BundesratStenographisches Protokoll759. Sitzung / Seite 111

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österreichischen ÖVP-Bundesräten hier herinnen diesen Fehler nicht wiederholen würden.

Ich habe über die OeMAG-Homepage in Erfahrung gebracht, wie viel von dem kontrahierbaren Einspeisevolumen von 2008 bereits verbraucht ist. Wenn man sich die Seite anschaut, ist das doch etwas überraschend, denn von den 17 Millionen, die derzeit noch jährlich zur Verfügung stehen, sind erst 1,5 Millionen vergeben. – Da denkt man sich: Die haben ohnehin so viel Geld, warum machen sie dann nicht mehr damit?

Dafür gibt es ein paar interessante Gründe: Einerseits liegt es daran, dass im Bereich Windkraft nichts mehr anfällt, weil die Einspeisetarife für Windkraft bereits unter dem Marktpreis liegen – sprich: Es fällt in diesem Bereich momentan keine zusätzliche Spanne für den Einspeisetarif an. In Wirklichkeit erspart man sich durch die Windkraft inzwischen schon etwas!

Das Problem, das wir haben, ist aber, dass laut Ökostromgesetz alle Einspeisetarife laufend weiter gesenkt werden. Es ist jetzt aber so, dass die Windkraft mit Anlagen produziert wird, die aus sehr viel Stahl bestehen, in die man zuerst einmal relativ viel Energie stecken muss, und Stahlpreise und andere Rohstoffpreise, das wissen wir, werden nicht niedriger – und auch die Energiepreise werden nicht niedriger. Das heißt, es ist sehr schwierig, Windkraft künftig immer billiger und billiger zu produzieren, wenn die Grundvoraussetzung zur Stromgewinnung, nämlich ein Windrad zu bauen, immer teurer und teurer wird. Windkraftanlagen sind in den letzten Jahren um 30 Prozent teurer geworden, als sie es vorher waren, der Einspeisetarif für den Strom, den man mit diesen Windkraftwerken produzieren kann, wird aber immer niedriger.

Im Bereich der Geothermie findet sich nicht wirklich etwas an neuen Anlagen. Das mag vielleicht auch wieder an der Einspeisevergütung liegen: In Deutschland gibt es für die Einspeisung von Energie aus Geothermie jeweils für 20 Jahre zwischen 15 Cent bei 5 Megawatt-Anlagen und 7,16 Cent bei 20 Megawatt-Anlagen; in Österreich gibt es generell 7,99 Cent, und das nur für 13 Jahre.

Es ist nun bei der Geothermie im Prinzip so wie beim Rohöl: Wir alle wissen, umso teurer das Rohöl wird, umso eher wird es sich auszahlen, auch Quellen zu erschließen, die nicht ganz so leicht zu erschließen sind. Beim Rohöl machen wir es, bei der Geothermie nicht – jedenfalls nicht zu diesen Preisen. Denn diese Preise führen leider nicht dazu, dass man in Österreich auch nicht ganz so leicht zugängliche Geothermie-Quellen erschließen könnte, was schade ist, weil Geothermie eine gewisse Ausgleichs­energie darstellt.

Bei der Photovoltaik gibt es momentan eine relativ günstige Einspeisevergütung, keine Frage! Es hat auch im Land Niederösterreich auch eine Aktion gegeben, die einen gewissen Boom ausgelöst hat, trotzdem liegen wir mit den Einspeisetarifen unter den Tarifen in Deutschland und unter den Tarifen in Tschechien, vor allem bei den größeren Anlagen. Und wieder kommt dazu, dass es auch hier in Österreich 13 Jahre lang Förderung gibt, in Deutschland 20 Jahre. Und es ist schon ein massiver Unterschied, ob ich den höheren Tarif 20 Jahre lang bekomme oder nur 13!

Trotzdem ist es auch in Österreich so, dass in letzter Zeit ein gewisser Run auf Photovoltaikanlagen bemerkbar ist. Dass die Menschen hier aktiv werden wollen, ist spürbar. Und wenn man sich anschaut, wie schnell beim Klimafonds die erste Förder­tranche weg war, weil sich die Leute richtiggehend angestellt haben und hier etwas tun wollten, dann sieht man, dass die Menschen sehr wohl willig sind, auch in Dinge zu investieren, die vielleicht nicht unbedingt immer gleich ertragreich sind.

 


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