Lernschwierigkeiten
Andreas Onea: Wir wollen uns jetzt der dritten Innovation widmen und gehen zurück ins Gesundheitssystem und bleiben beim Thema der Versorgung von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Somit freuen wir uns jetzt auf den Start der dritten Innovation.
Lesung: Anna-Lina Ernstberger – Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus
Gregor Seberg: „In meinem Kopf“ von Anna-Lina Ernstberger:
„In meinem Kopf ist gerade nur Leere. Sie fühlt sich warm und gemütlich an, wie ein frisch bezogenes Bett, in das ich mich gerne reinlege. Die eigene Geschichte kann nicht ausradiert werden, man kann sie nur vergessen. Ich habe meine leider vergessen. Ich kann mich an überhaupt nichts erinnern, darum fällt es mir gerade auch so schwer, meine Biografie zu schreiben. Ich fühle mich oft winzig klein und fühle, dass ich oft nicht gut genug bin. In meinem Kopf ist gerade nur Leere. Gähnende Leere und doch springen 1.000 Gedanken in meinem Kopf herum. Sie flitzen so schnell wie Mäuse hin und her und her und hin, so dass ich sie leider nicht zu fassen kriege. Das macht mich ganz traurig.“
(Beifall.)
Andreas Onea: Wir legen los, und zur Vorstellung der Innovation darf ich Verena Nussbaum von der SPÖ zu uns bitten, und darum, sie natürlich mit einem Applaus zu begleiten. (Beifall.)
Verena Nussbaum (Abgeordnete zum Nationalrat, SPÖ): Vielen Dank. Auch ich möchte mich kurz beschreiben: Ich bin 1,63 Meter groß, habe blonde Haare, habe ein graues Kostüm mit Rock und Blazer und ein weinrotes Oberteil an.
Ich möchte mich zuerst für die berührenden Gedichte bedanken, die wir hier hören, und ich glaube, das Gedicht passt auch sehr gut zu dem Projekt, das ich mir ausgesucht habe, denn ich habe vor nicht allzu langer Zeit mit Julia Moser und Heidemarie Egger, die ja auch hier auf der Regierungsbank Platz genommen haben, gesprochen. Es geht um Frauen mit Behinderungen, und auch im Gesundheitswesen gibt es da große Lücken.
Es geht eben darum, dass sich Menschen mit Lernschwierigkeiten artikulieren, aber das Gesundheitspersonal kann die Message nicht empfangen, die gesendet wird. Es weiß nicht: Wie soll ich der Person helfen? Das Bemühen ist da, aber man weiß nicht: Wie gehe ich es an? Und dann gibt es natürlich auch umgekehrt Situationen, in denen Menschen mit Behinderungen gar nicht die Möglichkeit haben, sich zu artikulieren, weil sie glauben, das Gesundheitspersonal weiß alles besser und geht auf die Menschen gar nicht ein.
Das ist mir, als ich diese Innovation, das Projekt Equal Treatment, gesehen habe, zu Bewusstsein gekommen, und ich habe gesagt: Das muss ich mir nehmen, denn es geht auch um E-Learning und darum, dass man einerseits Menschen mit Behinderungen empowert, Menschen mit Lernschwierigkeiten die Chance gibt, sich vorzubereiten, sich zu informieren: Wie kann ich meine Wünsche, meine Bedürfnisse artikulieren? Es geht aber auch darum – und das ist besonders wichtig –, auf der Gesundheitsebene in dem Bereich, wo Menschen arbeiten – sei es in Krankenhäusern, bei Ärzten, in Gesundheitseinrichtungen –: Habe ich auch die Möglichkeit, dass ich mich informiere, weiterbilde, damit ich weiß, wie ich mit Menschen mit Behinderungen umgehen kann, um eben diese Behinderungen, von denen wir heute schon gesprochen haben, endlich beiseiteschieben zu können und damit wir auf Augenhöhe menschlich miteinander kommunizieren können, und vor allem – was im Gesundheitssystem natürlich notwendig ist – auch helfen können, um die Gesundheit wiederherzustellen?
Darum freue ich mich jetzt schon auf die Partner aus Belgien, die das Projekt vorstellen werden. – Danke. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Verena Nussbaum. – Wir haben schon gehört, der nächste Beitrag kommt aus Belgien: Es geht um die gleiche Behandlung.
Wir freuen uns sehr, dass die European Platform for Rehabilitation uns jetzt dieses Projekt vorstellen wird. Ich darf Alicia Gómez Campos und Roberto Zanon nach vorne bitten. – Herzlich willkommen! (Beifall.)
Alicia Gómez Campos (Europäische Plattform für Rehabilitation) (in deutscher Simultandolmetschung): Guten Morgen, geschätzte Abgeordnete! Liebe Gäste! Liebes Zero Project! Vielen Dank für die Einladung. Es ist für uns ein Privileg, hier bei Ihnen zu so einem wichtigen Thema sprechen zu dürfen, nämlich dem Recht eines jeden und einer jeden auf gute Gesundheitsversorgung. Mein Name ist Alicia Gómez Campos, und ich werde von unserem Projektleiter Roberto Zanon begleitet. Ich bin Generaldirektorin unserer Veranstaltung. Wir vertreten die EPR, die Europäische Plattform für Rehabilitierung, eine NGO, die hochwertige Dienstleistungen bietet. Wir sind in Brüssel angesiedelt.
Sprechen wir über eine eigentlich einfache Idee, die naheliegend sein sollte: Es geht darum, dass Menschen mit intellektuellen Behinderungen dasselbe Recht wie andere auf Qualität in der Gesundheitsversorgung haben. Da geht es nicht nur um einen Grundsatz, das ist auch rechtlich festgeschrieben. Die UN-Behindertenrechtskonvention hält dies sehr klar fest: keine Diskriminierung und die höchstmöglichen Standards der Gesundheitsversorgung für alle. Die EU hat das noch weiter verstärkt durch die Strategie für Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Europäische Säule sozialer Rechte. Wir haben diesen europäischen Rahmen, mit dem alle Länder arbeiten können. Wir glauben auch, dass das sehr wichtig ist.
In der Realität ist es nämlich so, dass es auf nationaler und regionaler Ebene oft sehr anders aussieht. Wie wir ja heute schon gehört haben, ist es so, dass Menschen mit intellektuellen Behinderungen oft vor echten und schwerwiegenden Hürden in der Gesundheitsversorgung stehen: Mitarbeitende sind oft nicht entsprechend geschult, Systeme sind nicht für und nicht mit ihnen gestaltet, sie sind nicht inklusiv. Es gibt keine Koordinierung zwischen Ärztinnen, Ärzten, und den Menschen, die sie jeden Tag unterstützen. Deshalb haben wir dieses Projekt ins Leben gerufen, um bessere Strategien zu entwerfen, die Barrieren abzubauen, die Ausbildung und Bildung der Gesundheitsberufe zu verbessern und die Zusammenarbeit mit jenen, die Unterstützung bieten.
Roberto Zanon (Europäische Plattform für Rehabilitation) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Alicia. – Ich möchte ganz kurz auf die innovativen Aspekte eingehen. Wir hören heute ja viel über Innovation und Wirkung.
Warum dachten wir, dass dieses Projekt innovativ sein könnte? – Wir haben versucht, so viele wie möglich einzubinden. Es geht um den Zugang zu Gesundheitsversorgung. Da kann man natürlich nicht nur Gesundheitsberufe einbinden: Es geht nicht nur um Ärzte und Ärztinnen, sondern auch um Pflegekräfte, es geht natürlich auch um Empfangspersonal in Krankenhäusern. Stellen Sie sich vor, jemand kommt ins Krankenhaus. Man spricht ja nicht zuerst mit der Ärztin, sondern da muss man natürlich auch mit dem Empfangspersonal und so weiter sprechen. Wir wollten also so viele Stakeholder im Gesundheitsbereich wie möglich einbinden.
Eines der Probleme, die wir gesehen haben, war, dass es nicht unbedingt daran mangelt, dass es aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich an Unterstützung mangelt. Es gibt oft einfach keinen Dialog, keine Kommunikation, verschiedene Einstellungen, und das wollten wir überbrücken, indem wir hier Inhalte auch für Dienstleister anbieten, wie die beste Behandlung geboten werden kann und wie man mit dem Gesundheitssektor zusammenarbeiten kann.
Insgesamt haben wir natürlich auch versucht, Menschen mit intellektuellen Behinderungen so weit wie möglich in alle Aspekte des Projektes einzubinden – in der Umsetzung, aber auch schon in der Vorabgestaltung und auch im Nachgang, nach Abschluss des Projektes.
Wie haben wir das geschafft? – Wir haben Onlineschulungen für Angehörige von Gesundheitsberufen entwickelt zu bestimmten Aspekten, die über eine Bedürfnisanalyse, die zu Beginn gemacht wurde, ausgewählt wurden. Natürlich geht es da einmal um klare Kommunikation. Wir haben das schon gehört: Wie kann man denn mit einem Menschen mit intellektuellen Behinderungen klar kommunizieren? Es geht ja um deren Gesundheit. Diese Personen sind ja die Zielpersonen, wenn es um diese Aspekte geht. Wie kann man sie im Entscheidungsprozess unterstützen, damit sie entsprechend über ihre eigene Gesundheit entscheiden können? Wie können wir als Angehörige von Gesundheitsberufen mit ihnen sprechen und eben nicht nur mit der Familie, was auch wichtig ist, aber eben nicht der Hauptteil – also einerseits klare Kommunikation, dann das Personal im Krankenhaus, das am Empfang mit den Menschen spricht, damit man einfach einmal versteht, wie man kommunizieren kann, dann gute Praktiken, der rechtliche Rahmen für alle Beteiligten. Dann haben wir auch versucht, auf europäischer Ebene einzugreifen. Wir haben strategische Empfehlungen entwickelt.
Meine Kollegin kann vielleicht noch darauf eingehen und vielleicht können wir später noch etwas Näheres auch dazu sagen, was wir konkret gemacht haben, wie wir in den fünf Ländern, die am Projekt teilgenommen haben, auch die Schulungssysteme angepasst haben.
Alicia Gómez Campos (in deutscher Simultandolmetschung): Ja, danke. – Die Empfehlungen, die im Rahmen des Projektes ausgesprochen wurden, waren sehr konkret: verpflichtende Ausbildung für Gesundheitsberufe, entsprechendes Mentoring, Barrierefreiheit als Standard, Einbindung von Menschen mit Behinderungen, stärkere Koordinierung zwischen Gesundheits- und Unterstützungsdiensten und inklusive Gesundheitsversorgung in nationalen Strategien und in der medizinischen Ausbildung.
Österreich – wir haben es schon gehört – gehörte zu den ersten Ländern, die die Behindertenrechtskonvention ratifiziert haben, und auch hier gibt es noch Barrieren. Darum ging es in dem Projekt. Es geht nicht um radikale Forderungen, sondern praktische, evidenzbasierte Forderungen, die Leben retten können. Deshalb raten wir ja auch dazu, das umzusetzen, Menschen mit Erfahrung anzuhören, Dienstleister einzubinden und für Kooperationen offen zu sein. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall.)
Andreas Onea: (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank an Sie beide. – Es gibt nun Fragen. Die erste Frage hören wir von Bernadette Feuerstein.
Bernadette Feuerstein (Dachverband der Selbstbestimmt Leben Initiativen Österreich): Bei Menschen mit Lernschwierigkeiten werden Themen wie Sexualität, Kinderwunsch, Verhütung oder Genderidentität oft nicht ernst genommen oder als Menschenrecht angesehen. Gibt es in diesem Equal Treatment Project auch dazu spezifische Empfehlungen und Richtlinien für die Politik und für die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten? Haben die Personen mit Lernschwierigkeiten eine Möglichkeit, in geschützten Räumen darüber zu sprechen oder Informationen zu bekommen?
Eine Zusatzfrage: Es ist beeindruckend, dass sich die Kompetenzen und die Kommunikationsfähigkeiten wie angegeben um 70 Prozent verbessert haben, aber es würde mich interessieren, welche Indikatoren da festgesetzt wurden, um diese Veränderungen und Verbesserungen zu messen und zu überprüfen.
Andreas Onea: Danke, Bernadette Feuerstein. (Der Moderator wiederholt die Fragen auf Englisch.)
Roberto Zanon (in deutscher Simultandolmetschung): Antwort auf die erste Frage: Nein, Fortpflanzungsrechte wurden im Rahmen des Projekts nicht inkludiert. Wir haben das im Rahmen der Bedürfnisanalyse zwar festgestellt, aber der Rechtsrahmen ist in den unterschiedlichen Ländern sehr unterschiedlich. Das wäre vielleicht ein interessantes Nachfolgeprojekt. Es ist natürlich aber auch so, dass wir uns bei der Auswahl der Ärzte/Ärztinnen, die ja verschiedene Fachbereiche abdecken, auf einige Bereiche konzentrieren mussten. Es wäre aber vielleicht ein gutes ergänzendes Projekt, da könnte man sich durchaus noch Gedanken dazu machen.
Wie haben wir die Kompetenzen gemessen? – Die Schulung wurde zunächst natürlich im Rahmen eines Pilotversuches mit einigen Hundert Studierenden durchgeführt. Da wurde zunächst eine Selbsteinschätzung von den Teilnehmenden durchgeführt, und am Ende der Schulung gibt es dann noch einen Test, den man, glaube ich, mit 12 von 20 Punkten abschließen muss. Das ist ein Test, der in die Schulung eingebaut ist, damit man eben nicht nur einfach so einmal die Schulung besucht, sondern am Ende tatsächlich auch etwas gelernt wird. So konnten wir den Kurs auch in einigen Ländern akkreditieren lassen und als verpflichtenden Teil der Ausbildung integrieren.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank. – Rudolf Kravanja hat eine weitere Frage.
Rudolf Kravanja (Präsident des Öziv Bundesverbandes): Einen schönen Vormittag auch von meiner Seite. Wir von Öziv sagen immer: Nichts über uns ohne uns! Sozusagen: Wie sind hier Menschen, die Lernschwierigkeiten gehabt haben, miteingebunden worden? Auf der anderen Seite: Wie sind die Lernhilfen und so weiter von den Ärzten aufgenommen worden, also wie ist das für die Ärzte übersetzt worden, und wie sind die Ärzte darauf eingegangen? (Der Moderator wiederholt die Fragen auf Englisch.)
Roberto Zanon (in deutscher Simultandolmetschung): Nichts über uns ohne uns. – Wir haben versucht, Menschen mit intellektuellen Behinderungen in allen Aspekten des Projekts einzubinden, beginnend mit dem Beirat. Wir haben hier zum Glück eine gute Zusammenarbeit mit Inclusion Europe, dem offiziellen Gremium auf europäischer Ebene für Menschen mit intellektuellen Behinderungen. Sie waren gemeinsam mit Hope, einer Dachorganisation von Krankenhäusern, und einer Organisation von Fachpflegekräften im Beirat vertreten, sie haben Feedback geliefert – wir haben uns mehrmals getroffen –, sie haben sich zum Beispiel zu den strategischen Empfehlungen geäußert, damit diese auch wirklich passen. Interessant war auch, dass sie sich zum Beispiel auch zum Thema Sprache äußerten; man muss in der Kommunikation die richtige Sprache verwenden, richtig kommunizieren. Das war also sehr wichtig. Sie haben auch an der Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen einer Konferenz teilgenommen, haben da auch entsprechend Beiträge geliefert. Sie waren in die Bedürfnisanalyse involviert, da waren einige Hundert Menschen eingebunden, darunter etwa 120 Menschen mit Behinderungen, damit die Schulungen wirklich auch auf der Grundlage ihrer Bedürfnisse erfolgen. Sie wurden in verschiedenste Bereichen involviert. Wir haben da wirklich versucht, ihre Beiträge auch überall im Projekt einzubinden. – Was war die zweite Frage?
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Wie wurde denn das vom medizinischen Personal aufgenommen?
Roberto Zanon (in deutscher Simultandolmetschung): Sehr gute Frage! Das hat natürlich auch damit zu tun, wie Ärzte in verschiedenen Ländern wahrgenommen werden und wie sich Ärzte/Ärztinnen auch selbst wahrnehmen. Auch das Alter des ärztlichen Personals und das Geschlecht spielen hier durchaus eine Rolle. Manche sind da offener, verstehen, dass sie zu den Menschen mit intellektuellen Behinderungen sprechen sollen und nicht nur zur Familie. Aber da gibt es, glaube ich, schon noch Unterschiede.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für die Vorstellung und alles Gute für die weitere Umsetzung. (Beifall. – Ende der Simultandolmetschung.)
Zum Abschluss darf ich noch einmal Verena Nussbaum für die weiteren Schritte nach vorne bitten.
Verena Nussbaum: Wir haben jetzt bei den Fragestellungen gehört, wie wichtig dieses Thema ist, darum werde ich es natürlich auch in meine politische Arbeit mitnehmen. Wir haben heute auch noch draußen die Möglichkeit, das gemeinsam mit dem Projekt aus Spanien von Kollegen Ragger zu diskutieren. Ich denke, dass es bei uns eben auch an der Zeit wird, bei den Ausbildungen im Gesundheitswesen diesen Themenbereich, der sehr groß ist, einfach miteinzubringen. Und dafür werde ich mich weiterhin einsetzen. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank.
Nationale Notrufnummer für non-verbale Kommunikation nutzbar machen
Andreas Onea: Im Gesundheitsbereich, wir haben es gehört, ist ein Schwerpunkt auch Crisis and Emergencies. Wir kommen jetzt zu einer Innovation, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Ich würde sagen, wir legen los: Innovation Nummer vier.
Lesung: Ron Pfennigbauer und Anna-Lina Ernstberger – Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus
Maria Hofstätter: „Notruf-Dialog“ von Ron Pfennigbauer und Anna-Lina Ernstberger.
Gregor Seberg: „wie würdest du den notfall melden?“
Maria Hofstätter: „Ich würde einfach sagen, warum ich angerufen habe und was mir fehlt.“
Gregor Seberg: „ich würde dasselbe machen und sagen, was ich hab“
Maria Hofstätter: „Wie würdest Du einen Notfall melden, wenn Du nicht sprechen könntest?“
Gregor Seberg: „dann würd ich ihnen erklären, dass ich vorne sitzen muss weil mir hinten schlecht wird und dann“
Maria Hofstätter: „Aber, Du könntest ja nicht sprechen, Du müsstest anderes mit den Rettungsleuten kommunizieren, wie würdest Du dies tun?“
Gregor Seberg: „schreiben oder deuten“
Maria Hofstätter: „Das ist eine gute Idee. Ich würde, wenn ich einen Anruf tätige und nicht sprechen könnte, eine SMS schreiben oder jemanden bitten, meine Symptome zu beschreiben.“
Gregor Seberg: „dann würde ich ihnen zeigen, wo es mir weh tut
und alles andere machen die ärzte“
Maria Hofstätter: „Das ist eine sehr gute Idee, ich würde mir so eine Notrufuhr besorgen. Mein Großvater hat so eine.“
Gregor Seberg: „gott segne die Notrufuhr und diesen notruf mit Tapsos ich find das so geil, das es jetz sowas gibt dankkkkkkkkkkkke“
mehr davon wann gibt es das auf der ganzen welt
es gibt sehr wenig ärzte die menschen mit behinderung helfen und es ihnen gut erklären damit sie sich auskennen
ich fordere, dass sich mehr gut auskennen und so projekte machen
bitte weiter so, ganz gute sache“
(Beifall.)
Andreas Onea: Das fordern wir auch. Fiona Fiedler von den NEOS wird uns jetzt kurz vorstellen, wie dieses Projekt genau dafür sorgen wird: dass Notrufe auch für Menschen mit Behinderungen barrierefrei sind.
Fiona Fiedler (Abgeordnete zum Nationalrat, NEOS): Von meiner Seite ein herzliches Willkommen! Ich darf mich auch kurz beschreiben: Ich bin 1,80 Meter groß, habe lange rote, lockige Haare und habe heute einen Zebralook-Anzug mit einem schwarzen Sakko an.
Danke für dieses literarische Werk, weil es sehr gut beschreibt, was die nächste Innovation kann oder können soll im Großen und Ganzen. Warum habe ich es mir ausgesucht? Wir sehen – auch aufgrund der Innovationen, die wir heute hier im Parlament präsentieren dürfen –, dass es nicht nur im Inklusionsbereich, sondern auch im Gesundheitsbereich ein bisschen hapert und hier Nachholbedarf sein muss. Deswegen hat mich Inclutech von Becca Hume aus Großbritannien auch sehr angesprochen, weil es eben um solche Situationen geht: Ich habe Schmerzen, ich brauche einen Notruf, ich muss ihn absetzen, ich bin aber nonverbal – wie mache ich das? Zeigen? – Geht nicht. SMS schicken? – Möglich. Es gibt da aber eine Möglichkeit, die das gut zusammenfasst und gut auf den Punkt bringt – das wäre großartig, wenn wir das auch in Österreich implementieren könnten, deswegen auch dieses Projekt. Danke. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Fiona Fiedler.
Wie schon gesagt: Das nächste Projekt kommt aus Großbritannien. Es handelt sich dabei um eine App und die sorgt dafür, dass nonverbale Nutzerinnen und Nutzer im Notfall den Notrufdienst rufen können. Wir freuen uns auf die Präsentation von Becca Hume. – Welcome Becca.
Becca Hume (Inclutech Ltd., Großbritannien) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Becca Hume, ich bin die Gründerin von Inclutech. Ich bin weiblich, 35 Jahre alt, bin heute ganz schwarz angezogen und habe kurze, dunkle Haare.
Notfallsysteme sind so entwickelt, dass man schnell, verlässlich Hilfe erreichen kann, aber ein Problem gibt es mit den meisten Notrufsystemen, nämlich dass man sprechen können muss. Das ist aber tatsächlich nicht immer der Fall, in Notfällen kann es sein, dass man aufgrund eines Schlaganfalls, Traumas, Schocks, einer Behinderung oder aufgrund von Angst nicht sprechen kann. Wenn das passiert, dann ist die Hürde nicht der Notfalldienst, sondern die Kommunikation an sich.
Stellen Sie sich vor, in Österreich hat jemand einen Schlaganfall. Er weiß, was passiert ist, er versucht den Notruf zu wählen, kann aber nicht sprechen. Er kann klar denken, hört auch, kann aber nicht schnell genug kommunizieren, was ihm fehlt. In diesem Augenblick ist es wichtig, dass der Zugang zum Notruf eben nicht nur sprachgebunden ist.
TapSOS wurde gestartet, um dieses Problem anzugehen. Da kann man über ein strukturiertes visuelles Interface Hilfe erlangen, das die entsprechenden Informationen an die Notrufdienste übermitteln kann. TapSOS ersetzt natürlich keine üblichen Notfallsysteme, sondern integriert sich in diese, damit auch dieses System weiterhin sicher, zuverlässig und in Echtzeit erfolgen kann. Im Vereinigten Königreich nutzen wir das System bereits im Rahmen des nationalen Notfallsystems nach einem nationalen Akkreditierungsprozess mit allen beteiligten Diensten.
Das heißt, dass diese nicht sprachbasierten Notrufe genauso erfolgen können wie die üblichen sprachbasierten. Es geht darum, dass man für die Schwächsten etwas entwirft, dass dann aber für alle da ist. Das ist ein Problem, das alle von uns einmal haben können, entweder vorübergehend oder auch dauerhaft. Systeme, die darauf eingehen und darauf ausgerichtet sind, sind nicht besondere Systeme, sondern einfach bessere Systeme. Das Wichtigste ist, dass es sich hier nicht nur um eine britische Lösung handelt, es gibt dieses Bedürfnis in allen Ländern und das Modell kann in verschiedene nationale Systeme mit verschiedenen Sprachen und gesetzlichen Grundlagen eingebaut werden. Das System kann mit den Behörden und Strukturpartnern entsprechend evaluiert werden, und wir würden sehr gerne untersuchen, wie dieses System auch in das österreichische Notfallsystem eingebaut werden kann und wie man auch andere Länder unterstützen kann, die heute hier vertreten sind, weil Zugang zu Notfallhilfe niemals davon abhängen sollte, ob man sich mit Sprache ausdrücken kann oder nicht. Vielen Dank. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Rebecca Hume, für diese sehr innovative und einfache Lösung, wie es scheint. Die erste Frage an dich kommt jetzt von Heidemarie Egger.
Heidemarie Egger (Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank. Als österreichischer Verein für Frauen mit Behinderungen wissen wir, dass Frauen ein höheres Risiko haben, von Gewalt betroffen zu sein. Haben Sie Frauen hier als eigene Zielgruppe genutzt, wissen Sie, wie Frauen Ihre Dienste nutzen? Das würde ich ganz gerne wissen.
Becca Hume (in deutscher Simultandolmetschung): Danke für diese Frage. Vielen Dank auch dafür, dass diese Frage gestellt wurde. Es ist tatsächlich so, dass Frauen oft stärker von Gewalt betroffen sind, zusätzliche Hürden haben, wenn sie Notfalldienste anrufen. Da geht es nicht nur um Kommunikationshürden, sondern auch um anderes, zum Beispiel auch um Situationen, in denen man aus Sicherheitsgründen nicht sprechen kann.
Man muss im Rahmen dieses Systems eine Behinderung, ein Geschlecht und so weiter nicht bekannt geben, um das System nutzen zu können. Es gibt eigentlich drei Prinzipien: einmal die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen, die Sicherheit und auch Probleme zu überwinden, die den Zugang zu Hilfe verzögern könnten. Wichtig ist hier ja die Geschwindigkeit, die Privatsphäre und die Sicherheit und deswegen gibt es hier keine Dateneinteilungen nach Nutzerkategorien. Wenn der Nutzer optional demografische Informationen zur Verbesserung der Dienste liefern möchte, dann zeigt sich sehr wohl, dass sich Frauen mit den entsprechenden Schwierigkeiten an unseren Dienst wenden, aber diese Informationen werden freiwillig geliefert und es wird wie gesagt nicht verlangt. Ich kann Ihnen deshalb nicht den genauen Anteil von Frauen mit Behinderungen nennen, die diesen Dienst nutzen, aber es geht eben darum, dass Zugang zur Notfallhilfe immer möglich ist, ohne dass man zunächst einmal persönliche Informationen preisgibt.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Danke für die Frage und für die Antwort. – Zweite Frage von Julia Moser.
Julia Moser (Vorsitzende des Monitoring Ausschusses) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für die Vorstellung dieser Innovation. Der unabhängige Begleitausschuss hat seit Jahren schon kritisiert, dass das österreichische Notfallsystem für Menschen mit Behinderungen nicht barrierefrei zugänglich ist. Deshalb begrüße ich Innovationen wie die Ihre, die das System auch bei uns verbessern könnten.
Sie sagen, die App kann von allen genutzt werden, unabhängig von Behinderungen, auch von Menschen, die keine Behinderungen haben. Ich würde nun gerne wissen, wie Sie sicherstellen, dass die App wirklich für alle barrierefrei zugänglich ist, zum Beispiel auch für Menschen mit Sehbehinderungen oder Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Becca Hume (in deutscher Simultandolmetschung): Danke für diese Frage. Barrierefreiheit ist zentral für TapSOS. Das System funktioniert ja nur, wenn Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen es in sehr stressigen Situationen nutzen können. Es wurde also entsprechend auf der Grundlage von Barrierefreiheitsstandards entwickelt – mit den entsprechenden Standards und mit Unterstützung von Menschen mit Behinderungen. Das System kann mit Screenreadern betrieben werden, mit Voiceover, mit hohen Kontrasten, großen Touchpoints und es werden unnötige Interaktionen und Texte vermieden.
Für Menschen mit kognitiven Schwierigkeiten oder Behinderungen hat sich gezeigt, dass das System funktioniert. Es wird einfache Sprache verwendet, klare Icons oder Symbole, die komplexe Kommunikation in einer Notfallsituation vermeiden. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen werden feinmotorische Anforderungen vermieden. Das heißt, TapSOS ermöglicht strukturierte nicht verbale Kommunikation mit Notfalldiensten.
Man kann damit gespeicherte Informationen übermitteln, es wird auch der Standort übermittelt. Wir sehen das auch als anhaltende Verantwortung, also es ist nicht etwas, das wir einmal umgesetzt haben, sondern wir prüfen das ständig auch auf der Grundlage von Nutzerrückmeldungen und möchten letztlich sicherstellen, dass Barrierefreiheit kein Sonderextra ist, sondern ganz einfach Standard bei Notfallsystemen, damit jeder jederzeit einen Notruf absetzen kann.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Becca, und alles Gute für die weitere Umsetzung von TapSOS! (Beifall. – Ende der Simultandolmetschung.)
Zum Abschluss und für die weiteren Schritte darf ich Fiona Fiedler nach vorne bitten.
Fiona Fiedler: Danke vielmals. Ich danke auch Becca für die Präsentation. Auch wir haben im Anschluss einen runden Tisch, zu dem ich Sie herzlich einlade, hinzukommen, um die weiteren Schritte mit uns gemeinsam zu besprechen. Ich habe da unsere Hotlines wie 1450 im Kopf oder die Notrufnummern, die uns allen bekannt sind. Ich glaube, dass wir da etwas Gutes auf die Beine stellen können, damit wir endlich einen inklusiven Zugang auch für Notfälle haben.
Abschließend möchte ich mich noch bei Martin Essl und seinem gesamten Team bedanken. Es ist immer wieder ein Erlebnis die Zero-Project-Familie hier im Hohen Haus begrüßen zu dürfen und auch alle wiederzusehen. Es ist ein bissl wie ein Familientreffen, und ich freue mich auch auf die kommenden drei Tage in der UNO-City. Danke vielmals. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank.
Gratis Sprachtherapie-Tool für Kinder mithilfe von Spielen und Musik
Andreas Onea: Jetzt kommen wir zur fünften und abschließenden Innovation.
Lesung: Vanessa Veith – Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus
Maria Hofstätter: „Nichts über uns ohne uns“ von Vanessa Veith
„Du kannst nichts über mich erzählen, du hast diese Beeinträchtigung nicht. Aber ich kann dir einiges darüber erzählen, damit du dich besser in mich hineinfühlen kannst. Ich bin ständig überdreht und ich komme auch nicht zum Schlafen. Ich mache fast keine Pausen und in einem Geschäft würde ich am liebsten hundert Dinge kaufen. Du findest mich jetzt komisch oder eigenartig. Aber das ist bei meiner Beeinträchtigung völlig normal. Hättest du diese Beeinträchtigung, dann wüsstest du, wie schwierig die Phase für mich ist. Ich kann meine Impulse nicht richtig steuern, verliebe mich schnell. Deshalb mag ich nicht, wenn man über mich redet. Weil die Menschen dann ein falsches Bild von mir haben. Ich rede lieber selbst von mir, so können mich die Menschen besser verstehen und so werde ich auch gehört. Deshalb sage ich nichts über uns ohne uns. Nur man selbst kann sich am Besten beschreiben. Keiner mag es, wenn über jemanden gesprochen wird. Ich habe einige Sachen die mich stören, aber trotzdem mögen mich einige Leute. Sie setzten sich mit meiner Beeinträchtigung auseinander. Trotzdem fühle ich mich wie ein normaler Mensch. [...] Andere Menschen die so etwas hören und mich nicht kennen, finden mich vielleicht verrückt. Aber es gibt einen Grund, warum es so ist, wie es ist. Ich mag mich wie ich bin. Es ist mir auch wichtig, dass andere Leute nachvollziehen können und mich verstehen. Und das glaube ich bei jedem von uns so. [...]“
(Beifall.)
Andreas Onea: Für die Präsentation unseres nächsten Projektes freue ich mich, jetzt Ralph Schallmeiner von den Grünen nach vorne bitten zu dürfen. – Herzlich willkommen! (Beifall.)
Ralph Schallmeiner (Abgeordneter zum Nationalrat, Grüne): Danke schön. Auch ich möchte mich zu Beginn kurz selbst beschreiben: 1,81 groß, graue Haare, Vollbart, blaue Brille, blauer Anzug, weißes Hemd. – Jetzt können Sie sich auch in etwa vorstellen, was meine Lieblingsfarbe ist, aber politisch bin ich halt woanders verankert.
Dobar dan, Marina! Herzlich willkommen! Danke für die Möglichkeit auch hier heuer wieder dabei sein zu dürfen. Danke, Martin Essl. Es ist wie schon gesagt eine großartige Sache, da kann ich mich Fiona Fiedler eigentlich nur anschließen.
Warum habe ich dieses Projekt ausgewählt? – Ich habe es letztes Jahr schon bei einem anderen Projekt gesagt, es war auch heuer wieder das Gleiche: Ich habe mir diese Liste angeschaut und habe darauf gewartet, dass mich etwas anspringt. Es war auch heuer wieder so, dass mich eben ein Projekt angesprungen hat. Ich bin Vater von zwei Kindern, ich weiß, wie wichtig es beim Spracherwerb ist, gerade in dieser Altersgruppe, vielleicht auch ein bissl Unterstützung zu bekommen. Es ist einfach gut, wenn man da ein bissl unterstützt wird, wenn es da professionelle Unterstützung gibt.
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas anderes: Meine Frau kommt aus Bosnien und Herzegowina, das heißt, wir kennen den Balkan. Wir wissen auch, wie die Infrastruktur dort aufgestellt ist, und von daher habe ich es dann durchaus gut nachvollziehen können, dass eben in Montenegro vielleicht die Situation nicht ganz so ist, was Sprachunterstützung anbelangt, und man nicht weiß, wie es eben in so einer Situation, in der du diese Hilfe brauchst, dann wirklich ausschaut, ob dir diese Hilfe auch zur Verfügung gestellt wird.
Dann kommt noch ein dritter Aspekt hinzu, eben Montenegro: Ich bin Mitglied der österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe Serbien-Montenegro. Der Herr Präsident und ich waren gestern beispielsweise in der serbischen Botschaft bei einem Empfang.
Von daher war das natürlich dann eigentlich schon fast klar, da war das ein perfect Match, wie man heute so schön auf Neudeutsch sagt. Es ist ja auch beeindruckend, was da geschaffen wurde, indem man eine App auf den Weg bringt: Die ist kostenlos, sie ist wissenschaftlich begleitet, sie soll unterstützen, und sie ist auch in der Praxis gut anwendbar. Man hat da nämlich mitbedacht, dass man vielleicht nicht immer überall eine Internetverbindung hat, sie ist also auch offline nutzbar und, und, und; sie ist werbefrei – auch das ist, finde ich, ein Qualitätskriterium –; und sie wird auch angenommen: 13 000 Kinder sind es, die sechs Monate nach Start der App damit unterstützt werden. Das sind alles Qualitätskriterien, das ist etwas Großartiges, und ich finde, so etwas gehört auch hier hereingebracht – und so etwas sollten wir uns auch hier in Österreich einmal sehr gut anschauen, das könnte auch für uns ein gutes Beispiel sein.
Von daher: Das ist der Grund, warum ich diese App oder warum ich dieses Projekt ausgewählt habe! (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Ralph Schallmeiner.
Wir haben es schon gehört: Es handelt sich um eine App, um ein Programm aus Montenegro. Es geht darum, Sprachtherapie zugänglich zu machen, nämlich dort, wo Sprachtherapie per se schwierig zugänglich ist.
Wir freuen uns jetzt auf die Präsentation des Tools von Marina Ćupić . – Herzlich willkommen! (Beifall.)
Marina Ćupić (Solutaria Doo, Montenegro) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank. – Ich bin weiblich, rosaroter Anzug, und ich habe lange, dunkle Haare. „If you’re happy and you know it, clap your hands“ – wir kennen diesen Song, aber wir haben ihn nicht aus Schulbüchern gelernt, sondern spielerisch. Spracherwerb ist ein wichtiges Thema bei jungen Kindern, und eine frühe Behandlung ist absolut wichtig. Jede Verzögerung einer Unterstützung wirkt sich im späteren Leben aus – auf die Familien und auf die Systeme.
Hier geht es auch um Zugang, um Barrierefreiheit. Nicht alle Kinder haben denselben Zugang zu Sprachtherapie, aber alle Eltern haben ein Handy in der Tasche. Sofi Sova ist ein mobiles Tool, mit dem Kinder spielerisch lernen, Buchstaben auszusprechen, Wörter zu betonen, und lindert so einen Bedarf. Dieses System wurde aus der Perspektive von Eltern geschaffen, es wurde von meinen eigenen Erfahrungen, von meinen eigenen Kindern inspiriert.
Sofi Sova hat null negative Wirkung, keine Überstimulierung, keine negativen Folgen. Das heißt, es ist für Kinder und für Eltern – nicht für die Statistik, nicht für wissenschaftliche Ergebnisse –, und es soll nicht dazu führen, dass Kinder Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sondern ihr Leben leben.
Der Fokus liegt auf Prävention, und es wird derzeit für eine wissenschaftliche Initiative in Montenegro evaluiert. Die Wartezeiten sollen reduziert werden, und die langfristigen Bildungskosten sollen minimiert werden. Technologie ist nicht unser Feind, wenn sie entsprechend gestaltet wird, dann wird sie ein Verbündeter für die Inklusion.
Sofi Sova unterstützt mehr als 15 000 Kinder in Montenegro und in der Umgebung – Bosnien und Herzegowina, Serbien. Stellen Sie sich vor, diese Auswirkungen könnten auf alle Sprachen übertragen werden und in größeren Ländern wie beispielsweise Österreich implementiert werden, damit die Kinder angesprochen werden können, ehe es noch zu Problemen und Herausforderungen kommt! – Vielen Dank. (Beifall.)
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für diese Präsentation, Marina.
Wir haben eine Frage von Simon Couvreur.
Simon Couvreur (Präsident von Down Syndrom Österreich): Vielen Dank. Danke für die Einladung! Können alle Kinder diese App selbst bedienen, oder brauchen die Kinder meistens eine Begleitperson als Assistenz? Gibt es diese App auch schon für Englisch oder Deutsch?
Andreas Onea: Vielen Dank, Simon Couvreur. (Der Moderator wiederholt die Frage auf Englisch.)
Marina Ćupić (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für diese Frage. Die Kinder können diese App selbst bedienen. Ab dem Moment einer Sprachtherapie können natürlich auch Assistenzpersonen dazu beitragen, aber das Ganze ist selbstgesteuert und die Kinder können sie absolut eigenständig bedienen.
Derzeit ist die App nur in montenegrinischer Sprache verfügbar und auch in Nachbarländern, die eine ähnliche Sprache sprechen – Serbien, Bosnien, Montenegro. Das Ganze soll jetzt auf andere Sprachen ausgeweitet werden, übersetzt werden, ins Deutsche und ins Englische.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank.
Die nächste Frage kommt von Daniele Marano.
Daniele Marano (Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs) (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank für diese wunderbare Lösung, ein Tool für Kinder mit Sprachschwierigkeiten und Schwierigkeiten im Spracherwerb. Ich denke, es wäre sehr vorteilhaft, wenn wir diese App auch in Österreich anwenden könnten.
Sie haben gesagt, Kinder verwenden die App, Familien verwenden die App. Glauben Sie, dass es auch möglich wird, dass das von Profis, von Experten und Fachleuten verwendet werden könnte? Und wie sieht es aus mit der Perspektive der Übersetzung ins Deutsche? Wird das Ganze an Sprachtherapietools in Österreich angepasst werden oder wird das neu aufgesetzt werden?
Marina Ćupić (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank. Sofi Sova ist keine Stand-alone-Lösung. Das volle Potenzial kann erreicht werden, wenn es sich in das gesamte Repertoire der Tools und Supports einbettet. Wir müssen drei wesentliche Elemente erfüllen: erstens, Validierung und Tests im Kindergarten, in Frühinterventionszentren; dann die Beteiligung von Logopäden und Sprachtherapeuten, um sicherzustellen, dass das nicht sie und ihre Arbeit ersetzt, sondern dass das ein Hilfsmittel, ein zusätzliches Mittel für die Therapie ist. Der dritte Punkt ist institutionelle Unterstützung – das Ganze muss sich in die nationalen Strategien und Strukturen der Inklusion einpassen.
Andreas Onea (in deutscher Simultandolmetschung): Vielen Dank, Marina Ćupić, für diese Antworten und auch für die Entwicklung dieses Spiels. Ich freue mich schon sehr, wenn es dann auch in Deutsch verfügbar sein wird – für meine eigenen Kinder. (Beifall. – Ende der Simultandolmetschung.)
Damit haben wir auch alle fünf Innovationen aus den verschiedensten Bereichen, die dafür sorgen sollen, dass Barrieren für Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen abgebaut werden, vorgestellt.
An dieser Stelle möchte ich nur noch ganz kurz, weil ich glaube, das war so passender Bereich, eine passende Ergänzung für - - (Ruf: Abgeordneter Schallmeiner!) – Ach, wie letztes Jahr. (Heiterkeit des Moderators.) Herzlich willkommen, Ralph Schallmeiner! (Beifall. – Neuerliche Heiterkeit des Moderators. – Aber ich weiß, woran es liegt!
Ralph Schallmeiner: Für diejenigen, die sich jetzt nicht ausgekannt haben: Uns ist das Ganze auch letztes Jahr genauso passiert. Aber: No bad feelings! (Heiterkeit des Redners.) Ich kann zumindest gut darüber lachen.
Nein, ernsthaft: Marina hat es eh schon richtigerweise gesagt, es geht jetzt vor allem einmal darum, diese App auf den Rest des Westbalkans auszurollen, zu übersetzen. Ich denke schon, dass das natürlich dann auch eine große Chance hier in Österreich ist. Wir haben eine sehr, sehr große Diaspora, wie wir gestern erst wieder gesehen haben, von Menschen aus den ehemaligen jugoslawischen Staaten, die auch hier in Österreich leben. Für die ist das definitiv ein Angebot. Ich glaube, das ist einmal so der erste Step, wie diese App auch hier nach Österreich kommen soll. Wir wissen ja auch alle miteinander, dass die eigene Muttersprache immer einmal das Erste ist, das man lernt, und dass darüber auch Spracherwerb immer am besten funktioniert: Wenn man die eigene Muttersprache gut kann, kann man auch andere Sprachen gut.
Von daher hätte das aus meiner Sicht eine sehr wichtige Rolle, dass wir diese App auch nach Österreich bekommen, vielleicht als Erstes einmal vor allem in den jeweiligen Muttersprachen und dann natürlich auch in Deutsch, English, whatever. Schauen wir einmal – ich glaube, the sky is the limit, wie es so schön heißt. Also von daher - -
Wir werden nachher dann hoffentlich auch darüber diskutieren können und vielleicht Möglichkeiten finden, wie wir diese App schnellstmöglich auch nach Österreich bringen. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Ralph Schallmeiner! Jetzt offiziell Entschuldigung auch für letztes Jahr von meiner Seite. Als Moderator hat man immer die nächsten drei, vier Schritte, vor allem wenn es gegen Ende hin mit der Zeit knapp wird, im Kopf, und dann kann es schon einmal passieren, dass man über einen Schritt drüberstolpert – dummerweise über den gleichen wie letztes Jahr.
Jetzt habe ich hier Platz genommen, weil ich das einfach so passend fand, dass wir heute diese großartige Begleitung hatten, und ich möchte gleich zu Beginn noch einmal einen Dank an Maria Hofstätter und Gregor Seberg für die großartigen Lesungen aussprechen! (Beifall.)
Lieber Franz-Joseph – ich habe jetzt neben dir Platz genommen, das ist nicht zufällig passiert; auch wenn ich es zweimal versucht habe, aber beim zweiten Mal bin ich jetzt wirklich bei dir gelandet –: Hast du ein Resümee für die Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus, die dafür verantwortlich war, dass wir heute diese großartigen Texte gelesen bekommen konnten?
Franz-Joseph Huainigg: Ich entschuldige mich jetzt schon. – Es waren tolle Texte, und sie haben auch gut reingepasst. Danke, dass sie das präsentieren haben können, es hat auch eine gute Stimmung in die Tagung gebracht.
Das Resümee der Bootschaft ist in den Texten, wie sich die Autor:innen wirklich toll entwickelt haben, auch als Personen: Sie haben geschrieben, moderiert und sich präsentiert. Es ist toll, wenn man Menschen mit Behinderung die Möglichkeit gibt, ihr Potenzial auszuschöpfen, und das zu fördern und dass man das auch macht. Und welchen Mehrwert das auch in die Kulturbewegung bringt, das haben wir gezeigt. Danke den Bootschafter:innen für die tollen Texte und danke dem Team für das Projekt, das großartig durchgeführt worden ist, und auch dem Jubiläumsfonds von Licht ins Dunkel, die das ermöglicht haben.
Andreas Onea: Dem Dank möchte ich mich anschließen, denn ich habe hier die Autorinnen und Autoren und die Mentorinnen und Mentoren. Ich möchte sie kurz vorlesen, und dann wollen wir natürlich auch ihnen einen kollektiven Applaus geben: Anna-Lina Ernstberger, Iris Zeitlinger, Ron Pfennigbauer, Vanessa Veith, dann als Mentorinnen und Mentoren Maike Heinrich, Christin Figl und Denise Wiesmahr. Applaus für euch! (Beifall.) – Ihr könnt gerne aufstehen.
Eine abschließende Frage, lieber Franz-Joseph: Was bedeutet denn Barrierefreiheit in Kultur und Literatur, und wie gestaltet man sie inklusiv? Und ich glaube, die Antwort - -
Franz-Joseph Huainigg: Die Antwort wird mein Avatar sagen, aber zuvor möchte ich noch darauf hinweisen, dass es in der Säulenhalle beim Empfang die Möglichkeit gibt, sich mit den Literatur-Bootschaftern auszutauschen. Wir haben Bücher produziert, Projektberichte, wie man das auch nachmachen kann, wie man das auch selbst machen kann: wie man Texte mit Menschen mit Lernbehinderungen schreibt und wie man Menschen mit Behinderungen im Kulturbereich beschäftigt. Also zum Infotisch in der Säulenhalle einfach hingehen und nehmen und informieren. – Und jetzt kommt mein Avatar.
Andreas Onea: Jetzt hören wir einmal, was Franz-Joseph 2.0 zu sagen hat.
Franz-Joseph Huainigg (mithilfe einer KI-erzeugten Stimmimitation): Barrierefreiheit und Inklusion brauchen gegenseitiges Verständnis, so wie wir es heute kennengelernt haben, Einanderzuhören und Perspektivenaustauschen. Kultur ist dabei ein wichtiger Brückenbauer – und die Literatur, ja, die öffnet die Türen. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank, Franz-Joseph! Diese offenen Türen möchten wir auf jeden Fall nutzen.
Ich darf den Hinweis gerne wiederholen: Einen Leitfaden für inklusive Literatur, inklusive Kunst, auch für die Beschäftigung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, all das gibt es dann in der Säulenhalle, wenn es bei eurem Stand um die Literatur-Bootschaft Ohrenschmaus geht.
Zu abschließenden Worten darf ich jetzt für seine Rede den Präsidenten des Bundesrates nach vorne bitten: Markus Stotter, herzlich willkommen! (Beifall.)
Abschlussworte
Markus Stotter (Präsident des Bundesrates): Für alle, die mich nicht sehen: Ich muss gerade das Pult verstellen. Ich bin 1,87 groß, trage einen blauen Anzug, eine blaue Brille – und für manch einen im Raum wahrscheinlich zu stark gewachste oder gegelte Haare.
Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident! Werte Abgeordnete! Geschätzte Zero-Project-Awardees! Liebe Damen und Herren! Ja, was wir heute gehört und gesehen haben, ist weit mehr als ein Aneinanderreihen von innovativen Projekten, es ist ein kraftvolles Zeichen dafür, dass Inklusion kein Schlagwort ist, sondern ein Auftrag, ein Auftrag an uns alle.
Wir haben über barrierefreie Wahlen gesprochen, über ein demokratisches Grundrecht, das erst dann wirklich verwirklicht ist, wenn jede und jeder ohne Hürden wählen kann. Demokratie misst sich nicht daran, wie sie für die Mehrheit funktioniert, sondern daran, ob sie auch für jene zugänglich ist, die besondere Unterstützung benötigen.
Wir haben uns mit der Inklusion von Menschen mit intellektuellen Behinderungen in öffentlichen Krankenhäusern beschäftigt. Gesundheit darf keine Frage von Anpassungsfähigkeit sein, weder sprachlich noch organisatorisch. Ein Gesundheitssystem ist dann stark, wenn es sich auf die Bedürfnisse der Menschen einstellt, nicht umgekehrt.
Besonders beeindruckend ist die KI-gestützte App, die Menschen mit ALS ermöglicht, in ihrer eigenen Stimme zu kommunizieren. Es ist klar, das ist nicht mein Raum, aber wenn man weiß, welch ein begnadeter Sprecher er war, dann weiß man, wie schön es ist, dass diese Stimme nicht verstummt ist. Das ist mehr als technischer Fortschritt. Es ist ein Stück Würde, es ist Identität, und es ist die Möglichkeit, gehört zu werden als die Person, die man ist.
Wir haben von sektorübergreifenden Partnerschaften gehört, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen mit intellektuellen Behinderungen verbessern. Genau hier liegt der Schlüssel: Inklusion gelingt nicht im Alleingang. Sie entsteht im Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft.
Ebenso bedeutend ist die Weiterentwicklung unserer nationalen Notrufsysteme, sodass sie auch für nonverbale Kommunikation nutzbar werden. Ein Notruf muss für alle erreichbar sein, jederzeit und unabhängig von individuellen Kommunikationsschwierigkeiten. Sicherheit darf keine Barriere kennen.
Und schließlich das kostenlose Sprachtherapietool für Kinder, das mit Spielen und Musik arbeitet. Dieses zeigt uns, dass Innovation nicht nur Hightech bedeutet, sondern auch Kreativität, Empathie und den Mut, neue Wege zu gehen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über Barrieren sprechen, dann denken viele zuerst an bauliche Hindernisse – an Stufen, an fehlende Rampen und Aufzüge –, und ich persönlich als Bürgermeister meiner Heimatgemeinde weiß genau, wie viel wir in diesen Bereichen noch zu tun haben. Doch die Barrieren des Alltags sind oft viel subtiler: Es sind komplizierte Formulare, es sind unverständliche Informationen, es sind digitale Angebote, die nicht barrierefrei gestaltet sind. Besonders im ländlichen Raum werden diese Barrieren spürbar. Für viele Menschen mit Behinderungen bedeutet das mehr Abhängigkeit, mehr Aufwand, mehr Unsicherheit. Gerade hier braucht es innovative Lösungen, und es braucht politischen Willen, diese Strukturen nachhaltig zu stärken.
Inklusion ist kein urbanes Projekt. Sie beginnt vor Ort, in den Gemeinden, in den Bezirken, in den Bundesländern. Das Zero Project steht seit vielen Jahren für diesen Geist: Lösungen sichtbar zu machen, Innovationen zu vernetzen, bewährte Modelle und erfolgreiche Ansätze weltweit zu teilen. Es erinnert uns daran, dass Fortschritt möglich ist, wenn wir bereit sind, zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam zu handeln.
Lassen Sie uns Barrieren Schritt für Schritt abbauen – im Wahllokal, im Krankenhaus, beim Notrufsystem und im digitalen Raum. Und vor allem: Lassen Sie uns die Stimmen der Menschen mit Behinderungen nicht nur hören, sondern sie aktiv einbeziehen – in Entscheidungen, in Entwicklungen und in politische Prozesse. Eine inklusive Gesellschaft ist keine Vision für die Zukunft, sie ist eine Aufgabe für das Hier und Jetzt.
Mein besonderer Dank gilt den Veranstaltern für ihre engagierte Initiative sowie den beiden Schauspieler:innen für die eindrucksvollen Lesungen und für die gesamte Projektvorstellung, für so manche Gänsehautmomente, die Sie mir bereitet haben. Ihnen allen danke ich für Ihr Engagement, für Ihre Innovationskraft und für Ihren unermüdlichen Einsatz für eine barrierefreie und gerechte Gesellschaft. – Vielen Dank. (Beifall.)
Andreas Onea: Herzlichen Dank dem Präsidenten des Bundesrates Markus Stotter.
Da bleibt mir auch wenig hinzuzufügen zum Abschluss unserer heutigen Zeit hier im Parlament. Vernetzung und Austausch, um die Barrieren dieser Welt für Menschen mit Behinderungen aus dem Weg zu räumen, um sie in Österreich aus dem Weg zu räumen, in allen Lebensbereichen das Menschenrecht der Teilhabe umzusetzen, das ist das, was wir gemeinsam die nächsten Tage in der UNO-City bei der Zero Project Conference erreichen werden. Das ist das, was wir auch beim Austausch, beim Vernetzen, beim Empfang in der Säulenhalle im Anschluss alle gemeinsam machen können. Also herzlichst die Einladung, noch dazubleiben und beim Empfang dabei zu sein!
Ich darf auch alle beteiligten Personen – ob an Innovationen, ob in den Projekten – bitten, im Anschluss noch kurz für Fotos hierzubleiben.
Und: Das, was die Mission und die Vision von Zero Project immer so königlich und schön am Schluss einer Veranstaltung verkörpert, ist die Zero-Project-Hymne. Die werden wir jetzt gemeinsam hören.
Was die Zero-Project-Hymne genau ist, was sie bewirken soll und warum sie so toll ist und warum ich sie so liebe, das wird uns jetzt Isabella Essl präsentieren.
Es folgt die Einspielung eines Videos.
Isabella Essl (Zero Project): Zero Project ist eine weltweite Initiative der Familie Essl, und in deren Auftrag hat Georg Weilguny die Zero-Project-Hymne komponiert. Unsere Partner haben dazu Videoclips produziert, und in diesem Videoclip sehen Sie Menschen aus 17 Ländern, wie sie die Hymne in ihrer lokalen Gebärdensprache gebärden. Diese Performance steht für das Ziel von Zero Project: Barrieren für Menschen mit Behinderungen auf der ganzen Welt abzubauen.
Es folgt die Darbietung der Zero-Project-Hymne.
(Beifall.)
Andreas Onea: Vielen herzlichen Dank.
Haben Sie noch eine schöne Zeit, einen schönen Empfang und eine schöne Zeit bei der Zero Project Conference in Wien! Gerne in die Säulenhalle begeben! Herzlichen Dank auch allen, die via Livestream mit dabei waren. Und jetzt freuen wir uns auf viel Austausch und Vernetzung. – Bis nächstes Jahr! (Beifall.)