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Bundesrat Thomas Dim (FPÖ, Oberösterreich): Herr Vorsitzender! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Da sich Frau Kollegin Hauschildt-Buschberger schon bei ihrer Ministerin bedankt hat und die Kollegin von der ÖVP bei ihrem Landeshauptmann, habe ich jetzt nur noch darauf gewartet, dass sich auch Kollegin Lancaster bei ihrer Landesrätin Gerstorfer bedankt. Die hat nämlich genauso viel wie der Herr Landeshauptmann mit diesem Projekt zu tun.

Im Grunde genommen freut es uns als Oberösterreicher natürlich, dass sich der Bund mit der Übernahme der Hälfte der Kosten daran beteiligt. Ich bin jetzt schon seit 30 Jahren in der Politik und, Frau Kollegin Hauschildt-Buschberger, ich kann mich noch an eine Pressekonferenz im Jahr 1993 erinnern, bei der unser Landesrat Günther Steinkellner – damals mit dem Verkehrsstadtrat von Linz Horst Six – sich dieses Projekt gewünscht hat. Es liegt also schon mehr als 25 Jahre, nämlich sogar 27 Jahre, zurück, dass sich unsere Partei dafür eingesetzt hat. Da waren die Grünen noch nicht im Landtag. (Beifall bei der FPÖ.)

Die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit – und ich betone: in absehbarer Zeit und nicht erst in 30 Jahren – die täglichen Staus durch Linz, vor Linz und aus Linz hinaus etwas erträglicher und vielleicht auch eingeschränkt werden, habe ich tatsächlich. Das Ganze ist natürlich gut für Linz, gut für das Mühlviertel und gut für den Zentralraum.

Wie schaut es aber – und auch da hat Kollegin Lancaster schon eine Vorrede geleistet – in anderen Regionen aus, in anderen aufstrebenden Regionen in Oberösterreich? Wenn ich beispielsweise an meine Heimat im Innviertel denke: Die ist ebenso ein prosperierender, wirtschaftlich aufstrebender Bereich in Oberösterreich, und der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist dort schon mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Dabei wohne ich in Ried sogar an einem Verkehrsknotenpunkt, das aber auch nur, weil unser Verkehrslandesrat sich 2019 entschlossen hat, die Hausruckbahn nicht zu schließen. Die ÖBB hätten nämlich 2019 diese Nebenbahn eingestellt, und nur durch Mittel des Landes konnte diese Bahnverbindung aufrechterhalten werden. (Beifall bei der FPÖ.)

Die Verbindung von Ried in den Zentralraum Wels/Linz ist ja noch erträglich, sie ist vergleichbar mit ungefähr 1 Stunde Fahrzeit mit dem Auto. Wenn man aber nach Salzburg fahren will, braucht man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schon über 2,5 Stunden. Wisst ihr, wohin man in dieser Zeit von Ried aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auch schon kommt? – Nach München. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass das Innviertel erst 1779 zu Österreich gekommen ist, also erst vor rund 240 Jahren. Darum wird diese Region ein bisschen stiefmütterlich behandelt. (Zwischenruf des Bundesrates Schennach.) – Teschener Frieden (erheitert), danke. Der Herr Kollege ist auch geschichtlich bewandert.

Also gut, jetzt kommt das 1-2-3-Ticket. Die nötige Infrastruktur ist aber von einem attraktiven Angebot gerade im ländlichen Bereich noch ein bisschen weit entfernt. Wir haben vor einer Woche im Gemeinderat in Ried die Zustimmung zum 1-2-3-Ticket gegeben, man kann dann auch den Citybus in Ried damit benützen. Es ist also alles auf Schiene, wunderbar. Ich frage mich aber schon: Das 1-2-3-Ticket wird so gerne als Klimaticket verkauft. Herr Staatssekretär, vielleicht können Sie mir dann noch eine Antwort geben: Wie wird das evaluiert? Also wie stellt man fest, wie viele vom Individualverkehr im Endeffekt tatsächlich auf den öffentlichen Verkehr umgestiegen sind? Nur das würde zeigen, ob das Klimaticket diesen Namen auch verdient. (Beifall bei der FPÖ.)

Wie hoch ist der Mitnahmeeffekt durch die Leute, die jetzt schon die öffentlichen Verkehrsmittel benützen? Hätte man nicht vielleicht das Geld für dieses 1-2-3-Ticket – ich verstehe schon, das ist ein Prestigeprojekt der Grünen (Bundesrat Spanring: Das einzige!), und als Koalitionspartner muss man da natürlich mitziehen, das ist klar – besser zuerst in den Ausbau der Infrastruktur stecken und Hand in Hand damit die Ticketpreise günstiger machen sollen? – Ich glaube, dann wäre es für die Bevölkerung im Endeffekt leichter, umzusteigen. Dann kann man von einem Klimaticket reden.

Ich oute mich gerne als Benützer des öffentlichen Verkehrs, aber es muss einen Sinn haben. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

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