Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 10. Sitzung / Seite 94

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Der erste Redner ist Herr Abgeordneter Großruck. Die Uhr ist auf 5 Minuten gestellt. – Bitte. (Abg. Öllinger: Es geht aber nicht um Grieskirchen!)

15.11


Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir diskutieren heute auf Antrag der Grünen eine Anfragebeant­wortung des Herrn Finanzministers, die meines Erachtens ganz klar, ganz verständlich und ganz sachlich erfolgt ist. (Abg. Eder: Für Sie!)

Für mich nicht sachlich sind die Parameter, die die Grünen dieser Anfrage unterstellt haben. Ich nenne jetzt Zahlen, meine Herren! (Abg. Eder: Es war eine Dame, die gesprochen hat!)

Wenn hier steht, der Preis für fünf Wohnbaugesellschaften soll sich zwischen 100 und 800 Mil­lionen € belaufen, dann frage ich mich, meine Damen und Herren von den Grünen: Was haben Sie für ein Zahlenverständnis? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das habe ich ja nicht gesagt!) Von welcher Schätzungsbreite gehen Sie aus? Zwischen 100 und 800 Millionen € – das ist für mich nicht nachvollziehbar. (Abg. Mag. Mainoni: Hauptsache viel!) Da haben Sie keine Punktlan­dung gemacht, sondern eine Breitenstreuung, die sehr grotesk ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Mainoni: Einen Bauchfleck!)

Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Moser! Wären Sie Mathematik-Professorin, dann müssten Sie auf Grund dieser Anfrage den Hut nehmen. (Abg. Dr. Rasinger: Wiederholungs­prüfung!) Sie sind aber Deutsch- und Geschichte-Professorin und haben uns hier nur eine schöne Geschichte darüber erzählt, was Sie vermuten, was dahinter steckt.

Meine Damen und Herren! Ist es Ihre Zielsetzung – dann stellen Sie sich auch hierher und sagen Sie es –, dass der Staat nicht privatisiert? (Abg. Dr. Gabriela Moser: Habe ich eh gesagt!) Entspricht das Ihrer Ideologie, dann stimmt das, was Sie sagen. Aber Sie täuschen falsche Zahlen vor, um eine Diskussion darüber führen zu können, dass wir Eigentum in breiter Hand wollen. Dass wir jenen, die sich Eigentum schaffen wollen, auch die Möglichkeit dazu geben wollen, das ist unser ideologischer Zugang, und darin unterscheiden wir uns eben. (Beifall bei der ÖVP.)

Ist das der Grund, dann führen wir eine ideologische Diskussion, aber keine mit Zahlen, die vorne und hinten nicht stimmen, und Sie wissen ganz genau – Sie haben die Anfragebeantwor­tung bekommen –, dass die Zahlen, die Sie nennen, nicht stimmen!

Es ist zuerst ein Auftrag von zirka 5 Millionen € erfolgt. Erst dann, wenn die gesamten Trans­aktionen über die Bühne gebracht werden, kommen wir auf ein Gesamtvolumen von zirka 10 Millionen €. Und das, meine Damen und Herren, bei einem zur Disposition stehenden Ge­samtvolumen von 900 Millionen bis 1 Milliarde €. – Jetzt gebe ich Ihnen Nachhilfeunterricht, Frau Professor Moser: Das ist 1 Prozent der Gesamtsumme. Sie wissen, dass 1 Prozent an Beratungskosten durchaus üblich ist, durchaus schon bezahlt worden ist, aber in diesem Zusammenhang haben Sie keine Anfrage gestellt.

Ich helfe Ihnen etwas auf die Sprünge. Beispielsweise für den Verkauf der Postsparkasse wurde 1 Prozent an Beratungskosten bezahlt (Abg. Eder: Das ist ja kein Vergleich!), für den Verkauf des Dorotheums 1,7 Prozent. (Abg. Eder: Sie vermischen alles!) Im vorliegenden Fall ist es 1 Prozent. Ich meine, dass das durchaus angebracht, angemessen und auch üblich ist und dass Vermutungen, da wären Körberlgelder oder Provisionen geflossen, in keiner Weise angebracht sind. So sind die Preise, die für Qualitätsarbeit bezahlt werden. Das sollten Sie auch so zur Kenntnis nehmen und nicht irgendetwas konstruieren, das den Verdacht aufkommen lässt, dass in diesem Fall etwas anders als üblich gelaufen sei.

Tatsache ist, dass dieser Auftrag noch nicht erledigt ist, dass wir mitten in der Umsetzungs­phase sind und dass wir erst dann über Kosten reden können, wenn das Projekt abgeschlossen ist, wenn ein Strich unter die Rechnung gezogen werden kann.

 


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